Das Tauziehen um den Grand Prix von Bahrain am 12. April spitzt sich zu. Nach Angriffen mit Raketen und Drohnen im Nahen Osten wackelt die Austragung des Formel-1-Rennens massiv.
Der Terminkalender der Königsklasse wackelt gewaltig: Für das geplante Rennen am Sonntag, 12. April, muss bis Freitag, 20. März, eine endgültige Entscheidung getroffen werden. Danach ist es logistisch nicht mehr möglich, das Personal und das gesamte Material rechtzeitig in den Golfstaat zu bringen. Hintergrund der Unsicherheit ist der anhaltende Krieg im Nahen Osten, von dem auch Bahrain direkt betroffen ist.
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Angriffe treffen Teamhotel
Bei Angriffen durch iranische Raketen und Drohnen wurden in Bahrain unter anderem ein Wohnhaus sowie das Crowne Plaza Manama getroffen. Das Gebäude dient als Teamhotel für den Rennstall Williams. Zudem gab es Einschläge in einem Ölfeld und einem Wasserentsalzungswerk, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Zwar konnten etliche Geschosse der Mullahs abgefangen werden, die Verunsicherung im Fahrerlager ist jedoch groß. Aktuell wird dort bereits von einer Absage ausgegangen.
Finanzieller Poker um Absage
Die Frage, wer das Rennen offiziell streicht, ist eine finanzielle Herausforderung. Sollte der Veranstalter den Grand Prix absagen, bleibt er auf den Kosten von geschätzten 40 Millionen Dollar (rund 34,7 Millionen Euro) sitzen. Erfolgt die Absage hingegen durch die Formel 1 selbst, entfällt die Ausrichter-Gebühr für Bahrain. Berichten zufolge verhandeln beide Seiten derzeit über einen finanziellen Kompromiss, um die Verluste aufzuteilen.
Ungewissheit auch in Saudi-Arabien
Auch das darauf folgende Rennen in Jeddah am Sonntag, 19. April, ist derzeit noch nicht gesichert. Saudi-Arabien betreibt hinter den Kulissen intensive Lobby-Arbeit und bietet sogar eigene Flüge für den gesamten Tross an. Trotz der Zusicherungen bezüglich der Luftabwehr-Systeme bleibt die Skepsis bei den Verantwortlichen groß. Zudem erschweren logistische Probleme die Planung: Ohne den vorherigen Stopp in Bahrain ist der pünktliche Transport des Materials nach Saudi-Arabien kaum machbar.
Keine Ersatzrennen geplant
Sollten Bahrain oder Saudi-Arabien tatsächlich aus dem Kalender gestrichen werden, wird es keinen Ersatz für diese Termine geben. Die TV-Verträge der Formel 1 sehen eine Mindestanzahl von 22 Rennen vor. Da der Kalender ursprünglich mehr vorsah, würde die Serie auch ohne diese beiden Läufe genau bei der vertraglich fixierten Anzahl von 22 Weltmeisterschaftsläufen landen.