Sturm Graz hofft im Heimspiel gegen Brann Bergen auf einen versöhnlichen Abschluss aus der Europa-League. Mit vier Punkten aus sieben Partien hat man vor der letzten Ligaphasen-Runde keine Chance mehr auf die Top 24, dennoch versprach Trainer Fabio Ingolitsch volles Engagement seiner Mannschaft.
"Die Fans sollen mit einem Lächeln nach Hause gehen", sagte der 33-Jährigevor dem Duell am Donnerstag (21.00 Uhr/live auf ServusTV, Sky & im OE24-Liveticker). Ingolitschs zweites Pflichtspiel als Sturm-Trainer ist gleichzeitig sein erstes vor Heimpublikum. "Ich freue mich riesig, in Graz loszulegen." Für den Salzburger ist es der erste Auftritt als Coach in der Liebenauer Arena. "Daher bin ich besonders auf die Atmosphäre gespannt." Bis Mittwoch waren etwa 13.000 Karten abgesetzt.
Die Fans sollen im Vergleich zum 0:3 in der Vorwoche bei Feyenoord eine Steigerung zu sehen bekommen. "Wir müssen mutiger auftreten und speziell mit dem Ball das Heft stärker in die Hand nehmen", forderte Ingolitsch. Die Darbietung in Rotterdam sei analysiert und abgehakt. "Die Mannschaft hat selbstkritisch die Probleme in diesem Spiel erkannt, jetzt wollen wir einen Schritt in die richtige Richtung gehen."
Gedanken an das 1:0 gegen Leipzig
Die aktuelle Situation ähnelt leicht jener vom Vorjahr, als Sturm vor dem letzten Champions-League-Spiel ebenfalls schon fix out war, dann aber einen 1:0-Heimsieg über RB Leipzig landete. Goldtorschütze gegen die Sachsen war Arjan Malic. "Ich kann mich noch gut daran erinnern. So wie damals wollen wir auch diesmal eine gute Leistung bringen", erklärte der Außenverteidiger.
Bereits drei Tage nach dem Duell mit Brann steht für Sturm das wichtige Cup-Viertelfinale auswärts gegen Ingolitschs Ex-Club Altach auf dem Programm. Deshalb werde man gegen die Norweger allerdings nicht im Energiesparmodus unterwegs sein, betonte der Coach. "Wir haben das Altach-Spiel nicht im Hinterkopf. Unser voller Fokus liegt immer auf dem nächsten Match. Außerdem ist es ein Privileg, in der Europa League zu spielen."
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Im Gegensatz zu Sturm hat Brann noch die Chance auf den Einzug in die K.o.-Phase. Die Norweger liegen mit neun Punkten an der 22. Stelle - ein Sieg, möglicherweise auch ein Remis würden fürs Play-off reichen. In dieser Europacupsaison schied der Verein aus Bergen zwar in der zweiten Champions-League-Qualirunde gegen Red Bull Salzburg mit dem Gesamtscore von 2:5 aus, schaffte es dann aber in die Europa-League-Ligaphase, wo man Siege gegen Utrecht und die Glasgow Rangers sowie Unentschieden gegen Bologna, PAOK Saloniki und Midtjylland holte.
Ingolitsch hat großen Respekt vor Brann
Das Heim-3:3 gegen Midtjylland vor einer Woche war Branns erste Bewerbspartie seit Ende November, als man die norwegische Ganzjahresmeisterschaft als Vierter abschloss. Die neue Ligasaison beginnt erst wieder Mitte März. Dass der dreifache norwegische Meister wohl noch mitten in der Vorbereitung steckt, ändert laut Ingolitsch nichts an dessen Qualität. "Sie kommen nicht in erster Linie über die individuelle Stärke der Spieler, die sie natürlich auch haben, sondern verstärkt über Kollektiv, Struktur, Mentalität, gute Standards und gute Physis", warnte Ingolitsch. Sein Team hat die vergangenen drei Pflichtspiele und sechs der jüngsten acht Partien verloren.