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Parits zieht bei Austria jetzt die Fäden

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Frank Stronach zieht die Konsequenzen aus dem Waregem-Debakel: Tommy Parits als neuer General Manager installiert.

Lange hat Frank Stronach dem Verfall "seiner" Wiener Austria zugesehen, jetzt handelt der Milliardär endlich wieder. Nach dem Uefa-Cup-Debakel gegen Waregem wurde umgehend Tommy Parits als neuer General Manager der Austria installiert.

Der 60-jährige Burgenländer war in den 60er und 70er Jahren Spieler bei der Austria, in den 80er Jahren fungierte Parits auch als Trainer der Veilchen und wurde 1985 mit dem Klub sogar Meister. Parits bestritt auch 27 Spiele für das Nationalteam.

Kraetschmer überrascht
Von der Bestellung Parits' war auch Manager Markus Kraetschmer überrascht. Er wurde von Stronach laut eigenen Angaben erst Freitag um 9 in der Früh über das Engagement von Partis informiert: "Er (Stronach, Anm.) hat mir gesagt, dass er diesen Schritt auch gesetzt hätte, wenn wir 5:0 gewonnen hätten."

Was darf Parits?
Über die genauen Befugnisse Parits' weiß Kraetschmer auch noch nicht genau Bescheid: "Ich sehe es so, dass er eine beratende Funktion einnehmen wird. Er hat von Stronach die klare Aufgabe, sich mit Alt-Austrianern zu unterhalten, wie man sie am besten in die Zukunft der Austria einbinden könnte."

Über Kraetschmer und Stöger gestellt
Mit der Funktion, die zuvor Toni Polster kurzfristig innehatte, soll Parits General Manager laut Kraetschmer nichts zu tun haben: "Sein Fokus ist ein anderer, er soll scih weniger ins operative Tagesgeschäft einmischen." Jedoch: Die Erkenntnisse, die Parits in den nächsten Wochen und Monaten zieht, weden wohl auch auf die Zukunft etlicher einflussreicher Personen im Klub Einfluss haben: "Parits wird eine Analyse machen und ein Konzept erstellen, dass über das Ende des Magna Betriebsführervertrags hinausgeht", erklärt Kraetschmer, "Ob in diesem Projekt die Namen Kraetschmer und Stöger vorkommen ist seine Sache."

Stronach von Parits überzeugt
In einer Presseaussendung erklärte Frank Stronach das Engagement von Parits so: "Als international erfahrener und erfolgreicher Spieler und Trainer ist er nicht nur ein Experte, sondern auch ein Mann mit 'Austria-Blut' in den Adern, dem die Zukunft der Austria ein großes Anliegen ist."

Parits Aufgabe wird es laut Stronach sein, "vernünftige und erfolgversprechende Zukunftskonzepte für die Austria zu entwickeln."

Parits voller Tatendrang
Thomas "Tommy" Parits freut sich über seine Bestellung und hat Großes vor, an dem vor ihm schon andere Austria-Größen gescheitert sind: "Ich möchte nicht im Alleingang arbeiten und werde daher sofort Gespräche mit Persönlichkeiten führen, deren Herz ebenfalls für die Austria schlägt und sie zur Mitarbeit einladen, damit wir gemeinsam eine gute Zukunftsbasis für die Austria schaffen können." Damit können ja wohl nur Polster und Prohaska gemeint sein. Die haben jedoch schon mehrfach klargestellt, dass sie mit der Austria nichts mehr zu tun haben wollen, solange Frank Stronach dort werkt.

Müssen Schinkels und Stöger gehen?
Interessant ist diese Entwicklung jedenfalls, was die Zukunft von Coach Schinkels und Sportchef Stöger betrifft. Vor allem Stöger hat jetzt mit Parits einen direkten Vorgesetzten aufgezwungen bekommen. Schinkels Weiterverbleib als Austria-Trainer wird wohl auch vom nächsten Meisterschaftsspiel in Salzburg abhängen. Gibt es dort eine ähnlich desolate Leistung wie gegen Waregem, dürfte Schinkels nicht mehr zu halten sein.

Häupl gegen Trainer-Wechsel
Wiens Bürgermeister und Kuratoriumsvorsitzender der Austria, Michael Häupl, sprach sich nach der Bestellung von Tommy Parits ("Ich schätze ihn als Person sehr" ) gegen einen Rauswurf von Frenkie Schinkels aus. Für Häupl stehe bis zum Jahreswechsel die Findung einer Gesamtstruktur für den Verein im Mittelpunkt: "Wenn das alles steht, werden die Fragen neu zu stellen sein, ob personell jeder an der richtigen Stelle ist."

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