Hoeneß sitzt mit Mördern im Gefängnis

Gefährliche Häftlinge

Hoeneß sitzt mit Mördern im Gefängnis

Warnung vor Übergriffen auf Ex-Bayern-Boss. Staatsanwaltschaft verzichtet auf Revision.

In rund acht Wochen wird Steuersünder Uli Hoeneß seine dreieinhalbjährige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Landsberg antreten. Dann beginnt für den langjährigen Bayern-Boss wohl die schwerste Zeit seines Lebens. In der JVA sitzen nicht nur "harmlose" Betrüger sondern auch rund 30 Mörder, Totschläger, Kinderschänder und andere Gewalttäter.

Darunter auch der in Deutschland als "Krailing-Killer" bekannte Thomas S. Der heute 53-Jährige tötete seine beiden Nichten, um an das Erbe der Schwägerin zu kommen. Bei seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft 2012 wurde er vom Gericht als sehr gefährlich eingestuft.

Hoeneß in Gefahr?
Die härtesten Fälle der JVA Landsberg sitzen im 1. Zellentrakt ein, Hoeneß wird ihnen beim Hofgang oder bei Gemeinschaftsveranstaltungen über den Weg laufen. Für Joe Bauch - Arzt in einer deutschen JVA - eine nicht zu unterschätzende Gefahr. "Wer Herrn Hoeneß etwas antut, wäre über Nacht berühmt", warnt der Mediziner im Spiegel vor Übergriffen.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung warnt der Berliner Strafrechtler vor Attacken auf den Promi-Insaßen. "Herr Hoeneß darf niemals unbeaufsichtigt sein, denn Übergriffe sind überall an der Tagesordnung. Für die Anstalt ist er ein Risiko-Kandidat. Eine Trenn-Verfügung könnte sichern, dass er von Neidern oder Rivalen ferngehalten wird."

Staatsanwalt verzichtet auf Revision
Die Münchner Staatsanwaltschaft gab am Montag bekannt, keine Rechtsmittel gegen das Urteil gegen Uli Hoeneß einzulegen. Damit wird die Entscheidung des Landgerichts München demnächst rechtskräftig und es steht endgültig fest, dass der langjährige Präsident des FC Bayern München ins Gefängnis muss.

"Die Staatsanwaltschaft München II wird im Strafverfahren gegen Ulrich Hoeneß wegen Steuerhinterziehung keine Revision gegen das Urteil des Landgerichts München II vom 13.03.2014 einlegen", hieß es in einer Mitteilung. Das Gericht hatte den inzwischen zurückgetretenen Bayern-Clubchef am vergangenen Donnerstag wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte fünfeinhalb Jahre Haft für den 62-Jährigen gefordert.

Diashow: Hoeneß-Prozess in München