So lief der Stöger-Deal

Fix: Stöger ist Kölner

So lief der Stöger-Deal

Er verdient knapp 400.000 Euro - Austria kassiert 650.000 Ablöse. 

Gestern um 10.20 Uhr war es offiziell: Peter Stöger erhielt von der Austria die Freigabe für den FC Köln. Der Veilchen-Vorstand hat das letzte Angebot des deutschen Zweitligisten angenommen. 650.000 Euro plus die Einnahmen aus einem Freundschaftsspiel haben die Austria letztlich in die Knie gezwungen – nach tagelangen, zähen und beinharten Verhandlungen.

Austria bot Stöger einen neuen Dreijahresvertrag
Zwei Mal waren die Köln-Bosse zu Gesprächen in Wien. Die Austria versuchte ihren Meister-Coach mit allen Mitteln zu halten, forderte eine Million Ablöse. Sogar einen neuen Dreijahresvertrag zu verbesserten Konditionen haben die Violetten Stöger angeboten. „Er hat sich darüber sehr gefreut, uns aber erklärt, dass er das Offert nicht annehmen wird, sondern die Chance in Köln wahrnehmen möchte“, so Manager Markus Kraetschmer.

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Die Deutschen antworteten mit einem Appell an die Austria-Bosse, baten sie um Fairness: „Gibt es denn überhaupt keinen Anstand mehr im Fußball? Schließlich hatte sich Stöger bei Wr. Neustadt für die Austria aus dem Vertrag rausgekauft. Da ist es eine Frage der Ehre – zählt so was nicht mehr?“, stichelte Köln-Vize Toni Schumacher.

Dienstag legten die Köln-Bosse noch einmal nach
Dienstag Nachmittag dann die Wende: Köln-Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Alexander Wehrle reisten erneut nach Wien, erhöhten ihr Angebot auf die entscheidenden 650.000 Euro.

Doch wieder ließ die Austria Köln zappeln. Kraetschmer: „Noch am Abend hatten wir ein Gespräch mit Peter, der seinen Wunsch, nach Köln zu gehen, noch einmal bekräftigte. Dann haben wir dem Aufsichtsrat den Vorschlag unterbreitet, das Angebot anzunehmen.“ Der Deal war perfekt. Stöger soll in Köln knapp 400.000 Euro pro Jahr cashen – doppelt so viel wie bei der Austria.

„Darum gehe ich nach Köln“

ÖSTERREICH: Peter, der Deal ist perfekt. Bis du erleichtert?
Peter Stöger:
Ich bin froh, glücklich und vor allem erleichtert. Auch weil es eine Phase gab, in der ich zu zweifeln begonnen habe. Vor allem als ich nicht mehr in den Verhandlungen involviert war und nichts machen konnte. Aber die Kölner waren extrem bemüht – unglaublich, wie die um mich gekämpft haben. Auch wie sie mit mir in persönlichen Gesprächen umgegangen sind. Ich habe sofort ihre Wertschätzung gemerkt. Jetzt möchte ich dem Vertrauen gerecht werden.

ÖSTERREICH: Wie lauten jetzt deine Ziele mit Köln?
Stöger:
Mein Ziel ist natürlich der Aufstieg. Ein Klub wie Köln gehört einfach in die Bundesliga.

ÖSTERREICH: Beim Trainingsauftakt am Montag hatte Köln nur neun fitte Spieler am Platz. Darfst du den Kader verstärken?
Stöger:
Ich habe schon viele Gespräche geführt. Aber ins Detail werden wir erst heute gehen.

ÖSTERREICH: Wirst du deinen Co Manfred Schmid mitnehmen?
Stöger:
Auch das werden wir heute besprechen. Wenn es die Möglichkeit gibt, ist Manfred meine erste Wahl. Aber grundsätzlich darf ich mir einen Assistenten aussuchen.

ÖSTERREICH: Peter, wie war der Abschied von der Austria – sentimental?
Stöger:
Ich habe mich gestern noch einmal bei allen für die faire Behandlung bedankt. In ihrem Gesicht habe ich ihre Trauer gesehen. Aber alle haben Verständnis. Wir trennen uns im Guten. Die Austria wird immer eine Herzensangelegenheit für mich sein, vor allem nach dieser tollen und herausragenden Meistersaison. Ich habe bei der Austria gute Arbeit geleistet. Es war für uns alle ein unfassbares Jahr.

ÖSTERREICH: Hast du Verständnis für den Ärger so mancher Austria-Fans?
Stöger:
Natürlich verstehe ich die Enttäuschung der Fans. Sie haben das Recht, angefressen zu sein. Wer mich kennt, der weiß genau, wie schwer mir dieser Schritt gefallen ist. Auf der anderen Seite spricht das aber auch für mich und meine Arbeit. Und wer mich kennt, der weiß auch, dass ich stets die Herausforderung als großes Ziel gesehen habe.

 

VIDEO - So feierte die Austria den Titel am Ring:

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