Foda nur bis Sommer Sturm-Graz-Coach

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Foda nur bis Sommer Sturm-Graz-Coach

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Der Club spricht von zu hohen zusätzlichen Forderungen des Trainers.

Die Ära von Meistertrainer Franco Foda bei Sturm Graz wird 2012 nach genau sechs Jahren zu Ende gehen. Der Titelverteidiger der Fußball-Bundesliga und der Deutsche konnten sich nicht auf eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages einigen. Wie der Club am Sonntag - am Tag nach der 5:1-Galavorstellung gegen Austria Wien - mitteilte, sei die Forderung des 45-Jährigen nach einer jederzeitigen Ausstiegsklausel der eigentlich schon fix eingeplanten Übereinkunft im Wege gestanden.

"Fodas zusätzliche Forderung in Zusammenhang mit der Möglichkeit, jederzeit aus dem neuen Kontrakt auszusteigen, war für uns nicht akzeptabel", erklärte Sturm-Präsident Gerhard Stockenhuber in einer Aussendung. "Es liegt nicht im Sinne des Vereines, einen Vertrag abzuschließen, bei welchem der Trainer schon von Beginn weg an seinen Ausstieg denkt."

Inhaltliche Differenzen
Foda wollte inhaltlich auf die Differenzen nicht näher eingehen. "Ich rede nicht über Details. Wichtig ist mir nur, dass es nicht um finanzielle Dinge gegangen ist", sagte er am Rande des Sonntagstrainings. "Würde es mir ums Geld gehen, wäre ich schon lange nicht mehr bei Sturm", meinte Foda, der in der Vergangenheit mehrmals nicht nur als ÖFB-Teamchef, sondern auch als Betreuer von Kaiserslautern und Bochum ins Spiel gebracht worden war.

Eigentlich schien der Vertragsverlängerung nur mehr ein Formalakt zu fehlen. "Ich wollte schon am Montag (dieser Woche, Anm.) unterschreiben. Stattdessen hat es ein weiteres Gespräch mit Stockenhuber gegeben. Am Dienstag dann noch eines mit Johann Jauk (Vizepräsident und Finanzvorstand, Anm.)", erzählte Foda. "Daraufhin habe ich meine Konsequenzen gezogen und entschieden, nicht zu unterschreiben."

Sturm-Präsident Stockenhuber "betrübt"

Stockenhuber erklärte, dass die ursprüngliche Vereinbarung bereits vom Vorstand abgesegnet gewesen wäre. "Danach hat Foda eine weitere Forderung in die Vereinbarung hineinreklamiert, die wir so keinesfalls erfüllen können." Er finde die Entscheidung des Trainers betrüblich. "Es war mein ausdrücklicher Wunsch und mein vorrangiges Ziel, Foda auch für die kommenden Jahre an den SK Sturm zu binden."

Foda, bekannt als äußerst zurückhaltender Charakter, hielt mit seinem Ärger diesmal nicht hinter dem Berg. "In den letzten Wochen und Monaten sind viele Kleinigkeiten zusammengekommen. Es ist mir immer nachgesagt worden, ich hätte die Allmacht im Club. Das ist ein Blödsinn, das nervt mich. Ich habe nur die Vorgaben des Vorstands erfüllt", meinte Foda. "Mir geht die interne Nörgelei auf den Wecker, ich weiß nicht, wer da mit meiner Arbeit nicht zufrieden ist."

Foda: "Sparkurs wäre kein Problem gewesen"

Dass der Verein sparen müsse, wäre für ihn kein Problem gewesen. "Ich hätte sogar eine weitere Budgetreduzierung, die geplant ist, mitgetragen. Wie ich schon in den vergangenen Jahren immer wieder Spielerverkäufe abgesegnet habe", behauptete Foda. "Ich bin immer von der Verlängerung ausgegangen, daher habe ich mir weitere Ziele gesetzt. In den nächsten zwei Jahren wollte ich noch die Gruppenphase der Champions League erreichen."

Angesichts seiner langen Vereinstreue hafte dem Ende nun ein etwas bitterer Nachgeschmack an. "Ich war 15 Jahre beim Verein, habe alle Höhen und Tiefen miterlebt und mich von der Akademie hochgearbeitet", verwies er auf seine erfolgreiche Vergangenheit in Graz. Schon als Aktiver gehörte er um die Jahrtausendwende der erfolgreichen Sturm-Truppe von Trainer Ivica Osim an und brachte Sturm als Trainer bisher einen Cup-Sieg (2010) und einen Meistertitel (2011) ein.

Dennoch versprach Foda, dessen Sohn Sandro ebenfalls im Kader der "Blackies" steht, sich bis Saisonende einzig auf Sturm zu konzentrieren. "Ich arbeite mit vollem Elan und seriös bis zum Schluss weiter. Die Top-Vier bleiben weiter das erklärte Ziel. Ich glaube, ich kann dieser Saison noch viel erreichen und mit Sturm ganz vorne mitspielen. Da ist schon einiges drin."

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