hofmann traurig

Cup-Blamage

Rapid fehlte die Cleverness

Rapid-Kapitän Hofmann kannte nach dem Cup-Out die Gründe: "Wir hätten cleverer sein müssen". Salzburg-"Entschuldigung" mit Freikarten für Fans.

Meister und Vizemeister sind im österreichischen Fußball-Cup bereits Geschichte. Sowohl Rapid Wien als auch Red Bull Salzburg verabschiedeten sich am Dienstag im Achtelfinale, vor allem das Ausscheiden der finanzstarken Salzburger gegen die Austria Amateure hinterließ vor eigenem Publikum einen schalen Nachgeschmack. Grün-Weiß verbindet mit dem Pokal ohnehin keine Liebesbeziehung, auch im Verhältnis zu Ried ist nach einem Remis in drei Saisonduellen für romantische Gefühle kein Platz.

Kein Angstgegner
Als Angstgegner will Rapid-Kapitän Steffen Hofmann die Innviertler freilich nicht bezeichnen. "Sie spielen sehr geschickt gegen uns", musste der Regisseur bekennen, der das 1:0 erzielte und einen Schuss an die Latte setzte. "Aber wir waren klar verbessert und viel gefährlicher gegenüber den beiden ersten Spielen gegen Ried", meinte Hofmann, der auch an der defensiven Variante mit nur einem Stürmer - nämlich Stefan Maierhofer - Gefallen fand. "Wir hätten gewinnen können, wir hätten gewinnen sollen. Wenn man zweimal in Führung geht, muss man so clever sein, um das nach Hause zu spielen."

Lob für Ersatzgoalie
Überrascht war der Deutsche hingegen vom Einsatz Andreas Lukses, der sein erstes Spiel für die grün-weiße Profitruppe absolvierte. "Ich habe davon nichts gewusst. Aber es war überhaupt kein Problem, er hat seine Sache gut gemacht. Wir wissen ja, dass er sehr viel Potenzial hat. Man hat gesehen, dass man sich auf ihn verlassen kann", lobte Hofmann den 20-Jährigen, der in der Vorsaison in der zweiten Saisonhälfte an DSV Leoben verliehen gewesen war. An einen Lukse-Einsatz auch in der Bundesliga glaubt der Deutsche nicht: "Wir haben einen Tormann (Raimund Hedl, Anm.), der derzeit sehr gut ist, uns etwa in Mattersburg im Spiel gehalten hat. Ich sehe keinen Grund, da etwas zu ändern."

Tolle Rapid-Amateure
Wesentlich erfolgreicher verlief der Abend aus Sicht der Amateure (Hofmann: "Eine tolle Sache, der ganze Verein sollte sich freuen"). Nicht nur der grün-weißen, die sich mit einem 5:1-Kantersieg gegen Mattersburg ins Viertelfinale schossen, sondern auch der violetten, die überraschend mit 2:1 in Salzburg reüssierten. Damit stehen erstmals beide "Veilchen-Teams" im Viertelfinale des ÖFB-Cups. Thema nach der enttäuschenden Vorstellung der Bullen war freilich weniger das unglückliche zweite Gegentor in der Nachspielzeit, denn die Aufstellung von Trainer Co Adriaanse, der eine B-Elf ohne Bundesliga-Topstürmer Marc Janko, Alexander Zickler oder Niko Kovac aufs Feld geschickt hatte.

Freikarten für Salzburg-Fans
"Die Qualität meiner Mannschaft am Platz war genug", war der Niederländer dennoch überzeugt. "Es soll keine Ausrede sein. Das Tor in der Nachspielzeit war symptomatisch für das ganze Spiel. Wir haben uns durch schwere individuelle Fehler selbst geschlagen. Denn die Chancen, das Spiel zu gewinnen, waren da. Nur leider haben wir sie nicht genützt. Das Ausscheiden ist sehr bitter für uns." Gleichsam zur Wiedergutmachung bietet der Verein all jenen, die am Dienstag im Stadion weilten, eine Freikarte für das nächste Heimspiel am 7. November. Zu Gast ist dann die Einser-Truppe der Wiener Austria.