Peter Schöttel neuer Rapid-Coach

Pacult-Nachfolger

Peter Schöttel neuer Rapid-Coach

Der Rekordmeister präsentierte am Montag Peter Schöttel als neuen Cheftrainer.


Abstimmen: Ist Schöttel die richtige Wahl?

Seit Montag ist es offiziell: Peter Schöttel wird ab kommender Saison neuer Cheftrainer von Rapid . Seine Verpflichtung mittels Zweijahresvertrags ist Teil einer Strukturreform in der sportlichen Führung, die den österreichischen Fußball-Rekordmeister wieder an die Spitze bringen soll. Der Rapid-Rekordspieler übernimmt auch die Sportdirektor-Agenden für die Kampfmannschaft im sportlichen Bereich, um wirtschaftliche und organisatorische Angelegenheiten kümmert sich Stefan Ebner, der vom Teammanager zum Sportmanager im Profi-Bereich aufsteigt.

Zum Sportmanager des Nachwuchsbereichs avancierte Carsten Jancker. Der Deutsche könnte so wie der aktuelle Interimscoach und künftige Amateure-Trainer Zoran Barisic phasenweise ins Training von Steffen Hofmann und Co. eingebunden werden.

Neues Co-Trainer-Team
Fix in der täglichen Trainingsarbeit dabei sind der derzeitige Ersatzgoalie Raimund Hedl (36 Jahre) als Tormanntrainer, Dritan Baholli (36) als Konditions- und offiziell erster Assistenz-Coach sowie Thomas Hickersberger (37), Sohn des Ex-Rapid-Meistermachers und ehemaligen ÖFB-Teamchefs Josef Hickersberger, als weiterer Co-Betreuer.

Letzteren hat der 44-jährige Schöttel in seiner Zeit als Vienna-Sportdirektor schätzen gelernt. Damals fungierte Hickersberger als Assistent von Peter Stöger. "Er kennt sich sehr gut im Fußball aus", sagte der neue Chefcoach über "Hicke junior". Baholli ist im Moment Schöttels Assistent beim SC Wiener Neustadt, schon vor drei Jahren arbeitete das Duo in der Ostliga beim Wiener Sportklub zusammen.

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Schöttel als Rapid-Coach präsentiert

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    "Leute, denen ich vertrauen kann"
    Schöttel ist von der Qualität seines Trainerstabs überzeugt. "Ich brauche Leute, denen ich vertrauen kann, die über große Fachkenntnis verfügen und die Loyalität zeigen. Denn ich weiß, dass der Trainerposten bei Rapid einer der reizvollsten, vielleicht sogar der reizvollste in Österreich ist."

    Druck auf neuem Führungsteam
    Allerdings ist der Job auch mit einer großen Erwartungshaltung der Öffentlichkeit verbunden. Eine Saison wie die aktuelle, in der Rapid einen internationalen Startplatz verpasst hat, kann sich Schöttel nicht erlauben, weshalb schon eifrig an der Mannschaft für das kommende Spieljahr gebastelt wird. "Es ist sehr vieles vorhanden, was eine gute Mannschaft auszeichnet - gute fußballerische Qualität oder Routine. Was fehlt, ist an der einen oder anderen Position eine gewisse Dynamik", meinte der Wiener.

    Burgstaller als Verstärkung
    Ein erster Schritt wurde laut Schöttel mit der Verpflichtung von Guido Burgstaller, den er aus Wiener Neustadt mitnimmt, bereits getan. Nun dürfte zumindest noch ein schneller Stürmer und möglicherweise auch ein Verteidiger kommen, parallel dazu der Kader aber um "drei, vier Spieler" (Schöttel) reduziert werden. "Rapid ist nicht im Europacup vertreten, da ist es klar, dass der Kader nicht so groß sein muss. Ich persönlich arbeite lieber mit weniger Spielern."

    Der 63-fache ÖFB-Internationale sprach bei seiner Präsentation auch über seine persönliche Fußball-Philosophie. "Ich lasse aus einer gewissen Grundordnung heraus spielen und und wünsche mir von den Offensiven Kreativität und Positionswechsel." Schöttel präferiert wie auch derzeit in Wiener Neustadt ein 4-2-3-1-System, will jedoch "speziell in Heimspielen" auch mit zwei Spitzen agieren.

    Letzte Konzentration auf Wr. Neustadt
    Vorläufig gilt die Konzentration aber noch den ausstehenden zwei Runden mit Wiener Neustadt, und da vor allem dem Heimspiel am Sonntag gegen Spitzenreiter Sturm Graz. "Ich habe als Wiener-Neustadt-Trainer nur gegen Sturm noch nie gewonnen. Auch die Niederlage im Cup-Finale vor einem Jahr gegen Sturm ist mir noch gut in Erinnerung. Es ist mein persönliches Ziel für das Ende meiner Tätigkeit bei Wiener Neustadt, Sturm zu schlagen", betonte Schöttel.

    Dienstantritt am 1. Juni
    Am 1. Juni kehrt der Ex-Verteidiger offiziell zu seinem "Herzensclub" zurück, für den er 524 Pflichtspiele - so viele wie kein anderer Kicker - absolvierte und mit dem er dreimal Meister und zweimal Cupsieger wurde. Nach dem Ende seiner Spielerkarriere war der Absolvent der Bundesliga-Sportmanagement-Akademie Amateure-Trainer und ab 2003 Sportsdirektor, ehe er im Herbst 2006 - gut ein Jahr nach Meistertitel und Champions-League-Teilnahme - abtrat.

    Es folgten Engagements beim Wiener Sportklub (2007-2008/Trainer), bei der Vienna (Sportdirektor 2009) und seit Jahresbeginn 2010 als Coach des SC Wr. Neustadt. Dazwischen war Schöttel auch als ORF-Analytiker tätig, womit er den österreichischen Fußball von fast allen Seiten kennengelernt hat. "Die viereinhalb Jahre, in denen ich weg von Rapid war, waren eine wichtige Zeit. Ich habe mich nach Veränderung gesehnt und den Verein einige Jahre von außen betrachtet. All das hat mich wirklich weitergebracht. Die Scheuklappen, die man vielleicht hat, wenn man 30 Jahre bei einem Verein ist, habe ich abgelegt."

    Nun freue er sich über die Rückkehr zum Rekordmeister, wo ihn endlich wieder volle Stadien erwarten. "Das hat mir in Wiener Neustadt gefehlt", gab Schöttel zu.

    Edlinger von Schöttel überzeugt
    Rapid-Präsident Rudolf Edlinger ist sicher, mit der Verpflichtung des zweifachen WM-Teilnehmers und den damit einhergehenden Veränderungen innerhalb der sportlichen Führung die richtigen Maßnahmen getroffen zu haben. "Das waren gute Entscheidungen, um wieder an große Zeiten anschließen zu können."

    Die aktuelle Saison würde der ehemalige Finanzminister am liebsten schnell vergessen. "Wir hatten ein herausragendes Ergebnis, das war der Sieg in Birmingham gegen Aston Villa. In der Meisterschaft hatten wir weniger gute Spiele, das Saisonziel wurde klar verfehlt", sagte Edlinger, sprach von einem gegenüber den Fans "unentschuldbaren" Gesamtergebnis und gab für kommendes Spieljahr das Erreichen eines Europacup-Platzes als Ziel aus.

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    10 Uhr: Damit ist die PK beendet.

    9.59 Uhr: Edlinger ist mit der neuen sportlichen Leitung äußerst zufrieden: "Die Personen, die jetzt zusammenarbeiten, müssen miteinander können. Es muss die Chemie stimmen. Ich bin sehr froh über das Ergebnis."

    9.57 Uhr: Jetzt wird Rapid-Boss Edlinger gefragt, wann die Entscheidung zur großen Sturkturreform innerhalb des Vereins gefallen sei. Edlinger: "Das hat sich nach kurzfristigen Änderungen so ergeben und wurde ausführlich beraten." Edlinger will auch in Zukunft dem eigenen Nachwuchs "besonderes Augenmerk" schenken. "Diese Struktur ist ein gangbarer Weg, den wir entwickelt haben."

    9.55 Uhr: Natürlich wollen die versammelten Journalisten auch wissen, wie es mit geplanten Transfers aussieht. Schöttel: "Ich will hier heute nicht über einzelne Spieler diskutieren." Ebner wirft ein: "Wir können hier nicht über wirtschaftlcihe Zahlen sprechen. Der Kader ist relativ groß, wir werden versuchen, ihn zu verkleinern und die Wünsche von Peter Schöttel zu erfüllen."

    9.54 Uhr: Schöttels Wünsche zur Kaderplanung: "Wir brauchen schnelle Elemente, Überraschungen und eine Mannschaft, die zu 110 Prozent zusammenhält. Das haben sich die Fans verdient."

    9.52 Uhr: Neuer Sportmanager/Direktor ist übrigens Stefan Ebner, bisher Teammanager von Rapid. Passend dazu Schöttels Antwort, ob einige Spieler mit einem "Golden Handshake" vom Verein verabschiedet werden: "Das ist der Bereich von Stefan Ebner. Die Situation ist anders, da wir nächste Saison nicht im Europacup vertreten sind. Ich arbeite am liebsten mit so wenig Spielern wie möglich, wir können notfalls auf den Nachwuchs zurückgreifen."

    9.51 Uhr: Schöttel freut sich vor allem auf "ein volles Stadion". Dann kommt aber auch der Dank an seinen Noch-Arbeitsgeber Wr. Nesutadt. Ein Motivationsproblem für die letzten beiden Spiele mit Magna sieht Schöttel nicht: "Das ist kein Problem. Ich will gegen Sturm gewinnen. Da habe ich noch das unglückliche Cup-Finale vom Vorjahr im Kopf."

    9.50 Uhr: "Jetzt bin ich aber sehr froh und stolz, dass ich zu Rapid zurückkehren kann. Die Scheuklappen habe ich mit Sicherheit abgelegt."

    9.49 Uhr: Frage an Schöttel: Wie wichtig war die Auszeit bei Rapid und die Tätigkeit bei Wr. Neustadt? Antwort: "Das war für mich eine sehr wichtige Zeit. Ich habe nich nach Veränderung gesehnt und habe das in den letzten 4,5 Jahren auch gemacht. So konnte ich den Verein von außen betrachten. Auch meine Expertentätigkeit beim ORF hat mich weitergebracht."

    9.48 Uhr: Ein bisschen Phrasendrescherei muss natürlich auch sein. Schöttel: "Der Trainerposten bei Rapid ist eine der reizvollsten Aufgaben im österreichischen Fußball."

    9.47 Uhr: Dann spricht Schöttel die Defizite genauer an. Vor allem im Angriff und in der Defensive fehle es an Schnelligkeit. "Im Angriff wurde aber mit der Verpflichtung von Burgstaller der erste Schritt schon gemacht".

    9.46 Uhr: Schöttel glaubt an sein neues Team: "Ich sehe gute fußballerische Qualitäten und Routine." Der Langzeit-Rapidler spricht aber auch Probleme an: "Mir fehlt Dynamik und Schnelligkeit auf der einen oder anderen Position. Dort wollen wir uns verbessern."

    9.44 Uhr: Der Vertrag von Schöttel läuft über 2 Jahre.

    9.43 Uhr: Schöttel tritt sein Amt mit 1. Juni - also nach Ablauf der aktuellen Saison - an.

    9.40 Uhr: Zoran Barisic tritt wieder ins zweite Glied zurück und übernimmt als Cheftrainer die Amateurmannschaft. Dort wurde der Vertrag von Reisinger nicht verlängert.

    9.37 Uhr: Co-Trainer wird Hickersberger junior. Tormann-Trainer wird der bis vor Kurzem noch als Nr. 1-Goalie tätige Raimund Hedl.

    9.33 Uhr: Ohne lange Umschweife kommt es zur Trainer-Präsentation. Wie erwartet wird Peter Schöttel der neue Cheftrainer.

    9.30 Uhr: Die PK ist eröffnet: Rapid-Boss Edlinger ist mit der abgelaufenen Saison nicht zufrieden.