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Innsbrucker "Feldsturm" wird später verhandelt

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Das einzige Positive aus Tiroler Sicht war am Wochenende der erstmalige Besuch Theo Grüners nach seiner Nieren-OP im Stadion.

Die unschönen Vorkommnisse kurz vor Ende der Bundesliga-Partie Wacker Innsbruck - SV Ried (0:1) haben ein Nachspiel vor dem Bundesliga-Strafsenat. Weil über Entscheidungen des Schiedsrichters erzürnte Wacker-Fans von der Nordtribüne den Rasen gestürmt hatten, die Partie für knapp sieben Minuten unterbrochen war und dies alles der Unparteiische Michael Robitsch in seinem Bericht zur Anzeige gebracht hat, müssen sich die Fußball-Richter mit dem "Fall" beschäftigen.

Zwischen 250 und 50.000 Euro Strafe
Ursprünglich hätte sich der Strafsenat mit den Innsbrucker Ereignissen am Montag (ab 17:00 Uhr) beschäftigen sollen, doch die Innsbrucker baten um Verschiebung, weil sie nicht so kurzfristig nach Wien reisen konnten. Der "Fall" wird nun zu einem späteren Termin behandelt werden. Der Strafrahmen für mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen reicht laut Auskunft von Bundesliga-Pressesprecher Christian Kircher von einer Geldstrafe zwischen 250 und 50.000 Euro bis zu einer befristeten Stadion-Sperre.

Drei Tiroler vom Schiedsrichter angezeigt
Der bald 40-jährige Steirer Robatsch, der erst zweimal in der Bundesliga zum Einsatz kam, hatte im turbulenten Finish den Tiroler Trainer Lars Söndergaard wegen heftiger Elfer-Reklamationen (85.) auf die Tribüne verbannt, den Innsbrucker Saltuari wegen Insultierung (88. Minute) ausgeschlossen und nach dem Ende dessen Teamkollegen Thomas Eder wegen eines Tritts gegen die Schiri-Kabinen-Tür ebenfalls angezeigt. Hingegen bleiben angebliche Provokationen von Ried-Torhüter Berger ungeahndet.

Hoffen auf mildes Urteil
Wacker-Obmann Gerhard Stocker hofft auf ein mildes Urteil. "Weil ja niemand tätlich angegriffen wurde und die Fans, als wir mit ihnen sprachen, auch sofort auf die Tribüne zurückgekehrt sind." Froh ist Stocker, dass es nur zu einer Unterbrechung und nicht zu einem Spielabbruch kam. Das wäre dann wirklich eine "Katastrophe" gewesen.

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Dass der Ordnerdienst versagt habe, lässt er nicht gelten: "Das ganze war ja nicht vorhersehbar. Da hat sich überhaupt nichts aufgeschaukelt." Es habe nichts mit Fußball zu tun, wenn vor jeder Tribüne dicht gedrängte Ordner und Polizisten stünden. Stocker ist auch gegen große Gitter. "Denn das wäre wie ein Käfig."

Obmann sucht Gespräch mit Fans
In dieser Woche will Stocker, dem die Vorfälle viel Geld kosten werden, das Gespräch mit den Anhängern suchen. Er bleibt aber dabei, dass Fans des Vereins weiterhin im FC Wacker integriert sind. So etwas wie Sonntag dürfe es nicht geben. Söndergaard trauert noch immer den zwei nicht gegebenen Elfern nach. "Jetzt häufen sich die Situationen, in denen die Schiedsrichter ganz klar gegen uns sind", klagte der Däne, dessen Truppe sieglos das Tabellenende ziert.

Theo Grüner nach Nieren-OP wieder im Stadion
Auch wenn in Innsbruck aufgrund der Tabellensituation und der jüngsten Ausschreitungen die Nerven blank liegen, so hatte der unschöne Fußball-Abend auch menschlich Positives gebracht. Der an Krebs erkrankte Innsbrucker Spieler Theo Grüner hielt erstmals nach seiner Nierenoperation seinen Kameraden von der Tribüne aus die Daumen. Ein schöneres Ende als das 0:1 und den "Feldsturm" der Fans hätte seiner Genesung wohl besser getan.

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