Salzburger Bullen patzen gegen Ried

Bundesliga

Salzburger Bullen patzen gegen Ried

Sturm gegen Wacker 3:2 - Wolfsberg zuhause gegen Neustadt 1:1.

Schön langsam wird die Titelverteidigung für Red Bull Salzburg zur "Mission impossible". Der Noch-Meister musste sich am Samstag in der 26. Runde der Fußball-Bundesliga daheim gegen die SV Ried mit einem 2:2 (1:1) begnügen. Es war bereits das vierte Remis der Salzburger im Jahr 2013, in dem sie eigentlich zur großen Aufholjagd blasen wollten. Mit einem Sieg am Sonntag (17.00 Uhr) in Mattersburg könnte Tabellenführer Austria den Vorsprung auf die "Bullen" auf komfortable 13 Punkte ausbauen.

Zum Held der Rieder avancierte ausgerechnet Marco Meilinger, der seit August 2011 von den Salzburgern an die Rieder verliehen ist. Der 21-Jährige erzielte beide Rieder Tore (22., 52.), Jonathan Soriano (42.) und Martin Hinteregger (81.) glichen jeweils für die Salzburger aus. Die Rieder haben somit auch das dritte Saisonduell mit den Salzburgern nicht verloren (1:1, 3:1, 2:2), in der Red-Bull-Arena warten sie jedoch weiter auf den ersten Sieg der Clubgeschichte.

Nach dem mageren 1:1 gegen die Admira krempelte Salzburg-Trainer Roger Schmidt seine Truppe neuerlich ordentlich um. Gleich sechs Neue standen in der Startformation, u.a. auch Ibrahim Sekagya, der in den Innenverteidigung den zuletzt unsicheren und laut Club-Angaben "müden" Isaac Vorsah ersetzte.

Die bunt zusammengewürfelten Hausherren taten sich schwer, ins Spiel zu finden, deutlich optisch überlegen waren die "Bullen" aber dennoch. Hinteregger schlüpfte in die Rolle des Antreibers, der 20-Jährige, dessen Vertrag am Freitag bis 2018 verlängert wurde, vergab aber die ersten Salzburger Möglichkeiten (6., 11., 23.).

Die Salzburger Misere perfekt machte die Rieder Effizienz, die Gäste gingen nämlich in der 22. Minute mit ihrem ersten Torschuss in Führung. Mit einem blitzschnellen Konter entblößten die Rieder die linke Salzburger Abwehrseite, die Flanke von Clemens Walch vollendete der Ex-Salzburger Meilinger volley zum 1:0 ins Tor.

Kurz vor der Pause gelang den Salzburgern der Ausgleich. Bei einem Lochpass von Alan, der erstmals seit seinem Kreuzbandriss in der Anfangself stand, hob Andreas Schicker das Abseits auf, Soriano umkurvte Ried-Goalie Thomas Gebauer und stellte souverän auf 1:1 (42.). Für den Spanier war es Saisontreffer Nummer 19, der Führende Austrianer Philipp Hosiner hat noch sechs Tore Vorsprung. Bei der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff streifte ein Kopfball von Hinteregger über die Latte (45+2.).

Die knapp 6.000 Fans stellten sich nach dem Wechsel auf ein Salzburger Offensivfeuerwerk ein. Doch stattdessen folgte für die Hausherren die nächste kalte Dusche. Meilinger zirkelte den Ball zum 2:1 ins linke Eck (52.) und machte damit seinen Doppelpack perfekt. Salzburgs Versuche, dem Spiel eine Wende zu geben, waren zumeist ideen- und harmlos. Hinteregger packte schließlich die Brechstange aus und stellte mit einem Flachschuss auf 2:2 (81.). Zum im Titelkampf bitter nötigen Siegtreffer reichte es aber nicht mehr, ein Soriano-Freistoß schrammte an der linken Stange vorbei (92.).

Red Bull Salzburg - SV Ried Endstand 2:2 (1:1)
Salzburg, Red-Bull-Arena, 5.870, SR Krassnitzer.

Torfolge: 0:1 (22.) Meilinger
          1:1 (42.) Soriano
          1:2 (52.) Meilinger
          2:2 (81.) Hinteregger

Salzburg: Walke - Schwegler, Sekagya, Rodnei, Ulmer (54. Berisha) - Leitgeb (88. Hierländer), Hinteregger - Mane, Soriano, Svento - Alan (74. Teigl)

Ried: Gebauer - Reifeltshammer, Riegler, Schicker - Hinum, Reiter, Trauner - Walch (80. Hammerer), Zulj, Meilinger (69. Ziegl) - Vastic (61. Nacho)

   Gelbe Karten: Mane bzw. Vastic, Zulj, Gebauer, Hammerer

   Die besten Spieler: Hinteregger bzw. Reiter, Meilinger

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Der SK Sturm kommt in der Fußball-Bundesliga auf Touren. Nach schwachem Frühjahrsstart feierten die Grazer am Samstag zu Hause mit einem 3:2 (1:0) gegen Wacker Innsbruck den zweiten Sieg in Serie und stießen auf den dritten Tabellenrang vor. Für Wacker bedeutete die dritte Niederlage in Serie hingegen den Rückfall auf den letzten Platz, den die Tiroler nach der 26. Runde nun punktegleich mit Wiener Neustadt und der Admira einnehmen.

Kapitän Jürgen Säumel stellte die Weichen für Sturm mit einem Doppelpack in der 21. und 68. Minute auf Sieg. Für die nach Gelb-Rot für Julius Perstaller (76.) dezimierten Gäste gelang Roman Wallner (79.) dann der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. Sturms Joker Imre Szabics stach jedoch mit seiner ersten Ballberührung (81.), ehe die nun einen Zähler vor Rapid liegenden Grazer nach Innsbrucks zweitem Treffer durch Christian Schilling in der 90. Minute noch einmal kurz zittern mussten.

Nach den Vorkommnissen in Ried um den gesperrten Sturm-Angreifer Richard Sukuta-Pasu startete die Partie mit einer Anti-Rassismus-Aktion. Danach ließen die Grazer ihre Ambitionen auf den dritten Platz klar erkennen. Wacker kam kaum geordnet über die Mittellinie und war mit den Defensivaufgaben vollauf beschäftigt.

Zwingende Chancen für Sturm blieben trotz einer klaren Feldüberlegenheit noch aus, nach 20 Minuten war die Torsperre der Gäste aber gebrochen. Nach einer Unsicherheit in der Tiroler Innenverteidigung zeigte sich Säumel als energischsten. Der im Herbst lange Zeit verletzte Mittelfeldspieler traf damit erstmals in dieser Saison und auch erstmals seit der Rückkehr zu seinem Stammclub im Herbst 2011.

David Schloffer brachte Sturm fast weiter voran. Der von Trainer Peter Hyballa dieses Mal als Angreifer aufgestellte 20-Jährige schloss einen Gegenstoß aber zu unplatziert ab (29.). Wacker kam erst nach einer halben Stunde etwas auf, Wallner und Co. blieben aber in Tornähe harmlos.

Der Kirchler-Elf konnte man Bemühungen auch nach Seitenwechsel nicht absprechen. Sturm verwaltete den Vorsprung, ehe Säumel aus über 20 Metern erfolgreich abzog. Eine Überraschung wie beim in Graz gewonnenen Cup-Achtelfinale (2:1) im Oktober lag für Wacker damit außer Reichweite. Zwar verkürzte Wallner in Unterzahl mit einem präzisen Flachschuss auf 1:2, nur kurz darauf stand Szabics Sekunden nach seiner Einwechslung aber goldrichtig. Wackers zweiter Treffer durch Schilling kam zu spät.

SK Sturm Graz - FC Wacker Innsbruck Endstand 3:2 (1:0)
Graz, UPC Arena, 7.125, SR Hameter

Tore: 1:0 (21.) Säumel
      2:0 (68.) Säumel
      2:1 (79.) Wallner
      3:1 (81.) Szabics
      3:2 (90.) Schilling

Sturm: Focher - Ehrenreich, Dudic, Vujadinovic, Klem - Hölzl, Madl, Säumel, F. Kainz - Schloffer (80. Szabics), Okotie

Wacker: Safar - Schilling, Kofler, Svejnoha, Hauser - Abraham - Schütz, Merino (72. Hinterseer), Saurer (85. Piesinger), Perstaller - Wallner

   Gelb-Rote Karte: Perstaller (76./Foulspiel)

   Gelbe Karten: F. Kainz, Hölzl, Dudic bzw. Hauser

   Die Besten: F. Kainz, Säumel, Vujadinovic bzw. Abraham

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Der Erfolgslauf des WAC in der Fußball-Bundesliga ist am Samstag ins Stocken geraten. Der Aufsteiger musste sich vor eigenem Publikum gegen den SC Wiener Neustadt nach Treffern von Jacobo (2.) beziehungsweise Ramsebner (89.) mit einem 1:1 (1:0) zufriedengeben, ist aber dennoch im Frühjahr weiter ungeschlagen und holte aus 7 Frühjahrspartien 15 Punkte. Die Niederösterreicher wiederum gaben die Rote Laterne an Wacker Innsbruck ab.

Dabei hatte die Partie für die Gäste denkbar schlecht begonnen. Nach 80 Sekunden folgte auf einen Eckball von Liendl eine Kopfball-Verlängerung von Baldauf, am langen Eck war Jacobo zur Stelle und köpfelte aus kurzer Distanz ein.

Die Niederösterreicher zeigten sich vom schnellen Rückstand aber keineswegs geschockt und fanden bald nach dem Gegentor zwei gute Chancen auf den Ausgleich vor. Nach einem Eckball musste Thonhofer vor der Linie retten (18.), wenige Sekunden später sprang Wallner höher als WAC-Goalie Dobnik und beförderte den Ball zu Tadic, der allerdings aus wenigen Metern neben das verwaiste Tor köpfelte.

Danach bekamen die Gastgeber die Partie wieder besser unter Kontrolle, und auf dem holprigen Rasen entwickelte sich eine Partie ohne große Höhepunkte. Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig an der Charakteristik der Partie - die Wiener Neustädter hatten zwar mehr vom Spiel, konnte aber vorerst ebenso keine zwingende Chancen kreieren wie der WAC aus Konterstößen.

Erst in der 89. Minute gelang den Niederösterreichern doch noch der verdiente "lucky punch". Nach einem Eckball von Terzic war Ramsebner per Kopf zur Stelle und verhinderte damit den dritten 1:0-Sieg des WAC in Folge. Allerdings warten die Wiener Neustädter schon seit fünf Partien auf einen vollen Erfolg.

WAC - SC Wiener Neustadt Endstand 1:1 (1:0)
Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 3.500, SR Dintar.

Torfolge: 1:0 ( 2.) Jacobo
          1:1 (89.) Ramsebner

WAC: Dobnik - Thonhofer, Jovanovic, Sollbauer, Baldauf - Putsche - Kerhe (60. Zakany), De Paula, Liendl, Jacobo (69. M. Kröpfl) - Topcagic (84. Rivera)

Wr. Neustadt: Vollnhofer - Pollhammer, Ramsebner, M. Wallner (51. Maak), Hofbauer - Hlinka - Rakowitz (81. Lenko), Terzic, Rauter, Martschinko - Tadic (46. Bozkurt)

   Gelbe Karten: Keine bzw. Martschinko, Rakowitz, Hlinka, Hofbauer

   Die Besten: Jacobo, Liendl bzw. Hlinka, Ramsebner