Auch ÖFB-Cup betroffen?

Ostliga: Wettskandal weitet sich aus

Der Ostliga-Wettskandal wird zum Kriminalfall. BKA ermittelt gegen zwei Spieler.

Besinnliche Winterpause in der Ostliga? Im Gegenteil! Die dritthöchste Spielklasse Österreichs wird von einem Wettskandal überschattet. Zehn Spiele sollen in der Herbstsaison manipuliert worden sein. Wie oe24 erfuhr, sind auch Partien des ÖFB- und des Burgenland-Cups betroffen. Spieler von vier Klubs sind mit Vorwürfen konfrontiert, zwei Vereine aus dem Burgenland, je einer aus Niederösterreich und Wien betroffen. Darunter der SC Neusiedl und der Wiener Sport-Club. 

Verdächtige Personen in Untersuchungshaft

Im Fokus der Ermittlungen stehen die Neusiedler. Zwei Spieler, ein Ex-Bundesliga-Torhüter und ein Stürmer, sollen bereits seit Donnerstag in Untersuchungshaft sitzen. „Das kann ich weder bestätigen noch verneinen“, sagte Neusiedl-Manager Lukas Stranz. Der Klub hat von den Behörden noch keine konkreten Informationen erhalten. Der Vereinsverantwortliche glaubt, dass das ermittlungstaktische Gründe hat. Auf Eigeninitiative kam der SC Neusiedl auf das Bundeskriminalamt zu. Am Montagvormittag kommt es zum Austausch. „Wir wollen dieses Gespräch abwarten, erst danach können wir Fakten vorlegen“, sagte Stranz. Im Anschluss spricht Neusiedl-Obmann Peter Eigl beim ÖFB vor.

Spieler seit Juli unter BKA-Beobachtung?

Die betroffenen Neusiedl-Spieler sollen schon seit Juli unter Beobachtung der Behörden stehen. Dabei soll es auch zu Telefonüberwachungen gekommen sein. Als Drahtzieher der Manipulation gilt der Vater des Stürmers, dem vorgeworfen wird, die Wetten platziert zu haben. Sollten sich die Vorwürfe des Wettbetrugs bestätigen drohen Haftstrafen von mehreren Jahren. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

ÖFB arbeitet mit den Behörden zusammen

Vom ÖFB wird eine lückenlose Aufklärung des Sachverhaltes gefordert. „Die von den Behörden getätigten Schritte sind ein Resultat der intensiven Kooperationen von Beamten des Bundeskriminalamtes, Experten der Firma Sportradar und des Play-Fair-Codes sowie beim ÖFB“, hieß es in einer Aussendung.

ÖFB-Generalsekretär Thomas Hollerer betont: „Integrität im Sport ist ein hohes Gut, egal ob in der obersten Spielklasse oder in den Regionalligen. Daher haben wir uns auch entschlossen, ganz genau hinzusehen und die dritthöchste Leistungsstufe neben den vom Play-Fair-Code laufend durchgeführten Präventionsschulungen seit Saisonbeginn auch von Sportradar auf potentiell verdächtige Vorgänge monitoren zu lassen. Dank der sorgfältigen Ermittlungen des Bundeskriminalamtes konnte nunmehr im Rahmen unserer Null-Toleranz-Politik bei möglichen Spielmanipulationen ein wichtiger Schritt gesetzt werden.“

Ob nur die Spieler, oder auch die betroffenen Vereine im Falle einer Verurteilung mit einer Strafe rechnen müssen, wird ermittelt.

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