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Müller-Wohlfahrt wirft bei Bayern hin

Müller-Wohlfahrt wirft bei Bayern hin
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Der Bayern-Mannschaftsarzt sah sich zu Unrecht Kritik ausgesetzt.
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Vor dem drohenden Aus in der Champions League vergrößert der spektakuläre Rücktritt von Club-Ikone Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt die Turbulenzen beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München. Der langjährige Vereinsarzt hielt sich am Tag nach seinem einschneidenden Schritt mit einer weiteren Stellungnahme aber zurück.

Bayern-Coach wortkarg
Als ein Grund gilt der Dauerkonflikt mit Trainer Pep Guardiola. Das zerstörte Vertrauensverhältnis ist - auf jeden Fall kurzfristig - nicht zu kitten. Fast vier Jahrzehnte war Müller-Wohlfahrt im Amt, kurz unterbrochen wurde dessen Wirken bei den Bayern nur nach Ärger in der nur zehn Monate währenden Amtszeit von Jürgen Klinsmann in der Saison 2008/09.

Guardiola wertete den Rücktritt als persönlichen Entschluss. "Es war seine Entscheidung", sagte der Coach des Fußball-Bundesligisten am Freitag. "Ich habe großen Respekt, ich kann diese Entscheidung nur respektieren", kommentierte er weiter. Weitere Details zu der überraschenden Trennung wollten die Münchner bei ihrer Spieltags-Pressekonferenz einen Tag vor der Partie bei 1899 Hoffenheim zunächst nicht nennen.

Ribery-Verletzung als Auslöser?
Das Verhältnis zwischen Guardiola und Müller-Wohlfahrt war weit mehr als angespannt. Vor allem bei der Behandlung des über ein Jahr verletzten Spaniers Thiago gab es hinter den Kulissen mächtig Ärger. Zwar beteuerten sowohl Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als auch Sportvorstand Matthias Sammer, dass es keine Probleme gebe. Aber alleine das Mimik- und Gestenspiel des katalanischen Starcoaches während einiger Bayern-Spiele stellte den gestandenen Mediziner doch auch bloß.

Spekuliert wurde im Rahmen des Rücktritts in Medien auch darüber, dass es zu einer Diskussion zwischen Rummenigge und Müller-Wohlfahrt gekommen sein soll. Klar ist: Den vom Verletzungspech verfolgten Bayern passen die vielen Ausfälle nicht. Befeuert wurde die Situation durch den langwierigen Ausfall von Franck Ribery nach dem Donezk-Spiel im März. Nach dessen Knöchelverletzung wurde zunächst nur eine kurze Pause bekannt gegeben, jetzt fehlt der Franzose immer noch.

Bayern-Stars vertrauen Müller-Wohlfahrt
Guardiola verwies zuletzt bei Nachfragen zum Gesundheitszustand stets kurz angebunden auf den Arzt. Dieser selbst wiederum hielt sich mit öffentlichen Einschätzungen betont zurück. Die Bayern-Stars vertrauen Müller-Wohlfahrt aber weiter, dürften auch nach seinem Ende auf der offiziellen Position "Mull" in seiner Praxis im Herzen der Stadt aufsuchen. Es gilt beim Club das Recht der freien Arztwahl.

Hoch im Kurs steht der von Stars aus allen Bereichen gerne aufgesuchte Müller-Wohlfahrt auch beim DFB. Joachim Löw setzt total auf den 72-Jährigen, lobt ihn immer wieder. Der Bundestrainer gibt seiner medizinischen Abteilung auch einen hohen Anteil am WM-Titel. Torwart Manuel Neuer und Kapitän Philipp Lahm - beide vom FC Bayern - wurden punktgenau zum ersten WM-Spiel in Brasilien fit. Auch das Risiko der Nominierung der lange verletzten Mittelfeldstrategen Bastian Schweinsteiger (FC Bayern) und Sami Khedira (Real Madrid) zahlte sich auf dem Weg zum Weltmeisterschaftstriumph aus.

Krach mit Klinsmann
Lobende Worte von Guardiola über Müller-Wohlfahrt sind dagegen nicht hängen geblieben. Der frühere Trainer des FC Barcelona, der zumindest im Fall des lange verletzten Thiago auch auf die Dienste eines Arztes an seiner früheren Wirkungsstätte gesetzt hatte, wünschte sich zudem einen präsenten Mediziner an der Säbener Straße. Dem kam der FC Bayern zu Jahresbeginn mit der Verpflichtung von Kilian Müller-Wohlfahrt nach.

Auch Klinsmann, der sich am Freitag auf Anfrage nicht äußern wollte, forderte bei seiner kurzen Bayern-Amtszeit 2008/09 einen ständigen Arzt am Vereinsgelände. Müller-Wohlfahrt ließ sich damals von seinen Aufgaben entbinden. Am Tag nach der spektakulären Trennung des FC Bayern vom ehemaligen Bundestrainer Klinsmann kehrte Müller-Wohlfahrt umgehend in das Amt des Teamarztes zurück. Damals übernahm auch Uli Hoeneß eine führende Rolle.

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