spusu SKN vs. Austria Wien & Marco Djuricin

Personalsorgen in Favoriten

Austria muss in St. Pölten liefern

Eine dezimierte Austria will beim spusu SKN St. Pölten den Frust der letzten Tage abbauen.

 Zu den wirtschaftlichen Problemen kommen bei der Austria nun auch sportliche. Vor dem Auswärtsspiel beim SKN St. Pölten am Samstag (17 Uhr, im oe24-Liveticker) wütete das Coronavirus am Wiener Verteilerkreis. Mehr als zehn Spieler der Young Violets haben sich infiziert, auch im Kader der Profis sind "einige Kaderspieler" verletzt oder erkrankt, wie es am Freitag vonseiten des Clubs hieß. Namen wurden naturgemäß keine genannt.

Probleme mit erkrankten Spielern gab es bei der Austria bereits vor der Partie in Hartberg. Dort besetzten die Favoritner nicht einmal die Ersatzbank voll. Auch, um die zweite Mannschaft nicht zusätzlich zu schwächen. Seit Ostern muss sich die Austria mit dem Coronavirus wieder intensiver beschäftigen, jeden Tag stehen Tests am Programm. Wie der Club festhielt, werde zur Eindämmung des Virus alles getan. Die erste und zweite Mannschaft trainiere auch völlig unabhängig voneinander. Geschlossen ist nun auch die Akademie, nachdem auch dort Fälle aufgetreten waren.

Austria will für "sportliche Schlagzeilen sorgen"

Ein Erfolg in der NV Arena wäre für die Violetten in der derzeitigen Situation wichtig. "Wir hoffen, dass wir in dieser Phase zumindest sportlich für positive Schlagzeilen über die Austria sorgen können", sagte Trainer Peter Stöger. Seine nach dem 0:1 in Hartberg getätigte Ankündigung, den mit Saisonende auslaufenden Vertrag bei der Austria nicht zu verlängern, läutete eine violette Woche mit viel Gesprächsbedarf ein. Als die Bundesliga am Dienstag die Lizenz in erster Instanz nicht erteilte, schrillten die Alarmglocken in Wien-Favoriten umso lauter. Dass die Mannschaft am Wochenende mit einem Sieg in St. Pölten einen weiteren Schritt in Richtung Platz sieben tätigen könnte, war Randthema.

Veilchen hoffen auf Schützenhilfe der Admira

Lässt Hartberg bei der Admira Zähler liegen (17 Uhr, im oe24-Liveticker), würde die Austria mit einem Dreier wieder an die Spitze der Qualifikationsgruppe rücken. Bei einer Niederlage droht ihr jedoch auch der Rückfall hinter Ried oder Altach. Von den Tumulten ablenken lassen will sich Stöger mit seiner Mannschaft nicht. "Jene Spieler, die fit sind, trainieren sehr gut. Sie versuchen die Stimmung im Team hochzuhalten", berichtete er. Stöger sagte auch: "Man merkt schon, dass sie die aktuelle Situation beschäftigt. Sobald sie auf dem Platz sind, merkt man davon aber nichts." Fix fehlen jedenfalls die gesperrten Benedikt Pichler und Georg Teigl.

Beim Gegner will man nur auf sich selbst schauen. Anlass dazu gibt es genug. Nur ein Sieg in 14 Runden stehen für die "Wölfe" zu Buche. Robert Ibertsberger musste gehen, im ersten Spiel unter Georg Zellhofer gab es ein 0:1 in Altach. Schlusslicht Admira liegt nach Punkten mittlerweile mit den St. Pöltnern gleichauf. In der gesamten Saison hat der SKN zudem erst einen Heimsieg (in zwölf Spielen) geschafft.

"Unsere Heimserie ist wirklich unterirdisch, deswegen haben wir auch diese Probleme. Normalerweise macht man daheim die nötigen Punkte, um etwas früher in ruhigere Gewässer zu kommen. Dass wir diese Punkte nicht gemacht haben, kostet richtig viel Energie", sagte Zellhofer dazu. Den Druck im unteren Play-off bezeichnete der 60-Jährige als "extrem". Über seinen Ex-Club - Zellhofer war von 2006 bis 2008 Trainer der Austria - wollte er kein Urteil abgeben. "Ich habe oft Mannschaften erlebt, die in solchen Situationen noch stärker zusammenwachsen."