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Katerstimmung bei Bayern schon vor Wiesn-Besuch

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Die Bayern sind erstmals seit über 20 Jahren vier Liga-Spiele in Serie ohne Sieg geblieben. Die größte Krise des deutschen Serienmeisters kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Der erste Besuch am Münchner Oktoberfest nach jenem im Herbst 2019 wird für den FC Bayern kein heiter-beschwingter Auftritt. "Wenn die Mannschaft hingeht, dann muss ich mit", sagte Trainer Julian Nagelsmann nach der 0:1-Niederlage beim FC Augsburg."Grundsätzlich habe ich keine Lust." Viel lieber würde der Coach nach den Gründen für die akute Formschwäche seines Ensembles fahnden. Ist das neue, flexible Bayern-System mit vielen offensiven Kräften etwa schon entschlüsselt?

"Entschlüsselt weiß ich nicht, aber pariert schon einige Male", beantwortete Sportvorstand Hasan Salihamidzic die am Samstag mehrfach gestellte Frage. "Aus vier Spielen drei Punkte - da weiß ich nicht, ob mir die Maß schmeckt", meinte der Ex-Profi in Hinblick auf den geplanten Wiesn-Besuch am Sonntag. Man habe große Probleme, "wenn es auf die Socken gibt. Da müssen wir einfach besser dagegenhalten", forderte der 45-Jährige. "Weil so können wir die Spiele in der Bundesliga nicht gewinnen."

"Ungemütliche Länderspielpause"

Vier Liga-Spiele ohne Bayern-Sieg gab es zuletzt vor über 20 Jahren - damals war Ottmar Hitzfeld noch Trainer der Münchner. Die Fassung, die Hitzfeld nach Enttäuschungen wahrte, muss Nagelsmann noch lernen. Grimmig und im Telegrammstil kommentierte er im Presseraum der Augsburger Arena die erste Saison-Niederlage. In der anstehenden Länderspielpause wolle er nun viel nachdenken.

"Über alles denke ich nach. Über mich. Über die Situation. Über alles", sagte er bockig und beklagte mehrere Male die fehlende Effizienz seiner Spieler. Deren Vorstellung nannte er "einfach sehr Laissez-faire". Thomas Müller machte ein 10:2 für Bayern als mögliches Ergebnis aus, räumte aber auch die insgesamt schwierige Situation ein: "Der Trend ist katastrophal, wenn man aus vier Spielen keines gewinnt." Das sei ein Trend, der "nichts Gutes" bedeute, sagte sein Trainer.

Die Niederlage wird länger nachwirken in München. "Jetzt wird es erst einmal eine ungemütliche Länderspielpause", sagte Leon Goretzka, der für ÖFB-Teamspieler Marcel Sabitzer im zentralen Mittelfeld begann. Danach kann es aber auch noch unruhiger werden: Bayer Leverkusen zu Hause und Borussia Dortmund auswärts sind die nächsten Bundesliga-Aufgaben.

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