Blatter versprach Mongolei WM 2050

Irrer Vorwurf

Blatter versprach Mongolei WM 2050

Englische Medien graben jetzt täglich neue Skandal-Storys um FIFA-Boss aus.

Schon vor der Farce-Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten war England einer der größten Gegner von Sepp Blatter. Jetzt, nach der Wiederwahl, gibt es kein Halten mehr: Von Prinz William über Premier David Cameron und selbstredend der FA macht praktisch die ganze Insel Stimmung gegen den ungeliebten Schweizer. Kein Wunder, dass da die wenig zimperlichen britischen Tabloids nur allzugerne mitmachen.

+++ Prinz William fordert mehr Druck auf Blatter +++

Die Daily Mail hat jetzt einen ganz irren Vorwurf gegen Blatter - und untermauert diesen auch mit angeblichen Beweisbildern. Bereits 2011 soll Blatter der Mongolei im Gegenzug für Stimmen bei der damaligen FIFA-Präsidentenwahl die Fußball-WM 2050 versprochen haben!

Die Daily Mail veröffentlicht dazu Bilder, die einen eingerahmten Zettel Papier zeigen, auf dem steht, dass die Mongolei zusätzlich noch den Asien-Cup 2035 veranstalten soll. Gezeichnet ist das Ganze angeblich mit den Unterschriften von Sepp Blatter und Tsakhia Elbegdor, dem Staatspräsidenten der Mongolei.

Neuer Rundumschlag von Blatter
Blatter setzt die Attacken gegen UEFA-Chef Michel Platini und den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach mit Berichten aus persönlichen Gesprächen fort. Franz Beckenbauer, der ihn nach seiner Wiederwahl zum FIFA-Präsidenten verteidigte, benutzt er dabei als Kronzeugen.

Video: Das sagte Blatter nach der Wahl



"Ich habe mit Franz Beckenbauer telefoniert. Er sagte mir, er jedenfalls habe den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet, weil der gegen mich stimmte", sagte Blatter in einem Interview der Schweizer Zeitung "Sonntagsblick". Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte verwundert auf diese Aussage des kritisierten FIFA-Chefs. "Keine Ahnung, wie Blatter auf sowas kommt, ein Telefonat mit dem Inhalt hat überhaupt nicht stattgefunden. Im Übrigen war es ein Beschluss des gesamten DFB-Präsidiums, für den Wechsel an der FIFA-Spitze zu stimmen", sagte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

Beckenbauer widerspricht Blatter
Franz Beckenbauer hat den Aussagen von FIFA-Präsident Joseph Blatter über ein Gespräch mit DFB-Chef Wolfgang Niersbach widersprochen. "Ich habe mit Wolfgang Niersbach freundschaftlich diskutiert", sagte Beckenbauer der "Bild"-Zeitung am Sonntag.

Zuvor hatte Blatter gesagt, dass Beckenbauer ihm von einem Gespräch mit Niersbach berichtet hatte, in dem jener "den deutschen Verbandspräsidenten zusammengefaltet" hätte. Grund hierfür soll die Unterstützung des DFB für Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein gewesen sein. "Von Zusammenfalten kann überhaupt keine Rede sein", sagte Beckenbauer dazu. "Es steht mir auch nicht zu, einen DFB-Präsidenten zusammenzufalten. Wolfgang Niersbach und ich haben ein herzliches und offenes Verhältnis."

+++ Blatter schwört Rache +++

Platini-Angebot abgelehnt
Über Platini erzählte Blatter, dass dieser ihm bei dem Vier-Augen-Gespräch in seinem Büro in der FIFA-Zentrale zur Mittagszeit am Donnerstag vorgeschlagen habe, "einen guten Whisky unter Freunden" zu trinken. Dies habe er abgelehnt. Anschließend habe ihm der Franzose offenbar eine goldene Brücke bauen wollen: "Und dann meinte er allen Ernstes: 'Sepp, du machst den Kongress und am Schluss gibst du bekannt, dass du zurücktrittst. Du bekommst ein gigantisches Fest und dein Büro hier bei der FIFA kannst du behalten.'"

+++ So reagiert die Presse auf Blatters Wiederwahl +++

Eine Reaktion von Platini hierzu gab es vorerst nicht. Blatters Aussagen belegen jedoch, dass der Konflikt mit den Gegnern der UEFA noch lange nicht ausgestanden ist. Platini und Niersbach hatten sich neben US-Verbandschef Sunil Gulati nach dem jüngsten Korruptionsskandal um mehrere aktuelle und frühere FIFA-Funktionäre am deutlichsten gegen Blatter positioniert.