Rapid stürmt Richtung Europa

Mission 32

Rapid stürmt Richtung Europa

Totale Euphorie bei Meister Rapid. Nach der gelungenen "Mission 32" lockt ab sofort das große Millionen-Abenteuer Champions League.

Das große Feiern hat Rapid-Präsident Rudolf Edlinger lieber anderen überlassen. „Ich war sechs Minuten vor Mitternacht im Bett“, erklärt er im Gespräch mit ÖSTERREICH. Doch beim Gedanken an die Champions League ist der ehemalige Finanzminister sofort hellwach und sagt: „Wir wollen unbedingt die Gruppenphase erreichen.“

Juventus wartet
Zum vierten Mal nehmen die Grün-Weißen Anlauf auf die lukrative Königsliga. Als österreichischer Meister muss Rapid zwei Qualifikationsrunden überstehen, um in die Gruppenphase zu kommen. Zuletzt klappte das 2005 gegen Lok Moskau (1:1 daheim, 1:0 auswärts). Die Wiener steigen in der zweiten von drei Quali-Runden ein. Die Hinspiele finden am 29./30. Juli und die Rückspiele am 5./6. August statt. Für diese Phase dürfte Rapid gesetzt sein, was heißt, dass sie einen schlagbaren Gegner zugelost ­bekommen würden. Große Kaliber wie Juventus oder Arsenal drohen erst in der entscheidenden dritten Quali-Runde (12./13. August bzw. 26./27. August).

Zehn Millionen
Kommt Rapid in die Gruppenphase, dann winken Einnahmen von mindestens zehn Millionen Euro. Allein das Startgeld würde 5,4 Millionen Euro in die Klubkassa ­spülen. Dennoch will Rapid auch in der nächsten Saison mit dem selben Jahresbudget (elf Millionen Euro) wie heuer operieren. Präsident Edlinger schiebt Spekulationen um hochkarätige Neuverpflichtungen einen Riegel vor. „Ich habe immer gesagt, dass sich Rapid unter meiner Präsidentschaft keine finanziellen Abenteuer leisten wird“, bleibt der Klubboss seiner Linie treu.

Fall Maierhofer
Außerdem, so Edlinger, sei die Meistermannschaft konkurrenzfähig: „Wir spielen einen erfrischenden und ambitionierten Fußball.“ Nachsatz: „Und wir haben mit den wichtigsten Spielern langfristige Verträge.“ Ein Auseinanderfallen der Truppe wie 2005 dürfte Rapid 2008 erspart bleiben.

Wäre noch die „Causa Stefan Maierhofer“ zu klären. Der von Greuther Fürth (Fünfter in der 2. deutschen Liga) ausgeliehene Stürmer hat sich in kürzester Zeit in die Herzen der Fans gedribbelt. Rapid wird allein schon deshalb um ihn kämpfen, auch wenn Maierhofer ­gegenüber ÖSTERREICH bereits vorbaut: „Wenn ich die Chance bekomme, in der deutschen Bundesliga oder in England zu spielen, darf mir keiner böse sein, wenn ich Rapid verlasse.“

Stadion-Ausbau
Sollte Rapid der Einzug in die Champions-League-Gruppenphase gelingen, wäre der Ausbau des Hanappi-Stadions wieder ein Thema. „Es gibt Überlegungen“, lässt sich Rapid-Präsident Edlinger entlocken. „Wir haben als SK Rapid in den letzten zweieinhalb Jahren zwei Millionen Euro in die Stadion-Infrastruktur investiert. Um wirklich ausbauen zu können, sind andere Geldbeträge erforderlich.“

Der Meister träumt nun von einer Sitzplatz-Aufstockung von derzeit 18.400 auf 23.000 Plätze.

Von Walter Unterweger/ÖSTERREICH