1:0! St. Pölten blamiert Austria

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1:0! St. Pölten blamiert Austria

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St. Pölten konnte in der 17. Bundesligarunde die Austria 1:0 besiegen.

Überraschung in der Bundesliga: Tabellenschlußlicht St. Pölten feiert den ersten Sieg diese Saison und schlägt die Austria 1:0. Meister Red Bull Salzburg hatte gegen Mattersburg lange Zeit große Mühe, gewann am Ende aber 2:0. Der LASK gewinnt ebenfalls daheim mit 2:0 gegen den WAC. Sturm Graz hatte bereits gestern einen 6:1-Kantersieg gegen die Admira gefeiert.

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St. Pölten jubelt über ersten Sieg

Der SKN St. Pölten hat nach 19 sieglosen Spielen in der Fußball-Bundesliga wieder voll angeschrieben. Gegen eine schwache Austria holte das Schlusslicht am Mittwochabend einen verdienten 1:0-(0:0)-Heimerfolg. Kapitän Dominik Hofbauer traf in der 60. Minute per Foul-Elfmeter entscheidend. Die Niederösterreicher liegen nun noch sieben Zähler hinter Rang neun.

Die Austria kassierte drei Tage nach dem 2:1 in Wolfsberg einen Rückschlag und rutschte in der Tabelle wieder hinter den LASK auf Rang sechs zurück. Die ersatzgeschwächten Wiener brachten offensiv praktisch nichts zustande. Das Team von Thorsten Fink hat in den jüngsten sieben Runden nur einen Sieg bei fünf Niederlagen zu Buche stehen. Weiter geht es für die Austria am Sonntag im Heimspiel gegen Meister Salzburg. St. Pölten tritt am Samstag bei der Admira an.

Oliver Lederer durfte sich in der NV Arena in seinem zehnten Spiel als SKN-Chefcoach erstmals freuen. Seine "Wölfe" fuhren das ersehnte erste Erfolgserlebnis dieser Saison ein. Die St. Pöltner hatten dabei von Beginn an ihr Glück in der Offensive gesucht.

© GEPA
1:0! St. Pölten blamiert Austria

Riesen-Jubel bei St. Pölten

Der erstmals in der Liga von Beginn an aufgebotene Maximilian Entrup fand schon in der 8. Minute per Kopf die erste gute Möglichkeit vor. Bei der Austria stand indes Marco Stark bei seinem Startelf-Debüt unfreiwillig oft im Mittelpunkt. Eine Abwehraktion des Innenverteidigers fiel Daniel Schütz vor die Beine, der allerdings zu zentral auf Osman Hadzikic im Austria-Tor abschloss (33.).

Von der Austria, bei der Lucas Venuto sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss wieder auf der Bank saß, war im Angriff kaum etwas zu sehen. Kevin Friesenbichler stand bei seinem Tor nach einem Freistoß im Abseits (13.), ansonsten stand der Mittelstürmer oft allein auf weiter Flur. Im Spielaufbau fehlte der gesperrte Kapitän Raphael Holzhauser, St. Pölten wartete auf die Fehler der Wiener. Bis zum Halbzeitpfiff erarbeiteten sich die Hausherren mehr Abschlüsse, für die Austria stand in der Pausenstatistik kein Torschuss zu Buche.

Die zweite Spielhälfte begann erneut mit Angriffen der St. Pöltner. Die Austria hielt sich ihrerseits zurück, Lücken in der Defensive aufzumachen. Die pomadige Spielweise der Austria wurde schließlich bestraft. Nach einem schlechten Zusammenspiel von Ibrahim Alhassan Abdullahi und Stark kam Schütz an den Ball, Hadzikic ging im Strafraum übermotiviert zu Werke. Hofbauer verwertete den Elfer sicher. Zwei Strafstöße hatten die SKN-Kicker in dieser Saison zuvor vergeben.

Eine Reaktion der Austria blieb aus. Zwar brachte Fink mit Christoph Monschein und Manprit Sarkaria frische Kräfte, nun engagiertere Gäste agierten aber weiter völlig ideenlos und brachten bis zum Schlusspfiff keinen Schuss auf SKN-Keeper Christoph Riegler zustande. St. Pölten war dem 2:0 am Ende näher und revanchierte sich damit auch für die 1:5-Abfuhr im ersten Saisonduell im Happel-Stadion.

Lesen Sie auf Seite 2: Salzburg besiegte Mattersburg nach zwei Toren im Finish


Fußball-Meister Salzburg hat den SV Mattersburg mit etwas Mühe 2:0 (0:0) bezwungen. Dank zwei Toren im Finish holten die seit nunmehr elf Runden ungeschlagenen "Bullen" wieder die Tabellenführung von Sturm Graz zurück. Die in den ersten 17 Runden herausgespielten 40 Punkte sind Clubrekord in der Red-Bull-Ära.

In einem Match, das Salzburg auf nassem Rasen über weite Strecke zwar dominierte, ohne aber wirklich Torgefahr auszustrahlen, schloss Liga-Topscorer Munas Dabbur in der 87. Minute einen Konter mustergültig ab. Der in der 72. Minute eingewechselte Takumi Minamino sorgte in der Nachspielzeit noch für das 2:0.

Mattersburg verkaufte sich zwar teuer und hatte in der ersten Hälfte sogar die besseren Chancen als der Meister, am Ende reichte es aber nicht für die Sensation. Für Salzburg war es der siebente Heimsieg in Folge gegen die Burgenländer, die sieben Punkte vor St. Pölten weiter Tabellenneunter sind.

Salzburg brachte gleich zu Beginn die höhere individuelle Klasse zum Vorschein und versuchte, Mattersburg schnell müde zu spielen. Die erste Chance der Partie verzeichneten in Person von Jano (5.) trotzdem die Gäste. Den Kopfball des Spaniers in die Mitte des Tores nach Seidl-Ecke entschärfte Salzburg-Goalie Alexander Walke mühelos. In der 31. Minute verfehlte ein Distanzschuss von Michael Perlak in einer guten Phase der Mattersburger das Ziel nur knapp. Auch beim Schuss von Manuel Seidl (44.) kurz vor der Pause fehlte nicht viel.

Erwähnenswert aus Salzburger Sicht war ein weiter Pass in den Strafraum, den sich Dabbur (34.) gekonnt herunternahm. Sein versuchter Heber über Markus Kuster wurde aber noch aus dem Gefahrenbereich geschlagen. Zuvor hatte Mattersburgs Kapitän Lukas Rath einen Stanglpass von Stefan Lainer im Strafraum nicht ungefährlich ans Außennetz geklärt. Sonst blieben die spielbestimmenden Hausherren vor 3.900 Zuschauern - noch kein Minusrekord für Salzburg-Heimspiele - zu oft spätestens im Strafraum hängen.

Nach der Pause setzten sich die Salzburger häufiger in den entscheidenden Zweikämpfen durch und erhöhten den Druck. Analog zur ersten Hälfte schwächte sich der Angriffswirbel aber mit Fortdauer ab. Die Burgenländer verstanden es, die Räume eng zu machen. Cesar Ortiz, der den gesperrten Nedeljko Malic ersetzte, Thorsten Mahrer und Co. riegelten vor allem die Mitte ab. Aus der Distanz fehlte bei den Schüssen des Tabellenführers die Präzision.

Die beste Chance vergab zunächst der eingewechselte Hwang Hee-chan, der in der 75. Minute die Kniescheibe von Kuster traf. Mattersburg hatte selbst zu wenige Situationen im Angriffsdrittel, um vielleicht die Sensation schaffen zu können. Bei einem Abschluss von Alois Höller in der 76. Minute rettete die Salzburg-Defensive im Verbund.

Als sich einige schon mit dem Remis abgefunden hatten, verwertete Dabbur einen Querpass von Hwang, den Minamino bedient hatte. Für den Israeli war es das zwölfte Saisontor. Es war praktisch der einzige Fehler, den sich Mattersburgs Hintermannschaft bis dahin erlaubt hatte. Drei Minuten später setzte Minamino selbst nach Vorlage von Reinhold Yabo den Schlussakkord.

Lesen Sie auf Seite 3: LASK nach 2:0-Heimsieg über WAC Tabellenfünfter

Der LASK hat am Mittwochabend erstmals seit 9. September wieder ein Heimspiel gewonnen. Die Oberösterreicher feierten dank eines verwandelten Foulelfmeters von Maximilian Ullmann (70.) und eines Kontertors von "Joker" Joao Victor, der nach seiner Dopingsperre sein Debüt für den Aufsteiger gab, unmittelbar vor dem Schlusspfiff (93.) einen 2:0-(0:0)-Sieg über den WAC.

Damit schob sich der LASK einen Punkt vor die Wiener Austria, die beim Schlusslicht St. Pölten 0:1 verlor, auf Platz fünf, der eventuell für einen Europacup-Start reichen könnte. Die nun schon seit einem Jahr in Auswärtsspielen sieglosen Wolfsberger blieben Tabellenachter, da auch die punktegleichen Mattersburger ebenfalls 0:2 (0:0) beim Tabellenführer und Titelverteidiger Salzburg verloren.

Der Vorsprung auf den Tabellenletzten schrumpfte allerdings von zehn auf sieben Zähler. Der WAC ist seit dem 4:0-Erfolg am 30. November des Vorjahres in St. Pölten ohne Auswärtssieg, hat seither in 18 Spielen in der Fremde lediglich fünf Remis erreicht.

Der LASK hätte nach einem Strafraum-Foul von Michael Sollbauer an Mergim Berisha durch Peter Michorl bereits in der 18. Minute in Führung gehen können, aber der beste Torschütze der Gastgeber scheiterte wie schon zuletzt am Samstag in Graz gegen Sturm vom Elferpunkt. WAC-Schlussmann Alexander Kofler hatte erst vor elf Tagen beim 0:0 in St. Pölten einen Strafstoß gehalten. Auch Berisha fand bei einer Großchance wenig später seinen Meister in Kofler, den Nachschuss von Bruno klärte Daniel Drescher vor der Linie (21.).

Die einzige nennenswerte Chance der Wolfsberger vor Pause hatte Mihret Topcagic nach Pass von Florian Flecker, doch seinen Schuss aus spitzem Winkel wehrte LASK-Tormann Pavao Pervan in den Corner ab (39.). Nach dem Wechsel sorgte Topcagic neuerlich für Gefahr, aber Gernot Trauner entschärfte die Situation noch rechtzeitig (48.). Und Bernd Gschweidl prüfte Pervan aus spitzem Winkel (59./in den Corner abgewehrt).

Die 69. Minute brachte dann die vorentscheidende und auch umstrittene Szene, als Reinhold Ranftl bei einem Tackling von Boris Hüttenbrenner spektakulär im Strafraum zu Fall kam. Schiedsrichter Julian Weinberger entschied nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf Elfmeter, den Ullmann mit einem präzisen und harten Schuss ins Eck verwandelte.

Das 2:0 hatte bereis zwei Minuten später Ranftl auf dem Fuß, dessen Schuss Drescher vor der Linie klärte (72.). Im Finish warf der WAC alles nach vorne, wodurch sich für den LASK Konterchancen ergaben. Zunächst scheiterte Berisha an Kofler (91.), der dann wenig später mit nach vorne kam. Deshalb hatte der in der 63. Minute eingewechselte Joao Victor nach Pass von Rajko Rep leichtes Spiel. Der Brasilianer schob den Ball souverän ins verwaiste Gehäuse.

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