Im mutmaßlichen Betrugsskandal um den italienischen Schiedsrichter-Koordinator Gianluca Rocchi hat sich nun auch Italiens angehender Fußball-Meister geäußert. Tabellenführer Inter Mailand dementierte Gerüchte, wonach man durch Rocchi bei Matches begünstigt worden sei.
"Wir haben keine Schiedsrichter, die wir mögen oder nicht mögen", sagte Inter-Präsident Giuseppe Marotta (Bild oben) zu Sky vor dem 2:2 von Inter beim FC Torino.
Der Club jedenfalls habe stets "mit größter Integrität gehandelt". Rocchi soll laut den Vorwürfen der Mailänder Staatsanwaltschaft versucht haben, VAR-Entscheidungen zu beeinflussen. Zudem soll er Schiedsrichter eingesetzt haben, die Inter wohlgesonnen gewesen seien. Im Fokus stehen Spiele der aktuellen und der vergangenen Saison - nicht nur jene der Mailänder.
Mehrere Matches unter Verdacht
Konkret wird Rocchi etwa vorgeworfen, einen Schiedsrichter für das Spiel von Inter bei FC Bologna im April 2025 ausgewählt zu haben, weil dieser bei Inter geschätzt gewesen sei. Rocchi weist die Vorwürfe pauschal zurück. In einer Stellungnahme erklärte er, er sei überzeugt, vollständig entlastet zu werden. Er soll am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft befragt werden.
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Unterdessen hat auch die rechte Regierungspartei Lega um Vizepremier Matteo Salvini die Einsetzung eines Kommissars für den italienischen Fußballverband FIGC gefordert. Begründet wurde dies damit, dass "der italienische Fußball noch nie so in Schwierigkeiten war - zwischen Skandalen und einer Serie sportlicher Misserfolge". Die Nachfolge des infolge der verpassten WM zurückgetretenen Verbandspräsidenten Gabriele Gravina ist offen.