Peter-Michael Reichel

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LASK geht jetzt in die letzte Liga

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Riesenchaos nach dem Lizenz-Entzug. Reichel: „Ich gehe in die zweite Klasse.“

Turbulente Szenen beim gestrigen Match des LASK gegen Ried: Die LASK- Anhänger gingen auf die Barrikaden, mussten vom Großaufgebot der Polizei in Schach gehalten werden – explosive Atmosphäre auf der Gugl. Der LASK gleicht einem Pulverfass. Die Lunte brennt schon …

LASK-Boss: „Hätten Lizenz bekommen müssen“
Peter-Michael Reichel (57) steht unter Druck. Der LASK-Präsident überrascht aber. Er sagt: „Ich weiß nicht, ob wir Protest gegen die Entscheidung der Liga einlegen. Vielleicht gehen wir in die zweite Klasse Mitte West. Das wäre doch ein perfekter Neustart. Dann könnten wir jedes Jahr ein großes Aufstiegsfest feiern…“

Der LASK-Boss stellt auch klar: „Wir sind nicht pleite. Ich bin fest davon überzeugt gewesen, dass wir die Lizenz bekommen. Mit Auflagen – wie die Austria. Wir haben auch negatives Eigenkapital, doch das ist bei Weitem nicht so hoch wie jenes der Austria.“

Schmutzige Schlacht: Die Stadt schlägt Alarm
Derzeit sieht es so aus, als würde eine schmutzige Schlacht um den Krisenklub toben. Reichel hat nicht vor, den Buhmann zu spielen. Er verteidigt sich: „Wir haben den LASK vor zehn Jahren aus dem Sumpf gezogen, haben den Verein trotz der Millionenschulden saniert. Und dann wird man beschimpft!“

In der Sportstadt Linz läuten die Alarmglocken. Das Stadion wird für fast 30 Millionen Euro ausgebaut – und Reichel will mit dem LASK in die zweite Klasse Mitte West. Wahnsinn!

Reichel: "Die 2. Klasse ist doch ideal"

ÖSTERREICH: Herr Reichel, haben Sie wirklich vor, keinen Protest gegen den Lizenz-Entzug einzulegen und mit dem LASK in die zweite Klasse zu gehen?
Peter-Michael Reichel: Genauer gesagt, in die zweite Klasse Mitte West! Warum nicht? So werfen wir die Vergangenheit über Bord. Das wäre doch ein echter Neustart für den LASK, oder?

ÖSTERREICH: Ist das Ihr Ernst?
Reichel: Ja. Aber da gibt’s in den nächsten Tagen noch Gespräche. Das muss man sich jetzt alles sehr, sehr gut überlegen.

ÖSTERREICH: Ganz ehrlich, Herr Reichel: Steht der LASK vor der Pleite?

Reichel: Blödsinn. Das wird immer so dargestellt – darüber kann ich mich nur wundern.

ÖSTERREICH: Warum hat dann das Finanzamt die Einnahmen gepfändet?

Reichel: Ich gebe zu: Das ist eine blöde Geschichte gewesen, die uns extrem geschadet hat. Das habe ich geklärt. Trotzdem ein Fehler und unnötig.

ÖSTERREICH: Wundern Sie sich wirklich, dass der LASK keine Lizenz bekommen hat?
Reichel: Ich habe damit gerechnet, dass wir sie mit Auflagen erhalten. So wie die Austria. Denn das negative Eigenkapital des LASK ist nicht so hoch wie jenes der Austria.

ÖSTERREICH: Der Senat 5 meint, das Budget sei nicht gedeckt. Stimmt das?
Reichel: Fakt ist, dass die von mir den Nachweis der Finanzierung für die nächste Saison möchten. Das lässt sich machen. Wenn ich will…

ÖSTERREICH: Das klingt nach Verbitterung. Oder täuscht dieser Eindruck?
Reichel: Ich muss mich erst sammeln. Das geht mir schon nahe. Derzeit schlafe ich auch nicht sehr gut. Seit zehn Jahren bin ich jetzt LASK-Chef. Helmut Oberndorfer und ich haben den Verein aus dem Sumpf gezogen. Wir haben den LASK saniert, Schulden abgebaut. Und was ist der Dank dafür? Man wird beschimpft!

Christian Russegger

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