Die Kärntner verzichten damit auf Länderspiele gegen kleinere Gegner. Der Bürgermeister hält den Kunstrasen für die bessere Variante.
Ihre Entschlossenheit, das Fußballstadion in Klagenfurt in der ursprünglichen Dimension zu belassen und lediglich die Bestuhlung auf 22.000 Plätze zu reduzieren, haben am Donnerstag Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (B) und Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher (V) bekundet. Bei einer Pressekonferenz betonten die beiden, das Stadion werde einen Kunstrasen erhalten, auch wenn dadurch keine Länderspiele ausgetragen werden können.
Scheucher will Kunstrasen
"Wir pfeifen auf Länderspiele gegen
Malta oder Luxemburg", sagte Scheucher und verwies darauf, dass er bereits
eine Zusage für das Match Österreich-Frankreich am Samstag gehabt hätte. Der
ÖFB sei aber vor dem Wiener Bürgermeister "in die Knie gegangen". Da der
Fußballverband keine fixen Zusagen für attraktive Spiele mache, verzichte
man zugunsten des Kunstrasens. "Mir sagen die Experten, dass der Kunstrasen
die bessere Lösung ist, weil man ihn ständig benützen kann", erklärte
Scheucher.
Haider kritisierte, dass die "Wiener Lobby" Kärnten bei der Zuteilung attraktiver Spiele ins Abseits stelle: "Wir verzichten daher." Man könne das Stadion für alle möglichen Veranstaltungen nutzen, "wir machen das lieber selbst". Der Landeshauptmann sicherte der Stadt Unterstützung in der Causa Stadion zu, das schließlich für alle Kärntner von Bedeutung sei.
22.000 Plätze sollen bleiben
Die Variante mit 22.000
Sitzplätzen soll, so kündigten die beiden an, noch vor der Nationalratswahl
mit dem Bund vertraglich abgesichert werden. Sie würde knapp drei Millionen
Euro mehr kosten als der vertraglich fixierte Rückbau auf 12.000 Plätze. Die
Mehrkosten, so hoffen Haider und Scheucher, werde zum größten Teil der Bund
übernehmen. Im Sommer 2009 wäre dann das in seiner Kapazität verkleinerte,
aber nicht rückgebaute Stadion fertig.