Kurz vor der Weltmeisterschaft in Nordamerika (11. Juni bis 19. Juli) gibt es überraschende Turbulenzen im Trainerstab des österreichischen Nationalteams.
Teamchef Ralf Rangnick verliert einen seiner engsten Vertrauten: Co-Trainer Lars Kornetka zieht es überraschend zurück in den Klubfußball – und mitten hinein in den Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Der 48-Jährige übernimmt ab sofort Eintracht Braunschweig und steht schon am Samstag im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf erstmals als Cheftrainer an der Seitenlinie.
Für Kornetka beginnt ein neuer Abschnitt: Nach Stationen als Co-Trainer bei RB Leipzig, Bayer Leverkusen, der PSV Eindhoven und zuletzt im Trainerteam des ÖFB übernimmt der 48-Jährige nun erstmals selbst Verantwortung als Cheftrainer. Trotz dieser neuen Aufgabe bleibt seine Verbindung zum österreichischen Nationalteam bestehen.
»Fühle mich dem ÖFB verbunden«
Während sich David Alaba und seine Teamkollegen auf die entscheidende Phase vor der Weltmeisterschaft vorbereiten, bleibt auch Kornetka weiterhin Teil des Trainerstabs. Der Deutsche, der Anfang 2026 seine Ausbildung zum Fußballlehrer beim DFB abgeschlossen hat, wird das ÖFB-Team bis einschließlich der WM begleiten.
„Mir bedeutet diese Aufgabe unglaublich viel, wir haben mit der WM-Qualifikation etwas Historisches erreicht“, betonte der 48-Jährige. „Die Möglichkeit, einen Cheftrainer-Posten bei einem Traditionsverein in Deutschland zu übernehmen, ist natürlich eine große Chance. Gleichzeitig fühle ich mich dem ÖFB und unserem gemeinsamen Projekt sehr verbunden. Für mich war von Anfang an klar, dass ich das Nationalteam auf diesem Weg nicht vorzeitig verlassen möchte. Deshalb bin ich auch Ralf Rangnick dankbar, dass er mir die Möglichkeit gibt, beides miteinander zu verbinden.“
Rangnick-Mann soll Turnaround einleiten
In Braunschweig hingegen zählt nur eines: der Klassenkampf. Der Traditionsverein steckt tief in der Krise. Tabellenplatz 15, punktgleich mit Greuther Fürth auf dem Relegationsrang – und seit fünf Spielen ohne Sieg. Am Dienstag zog der Klub deshalb die Reißleine und trennte sich von Trainer Heiner Backhaus. „Wir haben die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Wochen intensiv analysiert“, erklärte Sport-Geschäftsführer Benjamin Kessel. Am Ende habe die Überzeugung gefehlt, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.
Jetzt soll Kornetka den Turnaround schaffen. Keine Schonfrist, keine Eingewöhnungszeit – stattdessen sofortiger Druck und ein Verein, der dringend einen Befreiungsschlag braucht.