Rapid, Salzburg und Mattersburg ausgeschieden

ÖFB-Cup

Rapid, Salzburg und Mattersburg ausgeschieden

Zwei Topfavoriten haben sich am Dienstagabend bereits im Achtelfinale des österreichischen Fußball-Cups verabschiedet.

Meister SK Rapid musste sich im einzigen Duell zweier Bundesligisten in Ried mit 2:3 (1:0) geschlagen geben, Bundesliga-Tabellenführer Red Bull Salzburg blamierte sich zu Hause gegen die Austria Amateure. Der Vizemeister musste sich trotz Führung noch mit 1:2 (1:1) geschlagen geben. Mit Mattersburg verpasste ein dritter Oberhaus-Club den Einzug ins Viertelfinale nach einem 1:5-Debakel bei den Rapid Amateuren.

Rapid mit besserem Start - Ried mit besserem Ende
Ried und Rapid lieferten einander vor 3.000 Zuschauern im Innviertel einen offenen, wenngleich vorerst sehr verhaltenen Schlagabtausch. Die Gastgeber versuchten es wie schon in den beiden Liga-Duellen Ende September (1:1, 1:0) mit drei Dreierblöcken, Grün-Weiß fand neuerlich kaum Chancen vor. Eine der wenigen brachte dem Rekordmeister dann aber doch die Halbzeitführung: Hofmann verwertete einen Abpraller per Halbvolley zum 1:0 (34.).

Richtig Schwung kam aber erst nach dem Seitenwechsel innerhalb von nur vier Minuten in die Partie. Nacho glich in der 51. Minute zum 1:1 aus, Dober hämmerte in der 54. Minute einen Freistoß zur neuerlichen Führung ins Netz, und Drechsel brachte die Oberösterreicher mit einem schönen Heber über Rapid-Goalie Lukse wieder ins Spiel (55.). Beide Teams hätten in der Folge das Siegestor erzielen können, Mader nützte kurz vor dem Ende aber noch eine schlecht abgewehrte Flanke zum Siegestreffer (86.). In drei Begegnungen mit den "Wikingern" hat Rapid in der laufenden Saison damit lediglich ein Remis erspielt.

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Salzburg zu lässig
Salzburg hatte gegen die Austria Amateure zwar vor der Pause klar den Ton angegeben, wurde aber für seine Nachlässigkeit bestraft. Trainer Co Adriaanse hatte ein verstärkte B-Elf aufgeboten. Bundesliga-Topscorer Marc Janko stand ebenso wie Alexander Zickler oder Niko Kovac nicht einmal im Kader. Dafür agierte der Kameruner Ngwat-Mahop als glückloser Solostürmer, vergab mehrere Großchancen - die beste in Minute 19, als er nach Doppelpass mit Janocko völlig alleine vor Amateure-Keeper Lindner scheiterte.

Dem verdienten Führungstreffer durch Öbster, der eine schöne Kombination über Traoui und Tchoyi überlegt ins lange Eck verwertete (43.), folgte praktisch im Gegenzug der Ausgleich. Indisponiertheiten von Dudic und Traoui ermöglichten dem Ex-Salzburger Schriebl, Ersatztorhüter Arzberger vom 16er zu bezwingen. Davor war den Bullen noch ein klarer Elfmeter nach Handspiel von Dimic vorenthalten worden (36.).

Nach Seitenwechsel ließen die favorisierten Salzburger dann jegliche Idee vermissen, strahlten kaum noch Gefahr aus. Stattdessen waren die Wiener im Konter gefährlich. Mössner hatte bereits zweimal die Entscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber erst per mit der Ferse verlängertem Freistoß an der Latte (79.). Sechs Minuten später wurde er in letzter Sekunde abgeblockt. Für die Entscheidung sorgte Dimic, der sich in der Nachspielzeit gegen Öbster durchsetzte, dann auch noch zwei Salzburger samt Arzberger überspielte (91.). Die 3.300 Zuschauer in der Red Bull Arena schickten ihre Elf mit einem gellenden Pfeifkonzert vom Platz.

Mattersburg in der Krise
Die Burgenländer hatten in den vergangenen sieben Ligaspielen nur einen Punkt geholt und kassierte nun auch im Cup ein Debakel gegen die Rapid Amateure. Die Amtszeit von Coach Franz Lederer, dem SVM-Obmann Martin Pucher am Donnerstag noch den Rücken gestärkt hatte, könnte damit zu Ende sein. Der 44-Jährige, seit November 2004 im Amt und damit längstdienender Bundesliga-Trainer ist, verschwand nach der Partie wortlos aus dem Stadion.

Dabei hatte für den SVM alles nach Wunsch begonnen: Kapitän Michael Mörz traf im Hanappi-Stadion vor 1.100 Zuschauern aus einem Gestocher zum schnellen 1:0 (16.). Danach agierten die Burgenländer aber mit zu wenig Nachdruck und die spritzigen Wiener kamen immer besser in die Partie.

Nach Foul von Rath an Trimmel traf Amateure-Kapitän Nermin Jusic per Elfmeter (32.), Serkan Ciftci brachte den Tabellensechsten der Regionalliga Ost nach Zuspiel von Profi Christopher Drazan gar noch vor der Pause auf die Siegesstraße. Nach dem Seitenwechsel machten Michel Sandic (50.), Semsudin Mehic (58.) und der kurz zuvor eingewechselte Thomas Bergmann (78.) die Blamage der Mattersburger, die bei ihren beiden vergangenen Cup-Teilnahmen noch jeweils im Finale gestanden waren, endgültig perfekt.

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Austria souverän
Besser lief es für Rekordcupsieger Austria, der beim 5:1-(3:1)-Sieg beim Schlusslicht der Ersten Liga, dem FC Lustenau, nur kurz in Bedrängnis gekommen war. Nachdem Okotie (8.) im Reichshofstadion mit der ersten Chance die frühe Führung für die Violetten besorgt hatte, leistete sich Acimovic zunächst den Luxus, mit einem Elfmeter (13.) an FC-Schlussmann Dobnik zu scheitern. Bazina (33.) machte es kurz darauf besser und besorgte nach Foul an Okotie vom Elferpunkt das 2:0.

Lustenau hatte sich zuvor als ebenbürtiger Gegner erwiesen, Sabia (35.) gelang per Kopf auch der Anschlusstreffer. Ein Eigentor des glücklosen Eisele (40.), der einen Sulimani-Schuss ins eigene Tor abfälschte, ebnete den Gästen aus Wien aber noch vor dem Seitenwechsel den Aufstieg. Okotie (53.) und Bazina (78.) verbuchten in der zweiten Spielhälfte ihre jeweils zweiten Treffer.

Kapfenberg mit Anlaufschwierigkeiten
In Wels hatte der Kapfenberger SV mit dem aktuellen Neunten der Regionalliga Mitte lange Zeit Probleme, vor allem in den letzten 25 Minuten der ersten Hälfte. Nach dem Seitenwechsel aber wurden die Steirer stärker und schafften durch einen Kopfball-Treffer von Taboga (60.) die Vorentscheidung, Wieger (77.) und Liendl (85.) trafen zum 3:0-Endstand. Der FC Magna Wr. Neustadt gewann das "Bruder-Duell" gegen den SV Magna Wienerberg mit 1:0 (0:0). Die Niederösterreicher setzten sich in einem Geduldsspiel dank eines Kopfball-Tores von Guido Burgstaller nach Eckball von Vaclav Kolousek durch (68.).

Bereits am Nachmittag hatte die Admira dank eines Tores von Ledezma (22.) mit 1:0 (1:0) in Würmla die nächste Runde erreicht. Das Achtelfinale wird am Mittwoch mit dem Gastspiel von Sturm Graz beim Regionalligisten SV Horn abgeschlossen.

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SK Rapid Wien Amateure (Regionalliga Ost) - SV Mattersburg 5:1 (2:1).
Wien, Hanappi-Stadion, 1.100, SR Eisner.
Tore: Jusic (32./Elfmeter), Ciftci (42.), Sandic (50.), Mehic (58.), Bergmann (78.) bzw. Mörz (16.)

Red Bull Salzburg - FK Austria Amateure 1:2 (1:1).
Wals-Siezenheim, 3.300 Zuschauer, SR Drachta.
Tore: Öbster (43.) bzw. Schriebl (45.), Dimic (91.)

SV Ried - SK Rapid Wien Endstand 3:2 (0:1).
Fill Metallbau-Stadion, 3.000 Zuschauer, SR Hofmann.
Torfolge: 0:1 (34.) Hofmann, 1:1 (51.) Nacho, 1:2 (54.) Dober, 2:2 (55.) Drechsel, 3:2 (86.) Mader

FC Lustenau - FK Austria Wien 1:5 (1:3)
Lustenau, Reichshofstadion, 1.500, SR Plautz.
Tore: Sabia (35.) bzw.Okotie (8., 53.), Bazina (33./Elfmeter, 78.), Eisele (40./Eigentor)

SV Würmla (Regionalliga Ost) - FC Trenkwalder Admira (Erste Liga) 0:1 (0:1)
Würmla, 500, SR Hameter
Tor: Ledezma (22.)

FC Wels (Regionalliga Mitte) - Kapfenberger SV 0:3 (0:0).
Wels, 700,SR Klement.
Tore: Taboga (60.), Wieger (77.), Liendl (85.)

SV Magna Wienerberg (Regionalliga Ost) - FC Magna Wr. Neustadt 0:1 (0:0).
Wien, Raxplatz, 400, SR Braunschmidt.
Tor:Burgstaller (68.)

FC Wels - KSV Superfund 0:3 (0:0)