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Wiener Derby

Kampf und Krampf waren Trumpf

Kämpferisch top, spielerisch mau - das 1:1 zwischen Rapid und Austria war fast ein logisches Resultat.

Im Fußball werden hochgesteckte Erwartungen des Öfteren nicht erfüllt. So geschehen auch am Sonntag im Hanappi-Stadion, wo knapp 17.000 Zuschauer statt eines rassigen 279. Wiener Derbys ein biederes 1:1 in einem Nachzügler-Duell zwischen dem Neunten und dem Achten vorgesetzt bekamen.

Zwar beteuerte Rapid-Kapitän Martin Hiden, dass sich im Match gegen die Austria die Tabellenplatzierungen beider Kontrahenten nicht widerspiegelten, doch selbst "Veilchen"-Coach Georg Zellhofer musste zugeben: " Das spielerische Niveau war nicht allzu gut."

Zellhofer dankt Rapid-Fans
Der Oberösterreicher, dem bei der Rückkehr an seine alte Arbeitsstätte Pfiffe des Rapid-Anhangs erspart blieben ("Dafür möchte ich mich bei den Fans bedanken, ich bin sehr fair behandelt worden") durfte sich trotz des Remis als heimlicher Sieger fühlen. "Wir wollten einen Punkt machen, das haben wir geschafft. Für die Moral ist das sehr wichtig."

Austria-Einstellung passte
Besonders zufrieden war Zellhofer mit der Einstellung seiner Spieler, die erst am Donnerstag ein 0:3 in Amsterdam gegen Ajax zu verkraften hatten. "Vom körperlichen Bereich her war es für uns eine irrsinnige Überwindung, aber wir waren bereit, uns zu quälen ", betonte der Betreuer, der sich über den günstigen Zeitpunkt des Ausgleichstreffers freute.

Kurz vor der Pause hatte Andreas Lasnik per Freistoß das 1:1 erzielt. " Für mich ist es wichtig zu sehen, dass man Vertrauen bekommt", erklärte der stärkste Mann auf dem Platz seine Steigerung seit dem Amtsantritt von Zellhofer.

Rapid-Akku ist leer
Während bei den Angriffsbemühungen der Austria wenigstens Lasnik hervorstach, blieb bei Rapid die gesamte Offensive über weite Strecken harmlos. "Wir haben einige junge Spieler, bei denen der Akku nach einer gewissen Zeit leer war", sagte der Hütteldorfer Coach Peter Pacult.

Pacult sieht Rapid im Aufwind
Der frühere 1860-Betreuer musste das Remis zähneknirschend zur Kenntnis nehmen. "Auf Grund des starken Windes war das Spiel nicht einfach. Wir müssen mit dem einen Punkt leben. Wir wollten zwar den Sieg, aber leider ist er nicht gelungen", meinte der Wiener, nach dessen Angaben sich die "Grün-Weißen" im Aufwärtstrend befinden.

Der könnte aber schon am Mittwoch wieder gestoppt werden, wenn Rapid auswärts gegen Schlusslicht GAK antritt - bei einer Niederlage wäre der Rekordmeister nach 16 Runden Letzter. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff wollte sich Pacult mit diesem Szenario noch nicht befassen. "15 Minuten nach dem Derby beschäftige ich mich noch nicht mit diesem Spiel."

Hofmann-Comeback am Wochenende?
Zwar noch nicht gegen den GAK, dafür aber am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Pasching könnte Steffen Hofmann sein Comeback nach überstandener Knieverletzung geben. Kapitän Hiden warnt jedoch dafür, in der Rückkehr des Deutschen die Lösung aller Probleme zu sehen. "Er wird viele Spiele brauchen, zu viel darf man von ihm nicht erwarten. Es darf ihm nicht ein zu großer Rucksack umgehängt werden ", forderte der ÖFB-Teamverteidiger.