Klose ließ eigenes Tor aberkennen

Lob für DFB-Stürmer

Klose ließ eigenes Tor aberkennen

Italien lobt Lazio-Stürmer, nachdem der sein eigenes Hands dem Referee meldete.

Miroslav Klose hat am Mittwoch mit Lazio Rom das Spitzenspiel gegen Napoli mit 0:3 verloren, aber die Herzen der Fußballfans in Italien gewonnen. Als fairer Sportsmann ließ der deutsche Nationalspieler in der fünften Serie-A-Runde sein bereits gegebenes Tor vom Schiedsrichter annullieren. Der 34-jährige Stürmer gab zu, dass er bei seinem Treffer mit der Hand am Ball war. Umso bemerkenswerter war die Geste, weil es nicht etwa der Treffer zum 1:3 gewesen wäre, sondern die 1:0-Führung in der dritten Minute.

Klose "verdient Preis"
"Dafür verdient er einen Preis", sagte Napoli-Kapitän Paolo Cannavaro. Genauso wie fast alle anderen Napoli-Spieler war er nach der überraschenden Aussage des Deutschen auf ihn zugelaufen und hatte ihn voller Respekt zum Dank umarmt. "Bravo!", meinte auch Neapels Coach Walter Mazzarri.



In einer von Ergebnismanipulationen und Wettskandalen erschütterten Serie A ist Kloses Aktion eine willkommene Abwechslung. "Bravo Klose, was für eine schöne Geste", titelte die "Gazzetta dello Sport" am Donnerstag. Klose sei in einem kranken Fußball eine Anomalie.

Schon einmal so reagiert
Italiens größte Sporttageszeitung erinnerte daran, dass Klose auch schon einmal in der Bundesliga eine Schiedsrichterentscheidung zu seinen Ungunsten korrigiert hatte. Am 30. April 2005 hatte sich der damals noch für Werder Bremen spielende Angreifer geweigert, einen Elfmeter gegen Arminia Bielefeld anzunehmen, der nicht gerechtfertigt war. Damals gewannen die Bremer dennoch mit 3:0 - Klose wurde später mit Fair-Play-Preisen ausgezeichnet.

Cavani schießt Napoli an Tabellenspitze
Diesmal verlor Kloses Team mit 0:3. Alle drei Treffer erzielte Edinson Cavani in der 19., 31. und 64. Minute - für den Uruguayer die Saisontreffer drei bis fünf. Die Römer (9 Punkte) fielen damit auf den fünften Platz zurück. Die Süditaliener (13) hingegen übernahmen die Tabellenspitze. Da Titelverteidiger Juventus Turin (13) mit dem 0:0 am Dienstag bei Fiorentina (8) zum ersten Mal in dieser Saison Federn ließ, setzte sich Napoli bei Punktegleichheit dank der besseren Tordifferenz auf Platz eins.

Inter macht Boden gut
Inter Mailand (9) gewann am Mittwochabend dank Treffer von Alvaro Pereira (43.) und Antonio Cassano 2:0 bei Chievo und verbesserte sich hinter Sampdoria auf Rang vier. Die Genueser erkämpften mit zehn Mann ein 1:1 bei AS Roma (8). Gianni Munari glich in der 62. Minute die Führung der Römer durch Francesco Totti (35.) aus, der mit seinem 216. Liga-Tor zum drittbesten Jäger der Serie-A-Geschichte aufstieg. Auch der AC Milan (6) fand nach drei Niederlagen in den ersten vier Runden mit dem 2:0 gegen Cagliari wieder auf die Siegerstraße zurück und kletterte damit auf Rang 10.

Totti trägt sich in Geschichtsbücher ein
Francesco Totti ist seit Mittwoch drittbester Torschütze in der Serie A. Der Kapitän von AS Roma erzielte in der 5. Runde der italienischen Fußball-Meisterschaft beim 1:1 gegen Sampdoria Genua einen Treffer und hält nun bei 216 Toren in der höchsten Spielklasse Italiens.

Totti, der am Donnerstag seinen 36. Geburtstag feiert, schloss zu Giuseppe Meazza und Jose Altafini auf. Vor Totti, der all seine Tore für AS Roma erzielt hat, liegen nur noch Silvio Piola (290) und der Schwede Gunnar Nordahl (225).

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