Jetzt ist es fix: Die FK Austria Wien hat einen neuen starken Mann im sportlichen Bereich. Der Aufsichtsrat bestellte Tomas Zorn zum neuen Sportvorstand – und damit zum Nachfolger von Jürgen Werner, der Ende August seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte.
Der 39-jährige Deutsch-Russe wurde am Dienstag bei einer Aufsichtsratssitzung ausgerechnet von jener Investorengruppe vorgeschlagen, deren Zukunft bei der Austria derzeit heftig diskutiert wird: „WTF“. Trotz der knappen Mehrheitsverhältnisse im Aufsichtsrat – der Verein hält dort mit 5:4 die Oberhand – fiel die Entscheidung am Ende einstimmig.
Vom Berater in die Chefetage
Zorn ist kein Unbekannter im internationalen Fußballgeschäft. Der Jurist war zunächst als Spielervermittler tätig, ehe er zwischen 2019 und 2022 bei Spartak Moskau und Lokomotive Moskau in leitenden Funktionen arbeitete. Zuletzt feilte er weiter an seiner Management-Karriere und absolvierte einen 18-monatigen FIFA-Lehrgang im Bereich „Club Management“, den er mit Diplom abschloss. Jetzt wartet in Wien-Favoriten die nächste große Bühne.
Brisante Bestellung mitten im Machtkampf
Doch Zorns Ernennung kommt nicht im luftleeren Raum. Hinter den Kulissen tobt seit Tagen ein öffentlich ausgetragener Machtkampf zwischen Austria Wien und der Investorengruppe „WTF“. Der Klub möchte deren Anteile an der AG möglichst rasch zurückkaufen. Eine Ablehnung des vorgeschlagenen Kandidaten hätte die ohnehin sensiblen Gespräche weiter verschärfen können.
Spannend bleibt außerdem die Frage, wie sich die neue Personalie auf die bestehende sportliche Führungsriege auswirkt. Aktuell bilden Sportdirektor Michael Wagner, Technischer Direktor Robert Urbanek und Akademieleiter Manuel Takacs das sportliche Leitungsteam. Ob Zorn hier umstrukturiert oder auf Kontinuität setzt, ist noch offen.
Fans setzen Zeichen
Auch die Fans meldeten sich zu Wort. Rund um die entscheidende Aufsichtsratssitzung tauchte vor der Geschäftsstelle ein Transparent auf: „Wer Austria Wien nicht ehrt, erntet unseren Zorn!“ – eine klare Botschaft in Richtung Entscheidungsträger. Noch während der Sitzung wurde das Spruchband von Klubmitarbeitern entfernt.
Fakt ist: Bei der Austria bleibt es spannend. Mit Tomas Zorn beginnt ein neues Kapitel – und das startet gleich mit ordentlich Druck.