Sex-Prozess: Freispruch für Ribery

Auch Benzema unschuldig

Sex-Prozess: Freispruch für Ribery

Pariser Gericht spricht die beiden Fußballstars frei.

Gute Nachrichten für Franck Ribery! Der Bayern-Star ist im Prozess um Sex mit einer minderjährigen Prostituierten freigesprochen worden. Ein Pariser Strafgericht sprach am Donnerstag auch den Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema frei, wie es die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche gefordert hatte.

Prozess hat Spuren hinterlassen
Riberys Anwalt begrüßte das Urteil: "Man kann in seinem Leben einen Fehler begehen, aber das ist kein Fall für das Strafrecht." Ribery, der bei der Urteilsverkündung nicht anwesend war, habe eine "Gänsehaut" bekommen, als er ihm vom Ausgang des Prozesses berichtet habe, sagte Anwalt Carlo Alberto Brusa. "Wir haben dafür gekämpft, damit dieser Freispruch makellos ausfällt." Der Strafverteidiger fügte hinzu: "Diese Affäre wird aber trotzdem ein kleines Ruinenfeld hinterlassen." Es seien "viele Menschen verletzt" worden.

Bayern-Star wusste Alter von Prostituierter nicht
Ribery hat zugegeben, 2009 in einem Münchener Luxushotel Sex mit der damals 17-jährigen Prostituierten Zahia Dehar gehabt zu haben. Der verheiratete Fußballer will aber ihr wahres Alter nicht gekannt haben. Staatsanwalt Jean-Julien Xavier-Rolai argumentierte während des Prozesses, es könne dem heute 30-Jährigen unmöglich das Gegenteil nachgewiesen werden. Zahia hat angegeben, ihre Kunden über ihr wahres Alter belogen zu haben. In Frankreich liegt die Höchststrafe für Sex mit einer minderjährigen Prostituierten bei drei Jahren Haft und 45.000 Euro.

Real-Star Benzema unschuldig
Benzema wies zurück, 2008 mit der jungen Frau bezahlten Sex gehabt zu haben, wie diese es gegenüber Ermittlern gesagt hatte. Die Staatsanwaltschaft sah es als "zumindest zweifelhaft" an, dass die junge Frau wirklich Sex mit Benzema hatte. Benzemas Anwalt sagte nach dem Urteilsspruch, sein Mandant - der bei der Urteilsverkündung ebenfalls nicht anwesend war - habe "von Anfang an" seine Unschuld beteuert.

Die Affäre um die französischen Nationalspieler war im Frühjahr 2010 bekannt geworden, wenige Monate vor der Fußball-WM in Südafrika. Die Polizei war im Zuge von Ermittlungen um den Pariser Nachtclub "Zaman Cafe", in dem junge Prostituierte ein- und ausgingen, auf das Callgirl Zahia gestoßen. Sie wurde durch den Fall berühmt und hat inzwischen ein eigenes Modelabel gegründet.

Fall wurde neu aufgerollt
Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen Ribery und Benzema im November 2011 zu den Akten legen wollen. Ein Untersuchungsrichter ordnete aber dennoch einen Prozess an - er argumentierte, den Fußballern habe nicht verborgen bleiben können, dass Zahia minderjährig war. Der Prozess begann im Juni vergangenen Jahres und wurde aus Verfahrensgründen umgehend ausgesetzt. Anfang vergangener Woche wurde er nach siebenmonatiger Pause wieder aufgenommen. Ribery und Benzema blieben den vier Verhandlungstagen fern und ließen sich durch ihre Anwälte vertreten.

In dem Prozess wurde am Donnerstag auch Riberys Schwager freigesprochen, der an dem fraglichen Abend in München dabei war und dem ebenfalls Sex mit einer minderjährigen Prostituierten zur Last gelegt wurde. Fünf in der Affäre wegen Zuhälterei Angeklagte wurden dagegen schuldig gesprochen und zu Strafen zwischen drei Monaten Haft auf Bewährung und einem Jahr Gefängnis verurteilt.
 

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