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Salzburg stürmt an die Spitze

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Bullen besiegen daheim Wacker Tirol mit 2:0 und sind damit neuer Tabellenführer. Austria und LASK trennen sich 0:0.

Red Bull Salzburg - FC Wacker Innsbruck 2:0 (1:0)
Salzburg, EM-Stadion Wals-Siezenheim, 10.000, SR Stuchlik
Tore: Ilic (37.), Janko (52./Elfmeter)

Salzburg: Ochs - Steinhöfer, Vargas, Sekagya, Dudic - Ilic (69. R.Meyer), Carboni, Leitgeb, Jezek (72. Pitak) - Janko, Zickler(30. Ngwat-Mahop)
Wacker Innsbruck: Pavlovic - Mimm, Knabel, Schrott, Windisch -Lindström, Hattenberger, Kolousek (90. Seelaus), Madl (78. Clottey),Schreter (84. Dollinger) - Orosz

Gelbe Karten: Carboni, Janko bzw. Madl
Die Besten: Steinhöfer, Leitgeb, Jezek bzw. Kolousek, Mimm, Lindström

Österreichs Fußball-Meister Red Bull Salzburg hat am Mittwochabend wieder die Bundesliga-Tabellenführung übernommen. Während sich die Austria und der LASK im Nachtragsspiel der 27. Runde torlos trennten, feierten die "Bullen" einen glücklichen 2:0-(1:0)-Heimsieg im West-Derby gegen den FC Wacker Innsbruck. Sasa Ilic brachte die Gastgeber vor 10.000 Zuschauern im EM-Stadion Wals-Siezenheim aus einem Konter in Führung (37.), Marc Janko sorgte mit einem verwandelten Handselfmeter für die Entscheidung (52.).

Referee im Mittelpunkt
Einmal mehr in der heurigen Bundesliga-Saison stand allerdings der Schiedsrichter, der es mit den Tirolern nicht gut meinte, in der Kritik. Nach einem Eckball von Vaclav Kolousek hielt Salzburg-Goalie Ochs aller Voraussicht nach den Ball hinter der Linie fest, Schiedsrichter Fritz Stuchlik ließ allerdings weiterspielen (31.). Dazu blieb die Pfeife des Referees auch bei einer ungestümen Attacke von Vargas an Hattenberger im Strafraum stumm (45.). Die Salzburger, die im Frühjahr im EM-Stadion noch kein Gegentor kassiert haben, untermauerten damit ihren Status als bestes Heimteam (12 Siege in 14 Spielen), die Tiroler, die zum dritten Mal in Serie verloren, sind demgegenüber weiterhin die auswärtsschwächste Ligamannschaft (1 Sieg in 14 Spielen).

Wackere Innsbrucker
Eine von Coach Helmut Kraft hervorragend eingesstellte Wacker-Elf begann sehr engagiert, machte die Räume eng und sorgte bei den Salzburgern mit aggressivem Forechecking für Probleme. Die ersten Chancen hatte trotzdem die Elf von Giovanni Trapattoni. Ein indirekter Freistoß von Markus Steinhöfer ging am rechten Kreuzeck vorbei (14.), dazu schoss der im Sommer zu Eintracht Frankfurt wechselnde Deutsche von der Strafraumgrenze knapp daneben (19.). Bereits zuvor war ein Schuss von Jezek nach einer schönen Kombination mit Zickler zu schwach und genau auf Innsbruck-Goalie Pavlovic ausgefallen (17.).

Gefährlicher waren aber die Gäste, bei denen Schrott den wegen Rückenproblemen kurzfristig ausgefallen Feldhofer in der Innenverteidigung ersetzte. Nach einem Eckball des überragenden Tiroler Regisseurs Vaclav Kolousek kam Michael Madl völlig frei stehend am Fünfer zum Kopfball, den aber Ochs in höchster Not mit einer Fußparade abwehrte (23.).

Zickler verletzt out
Vier Minuten später zeichnete sich Ochs bei einem Mimm-Volleyschuss aus (27.), weitere zwei Minuten danach schoss Orosz über das Tor (29.). Genau in der Drangphase der Innsbrucker gab es für die Gastgeber eine schlimme Nachricht, der mit 15 Treffern Bundesliga-Toptorschütze Alexander Zickler musste mit einem Muskelfaserriss im linken Oberschenkel vom Feld und wurde durch Ngwat-Mahop ersetzt (30.).

Verkehrte Fußballwelt
In der 31. Minute geriet schließlich Schiedsrichter Stuchlik in die Kritik. Einen Direkt-Eckball von Kolousek konnte Ochs zwar festhalten, allerdings wohl hinter der Linie (31.). Trotzdem lief die Partie weiter und die 10.000 Zuschauer erlebten im EM-Stadion eine verkehrte Welt. Einen hervorragenden Konter über Jezek und Leitgeb schloss Ilic zum unverdienten 1:0 (37.) ab.

Die Innsbrucker zeigten sich davon allerdings unbeeindruckt und hatten postwendend die Ausgleichschance: Ochs lenkte eine "Madl-Bombe" aus 20 Metern aber mit der Faust zur Ecke (38.), ehe sich Stuchlik wohl seinen zweiten Fehler leistete. Hattenberger wurde im Strafraum von Vargas niedergesprungen, sein Vergehen blieb jedoch ungeahndet (45.).

Janko macht alles klar
Nach dem Seitenwechsel wollten die Tiroler ihre starke Leistung der ersten Hälfte bestätigen, mussten jedoch schnell das 0:2 hinnehmen. Schrott fiel der Ball in einem Zweikampf mit Janko auf die Hand, den verhängten Strafstoß verwertete der Jungstürmer souverän (52.). Der 24-Jährige untermauerte mit seinem dritten Treffer im vierten Frühjahrsspiel seine ÖFB-Team-Ambitionen. Der Tabellenneunte bäumte sich noch einmal gegen die Niederlage auf, Orosz verabsäumte es allerdings, einen Kopfball aus aussichtreicher Distanz im Salzburg-Tor unterzubringen (56.). In der Folge kontrollierten die Salzburger die Partie und begnügten sich mit dem 2:0.

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Austria Wien - LASK 0:0
Wien, Horr-Stadion, 7.356 Zuschauer, SR Gangl

Austria: Safar - Standfest, Ertl, Schiemer, Gercaliu - Mair (62.Sulimani), Blanchard, Sariyar (66. Lasnik), Acimovic - Kuljic, Okotie(71. Aigner)
LASK: Cavlina - Margreitter, Baur, Hoheneder, Klapf - Klein,Panis, Wendel, Saurer - Vastic (70. Mijatovic), Mayrleb (86. Adi)

Gelbe Karten: Sariyar, Sulimani bzw. Wendel, Margreitter
Die Besten: Schiemer, Gercaliu, Acimovic bzw. Baur, Hoheneder, Klein

Austria Wien und der LASK haben sich im Nachtragsspiel der 27. Runde der Fußball-Bundesliga am Mittwoch mit 0:0 getrennt. Auch im dritten Duell teilten sich die beiden Teams die Punkte, für Violett war es bereits das siebente Heim-Remis in der laufenden Saison. Trotz spielerischen Übergewichts blieben die Bemühungen der Wiener unbelohnt, nicht zuletzt, weil ein regulärer Aigner-Treffer (85.) aberkannt wurde.

Starker Beginn der Austria
Die Anfangsphase am Verteilerkreis gehörte ganz klar den Gastgebern, die ihre Angriffe vor allem über Flanken lancierten. Die Oberösterreicher, die nur selten über die Mittellinie, geschweige denn vor den Kasten Safars kamen, standen unter Dauerdruck, zeigten sich diesem dank bissiger Verteidigungsarbeit aber auch gewachsen. Vor allem das Innenverteidiger-Duo Baur-Hoheneder behielt im violetten Flankenhagel souverän die Lufthoheit.

Wirklich gefährliche Aktionen blieben Violett versagt, ein Acimovic-Versuch aus Kurzdistanz (2.), Okoties Schuss von der linken Seite (6.) und ein eher schwacher Kuljic-Kopfball (44.) blieben die größten Chancen. Der LASK befreite sich erst in der letzten Viertelstunde etwas aus der Umklammerung und kam dank schüchterner spielerischer Akzente immerhin zu einer Halb-Chance durch Klein (34./Weitschuss übers Tor) bzw. einer guten Möglichkeit durch Saurer, der in der 45. Minute aus wenigen Metern aber knapp neben das Tor schoss.

Offenes Spiel
Die zweiten 45 Minuten starteten vergleichsweise vielversprechend. Der auf Konter eingestellte LASK präsentierte sich etwas aktiver, die Partie war trotz leichter Überlegenheit der Gastgeber zumindest etwas offener. Prompt hatte die Daxbacher-Elf nach rund einer Stunde die große Möglichkeit auf das 1:0: Safar spitzelte den passgenauen Schuss von Vastic, der nach einem schweren Abwehrfehler Schiemers an den Ball gekommen war, aber mit einer schönen Parade noch ins Aus (59.).

Vastic ausgetauscht
Austria-Trainer Zellhofer reagierte auf die stumpfe Offensive, brachte Sulimani für den blassen Mair (62.), Lasnik für Sariyar (66.) und Aigner für den ermatteten Okotie (71.). Prominent fiel der Wechsel bei den Linzern aus: Zum ersten Mal in dieser Saison musste Altmeister Vastic wegen Bauchproblemen vom Platz, für ihn kam Stürmer Mijatovic (70.).

Referee bringt Austria um Sieg
In der Schlussphase schien die mit dem Mut der Verzweiflung anrennende Austria doch noch zum Sieg zu kommen: Aigner hatte nach einer Flanke zur Führung eingeköpfelt, Schiedsrichter Gangl würgte den Torjubel aber mit einer Fehlentscheidung ab - Margreitter hatte die vermeintliche Abseitsstellung nämlich aufgehoben (85.). Selbst in der Schlussminute waren die Veilchen am Drücker, Kuljic kam nach einer Cavlina-Abwehr aber einen Hauch zu spät.

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