Tiefpunkt

Laut Hickersberger Kritik gerechtfertig

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Dritte Niederlage im dritten Spiel: Wann findet Teamchef Hickersberger einen Ausweg aus der tristen Situation?

Über weite Strecken war das Spiel gegen die Ungarn wie ein Offenbarungseid: Kein Feuer in der Mannschaft, kein Spieler, der Verantwortung übernehmen würde, die Abwehr schon nach wenigen Minuten sturmreif geschossen. Alibifußball in Reinkultur - und selbst der gespickt mit Fehlpässen auf kürzeste Distanz. Fast schon grotesk, dass Teamchef Hickersberger Fortschritte in der Taktik und Raumaufteilung gesehen haben will. Andererseits gestand Hickersberger am nächsten Tag ein, dass die " Kritik nach solcher Leistung auch in dieser Schärfe berechtigt" sei. Die spielentscheidende Szene war für Hickersberger der nicht verwandelte Elfer von Sanel Kuljic. Laut Hickersberger hätte die Mannschaft "nach zwei Niederlagen das Gefühl nicht loswerden können, dass wieder nichts gelingt".

Kein Herz
Ex-Teamchef Hans Krankl wurde viel vorgeworfen, unter ihm hat sich das Team jedoch wenigstens immer als Einheit und mit Herz präsentiert. Ansonsten wäre man gegen England und andere Kaliber wohl in schwere Debakel gelaufen. Unter Josef Hickersberger spielt das Team derzeit so, wie der Teamchef Interviews gibt: kühl, diplomatisch, ohne große Aufreger - und leider auch ohne großen Erfolg.

Stickler enttäuscht
ÖFB-Chef Friedrich Stickler musste die dritte Niederlage in Serie mit bitterer Miene hinnehmen: "Man verliert nie gerne und ich hätte mir heute einen Sieg gewünscht", presste der Lotterien-Boss danach ins Mikro und gab auch gleich Durchhalteparolen aus: "Mehr als arbeiten geht nicht, aber das werden wir."

"Hicke raus"-Sprechchöre
Besonders bitter müssen für den Teamchef die "Hicke raus"-Sprechchöre gewesen sein, die immer wieder durch die Grazer UPC-Arena schallten. Der Vertrauensvorschuss der Fans ist schon nach drei Spielen restlos aufgebraucht. Hickersberger wird eine dicke Haut - und vor allem viel Rückendeckung im ÖFB - brauchen, um die Verjüngungskur im Team trotz fehlender positiver Resultate durchzuziehen. Die Geduld der Öffentlichkeit ist endlich...

Bittere Realität
Vor dem Spiel hatte man die Ungarn als maximal auf einer Stufe mit dem österreichischen Team gesehen. Nach dem Spiel muss man diese Wertung wohl überdenken: "Wir waren um eine Klasse über die Österreicher zu stellen", diktierte Ungarns Teamchef Peter Bozsik den Journalisten nach dem Spiel in die Aufnahmegeräte. Bitterer Nachsatz: "Ich habe die Österreicher nicht besser und nicht schlechter erwartet."

Letzte Chance Vierländerturnier?
Als nächster Prüfstein steht für Österreichs Team das Vierländerturnier mit der Schweiz, Venezuela und Costa Rica am Programm. Trotz aller Versicherungen von Seiten des ÖFB, dass Hickersberger bis zur Euro 2008 bleibt, vielleicht schon die letzte Möglichkeit Hickersbergers, seinen Trainerstuhl zu retten. Setzt es bei diesem Turnier wieder nur Niederlagen, wird es wohl kaum eine Möglichkeit geben, diesen Teamchef zu halten.

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