FIFA-Skandal: Ausreiseverbot für Blatter

Er soll verhört werden

FIFA-Skandal: Ausreiseverbot für Blatter

FIFA-Skandal zieht immer weitere Kreise.

Wird es jetzt auch für FIFA-Boss Sepp Blatter ernst? Am Mittwoch, nach der Razzia gegen hohe FIFA-Funktionäre, soll der Schweizer noch relativ "entspannt" gewesen sein. Er "tanze zwar nicht in seinem Büro", so Medienchef De Gregorio, aber er freue sich darüber, dass endlich aufgeräumt wird. Einen Tag später schaut das schon ganz andes aus: Wie britische Medien berichten, soll über Blatter eine Ausreiseverbot aus der Schweiz verhängt worden sein. Die Behörden wollen den 79-Jährigen in den nächsten Tagen ebenfalls zu den Vorfälle verhören.

Von Schweizer Medien kommt dahingehend nun ein Dementi, der FIFA-Boss soll angeblich auch nicht verhört werden.

Details der FIFA-Anklage 1/7
Auf 161 Seiten zeichnen die US-Behörden in ihrer Anklage gegen 14 Beschuldigte ein erschreckendes Bild der Korruption im Weltfußball. In dem Schriftstück werden die einzelnen Schemata aufgeschlüsselt, wie im Geflecht von Bestechung, Schmiergeld und Geldwäsche die Summen steigen und immer mehr Funktionäre mitverdienen. Eine Auswahl aus Sicht der US-Justiz:

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Blatter versteckt sich
Dass nicht mehr alles eitel Wonne bei Blatter ist beweist auch, dass der FIFA-Boss alle rund um den FIFA-Kongress geplanten Auftritte abgesagt hat. Ursprünglich hätte Blatter beim traditionellen Medizin-Kongress der FIFA im Vorfeld des Hauptkongresses nicht nur anwesend sein, sondern auch die Begrüßungsansprache halten sollen.

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Einen Auftritt Blatters beim Treffen der europäischen Fußball-Verbände am frühen Nachmittag in einem Hotel in Zürich wird es nach Agentur-Informationen ebenfalls nicht geben. Klar, dass sich Blatter bei den nun aufmunitionierten "Revoluzzer" der UEFA nicht mehr sehen lassen will, als unbedingt notwendig. Sprich: Nur bei den offziellen FIFA-Terminen an diesem Wochenende.

Erster offizieller Termin des Schweizers sei die Kongresseröffnung um 17.00 Uhr in einem Theater in Zürich, hieß es.

UEFA fordert Wahl-Verschiebung
Die UEFA-Spitze hatte am Mittwoch eine Verschiebung der für Freitag geplanten Präsidentschaftswahlen zwischen Blatter und seinem Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein gefordert und sogar einen Boykott nicht ausgeschlossen. Üblicherweise besucht der FIFA-Chef alle Konföderationssitzungen vor einem Kongress.

Bei dem UEFA-Meeting vor dem Kongress 2014 in Sao Paulo war es dabei erstmals zu einem offen ausgetragenen Disput zwischen Blatter und führenden UEFA-Funktionären gekommen. Blatter hatte dies später als schlimmste Brüskierung seiner Laufbahn bezeichnet.

Diashow: Das sind die verhafteten FIFA-Bosse

Jeffrey Webb (Cayman Islands), Vize-Präsident des Exekutiv-Komitees und "Ziehsohn" von Sepp Blatter

Eugenio Figueredo (Uruguay), bis vor kurzem Präsident des südamerikanischen Fußballverbands

Eduardo Li (Costa Rica)

Julio Rocha (Nicaragua) - im Bild links - ist bei der FIFA zuständig für Entwicklung und Präsident des nicaraguanischen Fußballverbandes.

Rafael Esquivel (Venezuela)

Jose Maria Marin (Brasilien)

Costas Takkas (Großbritannien) ist der Attaché des CONCACAF-Präsidenten Webb. (FOTO: Symbolbild)

Jack Warner (Trinidad Tobago), Ex-FIFA-Vizepräsident und Präsident der karibischen Fußballunion.

Nicolas Leoz (Paraguay), Ex-CONMEBOL-Präsident