Prozess in München

Steuerschuld von Hoeneß noch viel höher

Nächste Bombe im Prozess: Die Steuerschuld des Bayern-Bosses beträgt 27,2 Millionen Euro.

Die Steuerschuld von FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß liegt nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft sogar bei 27,2 Millionen Euro. Zu den 23,7 Millionen Euro, die aus neuen Unterlagen von der Rosenheimer Steuerfahndung errechnet worden waren, kommen demnach noch die 3,5 Millionen Euro aus der ursprünglichen Anklage gegen den 62-Jährigen Boss des deutschen Fußball-Rekordmeisters hinzu.

Zuvor hatte am Dienstag die als Zeugin vor dem Münchner Landgericht vernommene Rosenheimer Steuerfahnderin die Summe von 23,7 Millionen Euro genannt. Hoeneß selber hatte zum Prozessauftakt tags zuvor eingeräumt, 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Angesichts der neuen Enthüllungen ist offen, ob das Urteil wie geplant am Donnerstag fallen kann. Eine Entscheidung darüber will das Gericht erst am Mittwoch nach der Anhörung weiterer Zeugen fällen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Hoeneß ursprünglich wegen 3,5 Millionen Euro hinterzogenen Steuern angeklagt. Da die Hauptverhandlung läuft, schützt es Hoeneß nicht, dass die Strafverfolger zunächst nicht die gesamte Summe aufgedeckt hatten. Eine unbedingte Haftstrafe wird angesichts der Enthüllungen vom Dienstag immer wahrscheinlicher. Auf Steuerhinterziehung stehen in Deutschland bis zu fünf Jahre Haft, in besonders schweren Fällen zehn Jahre.

Jahres-Gewinn von mehr als 30 Millionen Euro
Hoeneß türmte der Steuerfahnderin zufolge in den Jahren bis 2005 mit seinen Devisenspekulationen ein gewaltiges Vermögen auf. Der Saldo seiner Konten bei der Bank Vontobel habe mehr als 150 Millionen Euro betragen, erklärte die Beamtin. In manchen Jahren habe der Gewinn mehr als 30 Millionen Euro ausgemacht. Nach 2006 ging es abwärts. "Ende 2010 ist nicht mehr sehr viel von den Gewinnen da, was leider an der Steuer nichts ändert", schilderte die Beamtin.

Für Aufregung sorgte die 45-Jährige mit einem Detail: Eine Datei auf einem USB-Stick, den die Steuerfahndung erst im Februar von Hoeneß' Anwälten erhalten habe, sei bereits vor gut einem Jahr kurz nach dessen Selbstanzeige erstellt worden. Dies sei von EDV-Experten ihres Hauses ermittelt worden, erklärte sie im Zeugenstand. Die Kammer lud für Mittwoch den Spezialisten der Steuerfahndung vor.

Bei der von ihr genannten Summe von 23,7 Mio. Euro soll es sich um eine "Best-Case-Rechnung" zugunsten von Hoeneß handeln, die sich aus einer Neuberechnung seiner Steuern aufgrund neu eingereichter Unterlagen für die Jahre 2003 bis 2006 ergeben habe. Die Verteidiger von Hoeneß hatten erst am 27. Februar umfassende Dateien zu den Devisengeschäften ihres Mandanten abgegeben. Auf deren Grundlage führte die Steuerfahndung nun die Neuberechnung durch.

Unterlagen lückenhaft?
Nach Ansicht der Steuerfahnderin, die mit einem roten Wäschekorb voller Akten den Saal 134 im Münchner Justizpalast betreten hatte, sind die nachgereichten Unterlagen aber lückenhaft. "Hier fehlen 1,7 Millionen, von denen keiner weiß, wo sie sind", sagte etwa Richter Rupert Heindl einmal. Zudem habe Hoeneß mehrere Fristen verstreichen lassen. Die Beamtin warf dem Angeklagten deshalb eine Hinhaltetaktik vor.

Dämpfer für Hoeneß
Für Hoeneß' Hoffnungen, dass seine Selbstanzeige vor Gericht doch noch als gültig anerkannt wird und er damit straffrei davonkommt, bedeuteten die Angaben der Steuerfahnderin einen massiven Dämpfer. Eine strafbefreiende Selbstanzeige muss nach den gesetzlichen Vorgaben umfassend sein. Die Staatsanwaltschaft hatte seine am 17. Jänner 2013 eingereichte Selbstanzeige aber bereits als unvollständig eingestuft und deshalb nicht anerkannt.

Der Fußballmanager hatte sich am Montag reumütig gezeigt und beteuert, er wolle zur vollen Steuerehrlichkeit zurückkehren. Am zweiten Verhandlungstag schwieg er, während die Beamtin aus Rosenheim sein steuerliches Sündenregister vortrug und auf Basis neuer Datenberge aus Zürich ihre jüngste Schätzung abgab.

Der Prozess war ursprünglich auf vier Verhandlungstage angesetzt. Angesichts der immer komplexeren Sachlage wird damit gerechnet, dass Richter Rupert Heindl weitere Termine plant. Für Mittwoch ließ er auch den für Hoeneß zuständigen Betriebsprüfer als Zeugen laden.

Hoeneß im Stadion
Hoeneß ist nach dem Prozess wie angekündigt zum Achtelfinal-Rückspiel der Champions League im Stadion erscheinen. Vor der Partie des deutschen Fußball-Rekordmeisters gegen Arsenal zeigte sich der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Club-Chef am Dienstagabend äußerlich gelöst in einem Ehrengastbereich der Allianz Arena.

Beckenbauer hofft auf Wende
Ehrenpräsident Franz Beckenbauer setzt auf eine Wende zugunsten seines langjährigen Weggefährten. "Im Moment schaut's vielleicht nicht ganz so gut für den Uli aus, aber ich habe bislang noch keine Verteidigung gesehen", sagte Beckenbauer am Dienstagabend beim Pay-TV-Sender Sky.

"Die Angreifer haben die Fakten offengelegt, haben mehr oder weniger ihr Pulver verschossen. Jetzt liegt es an der Verteidigung, diese Punkte zu klären", führte der ehemalige Weltklassespieler weiter aus. Beckenbauer bekräftigte, dass er Hoeneß "alles Glück dieser Erde" wünsche.




 

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16.10 Uhr: 155 Millionen Euro auf dem Konto
Ein Detail wurde jetzt noch bekannt:  Der Kontostand von Uli Hoeneß betrug Ende 2005  stolze 155 979 000 Euro. Das war die Masse, mit der er zockte. Das war`s für heute. Der zweite Prozesstag ist gelaufen. Morgen geht es weiter.

16.05 Uhr: Wir haben einen neuen "Schuldenstand" von Hoeneß. Laut der Staatsanwaltschaft soll der Bayern-Boss 27,2 Millionen Steuern schuldig sein...

15.55 Uhr: Die Steuerfahnderin wurde aus dem Zeugenstand entlassen.

15.52 Uhr: Laut Gerichtssprecherin Titz soll morgen eine Entscheidung fallen, ob der Prozess verlängert werden muss. Derzeit spricht allerdings alles dafür, dass es am Donnerstag noch kein Urteil geben wird.

15.38 Uhr: Wegen einer Verzögerung geht es erst jetzt mit dem Prozess weiter.

15.34 Uhr: Laut der Gerichtssprecherin sollen morgen sogar drei neue Zeugen befragt werden. Einerseits Hoeneß' Betriebsprüfer, dann ein EDV-Experte. Wer der dritte Zeuge sein soll, ist bislang nicht bekannt.

15.33 Uhr: Laut der Steuerfahnderin im Zeugenstand reichte die Zeit von der nachträglichen Einreichung der Unterlagen bis zum Prozess nur für eine oberflächliche Prüfung. Laut der Zeugin würden auch "Millionen fehlen, von denen keiner weiß, wo sie sind."

15.20 Uhr: In der Pause hat auch Hoeneß-Anwalt Feigen gesprochen. Er will gar nicht näher auf die immer weiter steigende Summe eingehen. Für ihn sei nur wichtig, dass die Selbstanzeige gültig sei.

15.15 Uhr: Ohne Worte

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Steuerschuld von Hoeneß noch viel höher
× Steuerschuld von Hoeneß noch viel höher

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15.08 Uhr: Mittlerweile ist es auch offiziell, dass morgen zwei weitere Zeugen einvernommen werden sollen: Einerseits jener Betriebsprüfer, der für Hoeneß zuständig ist, andererseits ein EDV-Experte, der zu den offenbar umdatierten Daten auf den der Finanz überantworteten USB-Sticks Stellung nehmen soll.

15.06 Uhr: Die ohnehin schon sehr komplexe Materie ist durch die Aussagen der Steuerfahnderin heute nochmals komplizierter geworden. Vor allem: derzeit liegen dem Gericht nur Salden wor, es ist aber nicht klar, wie die Summen zustande gekommen sind, bzw. ob nicht zwischenzeitlich noch mehr steuerpflichtige Gewinne angefallen sind.

14.44 Uhr: Ken Heidenreich, Sprecher der Staatsanwaltschaft, ergänzend zur abermals neuen Steuerschuld von Hoeneß: Es würde durch 2,5 Millionen Euro an Kapitalerträgen sogar eine Steuerschuld von 26,2 Millionen Euro entstehen. Damit sind wir schon bei 8 Millionen mehr, als Hoeneß gestern eingestanden hat.

14.33 Uhr: Ab 15.15 Uhr soll es übrigens im Prozess weitergehen.

14.32 Uhr: Laut Finanzamt soll Hoeneß laut neuesten Berechnungen sogar 23,7 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Das ist übrigens die für Hoeneß günstigste Rechnung, es könnte bei genauerem Studium der nachgereichten Zahlen also sogar noch mehr sein.

14.26 Uhr: In der letzten halben Stunde ging es um Hoeneß' Devisengeschäfte. Der Bayern-Boss soll mit einem Volumen von 150 Millionen Euro gegen den US-Dollar "gewettet" haben. Damit seine Gewinne steuerfrei sind, soll jeder Deal nur ein Jahr gelaufen sein. Außerdem trennte Hoeneß die Konten nach Währungen.

14.25 Uhr: Es wird wieder eine Prozess-Pause eingelegt.

14.21 Uhr: Zahlen, Zahlen, Zahlen. Die Ausführungen der Rosenheimer Steuerfahnderin sind ebenso technisch wie ausführlich.

14.07 Uhr: Einigen Gerichtskiebitzen wird es zu langweilig - sie verlassen den Saal.

13.45 Uhr: Es ist nach wie for die Steuerfahnderin vom Finanzamt Rosenheim am Wort. Endlose Zahlenreihen werden heruntergebetet.

13.32 Uhr: Hanns Feigen, einer der Anwälte von Hoeneß meldet sich zu Wort. Er will festhalten, dass die belastenden Unterlagen zwar vorlagen, aber "in keinster Weise" verwertbar gewesen sein sollen.

13.30 Uhr: Jetzt hat sich doch noch ein Fürsprecher für Hoeneß gefunden - Rainer Calmund. Der ehemalige Geschäftsführer von Bayer Leverkusen meint, dass Hoeneß Großes für den FC Bayern geleistet hätte. "Als Fußball-Freund sage ich: Ich hoffe, er wird mild bestraft - ohne das Vergehen bagatellisieren zu wollen."

13.20 Uhr: Die Steuerfahnderin nimmt nun Stellung zu den Daten und Zahlen aus dem Jahr 2009.

13.13 Uhr: Manche lernen's nie: Obwohl striktes Foto-Verbot im Sitzungssaal herrscht, fotografierte ein "Gerichtskiebitz". Die Polizei schritt ein, Handy und Ausweis sind weg.

13.03 Uhr: Laut Gerichtssprecherin Titz soll es jetzt sogar einen sechsten Zeugen geben. Ein EDV-Sachverständiger des Finanzamts Rosenheim soll geladen werden. Er soll sich zu den scheinbar umdatieren USB-Sticks äußern.

12.59 Uhr: Kommt es für Hoeneß noch dicker? Er hat in seiner Offenlegung laut der Zeugin auch das Jahr 2002 als steuerrelevant angegeben - das schien aber in der Anklage der Staatsanwaltschaft gar nicht auf. Noch nicht...

12.55 Uhr: Der Prozess wird mittlerweile fortgesetzt. Die Zeugin geht weitere Zahlen durch, vielen rauchen da die Köpfe. Wenig erbaulich da die Ansage vom Richter: "Es wird noch komplizierter und anstrengender."

12.35 Uhr: Die Zeugin legte kurz vor der Sitzungsunterbrechung auch noch die Einkünfte von Hoeneß bei der Vontobel-Bank aus den Jahren 2002 bis 2008 vor. Insgesamt belaufen sich diese auf 62,675 Millionen Euro. Reaktion von Hoeneß: ein hochroter Kopf...

12.08 Uhr: Der Prozess ist jetzt bis 13 Uhr unterbrochen - Mittagspause. Zuvor noch ein Statement der Zeugin: "Wir haben mit der Verteidigung besprochen, dass das (die neuen Unterlagen, Anm. d. Red.) noch ergänzt werden muss. Manuell dauert das Monate, wir könnten das höchstens grob schätzen, weil viele Geschäfte noch geklärt werden müssten. Wir vereinbarte eine grobe Sichtung während der Faschingswoche." Damit ist nun auch endlich klar, dass - wie anzunehmen war - eine genaue Durchforstung der rund 50.000 nachgereichten Dokument-Seiten bisher nicht möglich war.

12.07 Uhr: Jetzt hat sich auch der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ken Heidenreich, zu Wort gemeldet. Für ihn hängt die weitere Dauer des Prozesses davon ab, wie "belastbar" die vorgelegten Zahlen der Steuerfahnderin sind.

12.02 Uhr: Hoeneß steht das Wasser nach den Aussagen der Steuerfahnderin bis zum Hals - vom Besuch des heutigen Champions League-Spiels seiner Bayern gegen Arsenal lässt er sich aber nicht abbringen. Ein Hoeneß-Sprecher richtet der Öffentlichkeit aus, dass der Bayern-Boss plant, heute Abend im Stadion zu sein.

11.57 Uhr: Während die Öffentlichkeit immer vehementer den Rücktritt von Hoeneß als Bayern-Präsident fordert, halten sich die einflussreichen Sponsoren noch zurück. Rupert Stadler, Audi-Chef und im Bayern-Aufsichtsrat vertreten, will sich während des laufenden Verfahrens nicht dazu äußern.

11.50 Uhr: Urteil noch Wochen entfernt? Dies gibt Titz jedenfalls gegenüber dem Nachrichtensender "N24" an. Im Gerichtssaal selbst rechnet die Zeuging derzeit vor, wie Hoeneß auf die 18,5 Millionen Euro kam, die er gestern noch gestanden hat.

11.48 Uhr: Gerichtssprecherin Titz im O-Ton: "Die Aussagen der Beamtin befinden sich noch in den Anfängen. Daraus ergibt sich, dass über einen langen Zeitruam keine Unterlagen von Herrn Hoeneß eingereicht wurden. Vom Finanzamt gestellte Fristen waren nur die zur Erstellung der steuerlichen Veranlagung notwendig. Das war unabhängig von der strafrechtlichen Wirksamkeit der Selbstanzeige. Aber die Fristen sind verstrichen, ohne dass Unterlagen eingereicht worden wären."

11.38 Uhr: Mit einem Urteil am Donnerstag rechnet nun niemand mehr. Gerichtssprecherin Titz: "Es ist davon auszugehen, dass weitere Termine erforderlich sind."

11.23 Uhr: Richter Heindl zeigt sich über die Übergabe der Daten "not amused". "Das war also wie ein großer Schuhkarton mit Unterlagen." Zudem bekrittelt der Richter, dass Hoeneß die Unterlagen ausgerechnet in der Faschings-Woche übergeben hätte. Die Finanzbeamten mussten dafür sogar ihre freien Tage opfern, um sich einen ersten Überblick über die zigtausend Seiten Datenmaterials zu verschaffen.

11.18 Uhr: Handelt es sich doch "nur" um 3 USB-Sticks mit Bank-Daten? Die Zahl variiert derzeitpraktisch im 10-Minuten-Takt, sollte am Ende aber keine Relevanz haben. Fix ist, dass rund 52.000 Seiten nachgereicht wurden, sowie eine Excel-Tabelle.

11.15 Uhr: Der erste Schwung an Aussagen der Steuerfahnderin kurz zusammengefasst: Sie belastet Hoeneß schwer. Daten sollen erst mit über einem Jahr Verspätung abgegeben worden sein. Zudem dürfte das Erstellungsdatum der Bankdaten manipuliert worden sein.

11.13 Uhr: Auf dem Konto bei der Schweizer Bank soll es außerdem Bareinzahlungen und Barabhebungen gegeben haben.

11.12 Uhr: Nochmals zu den Daten auf den USB-Sticks. Die Finanz fand ja heraus, dass diese bereits im Jänner 2013 erstellt wurden - sie sollen nachträglich so frisiert worden sein, dass ein jüngeres Erstellungsdatum angezeigt wurde, nämlich Februar 2014.

11.10 Uhr: Inzwischen ist die Rede von 5 USB-Sticks mit Unterlagen der Schwiezer Vontobel-Bank, die der Finanz übergeben worden sind.

11.06 Uhr: Hoeneß mit Anwalt Markus Gotzens

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11.04 Uhr: Gerichtssprecherin Titz in der kurzen Verhandlungspause: Hoeneß soll immer wieder Fristen verstreichen haben lassen, außerdem wurden Unterlagen nur unvollständig eingereicht. Titz bestätigt jetzt auch, dass morgen der Betriebsprüfer aus Rosenheim aussagen wird. Mit einem Urteil am Donnerstag wird mittlerweile nicht mehr wirklich gerechnet.

11.01 Uhr: Es gibt auch News zu dem für morgen angekündigten neuen Zeugen. Es handelt sich dabei um einen Betriebsprüfer des Finanzamts Rosenheim. Er soll Aussagen machen, wie Hoeneß seine riesigen Verluste kontentechnisch kompensiert haben soll.

11 Uhr: Nochmal zu den PDF-Dateien auf den USB-Sticks. Es besteht nun woh der Verdacht, dass diese bereits am 18. Jänner 2013 von der Bank erstellt wurden, jedoch erst am 27. Februar 2014 der Finanz übergeben wurden.

10.54 Uhr: Mit einem schnellen Prozess-Ende ist wohl nicht zu rechnen. Die Aussagen der Zeugin hätten etliche neue Fragen aufgeworfen, so die Gerichtssprecherin in der Pause. Sie sich sich nicht sicher, ob die Vernehmung heute überhaupt abgeschlossen werden könne.

10.49 Uhr: Jetzt könnte es für Hoeneß brenzlig werden: Die Unterlagen, die erst vorige Woche nachgereicht wurden, sollen bereits seit einem Jahr existieren. Der unausgesprochene Vorwurf: Hoeneß, bzw. seine Berater, könnten diese Unterlagen bis zum letzten Moment zurückgehalten haben. Hoeneß selbst hat sich heute noch nicht geäußert. Derzeit ist eine kurze Verhandlungspause.

10.47 Uhr: Bei der Nachreichung der Steuerdaten soll es laut der Zeugin auch zu einem technischen Problem gekommen sein: Die Anwälte von Hoeneß hätten die erste Tranche auf einem USB-Stick übermittelt. Diese Daten konnten aber von der Finanzbehörde nicht ausgelesen werden... Erst in einem zweiten Anlauf konnten die digital übermittelten Daten auch ausgewertet werden. Dabei soll es sich um mehr als 50.000 Seiten an Dokumenten gehandelt haben.

10.43 Uhr: Wie die Zeugin zu Protokoll gibt, werden seit Ende Februar Daten gesichtet. Ein Großteil der Informationen über das Schweizer Konto wurde schon am 18. Jänner 2013, einen Tag nach der Selbstanzeige, erstellt. Außerdem wusste die Verteidigung, laut der Zeugin, dass die Steuerschuld höher sein würde, als bisher angenommen. Die habe mit den eingereichten Unterlagen zu tun.

10.39 Uhr: Was auch immer noch passieren wird, Experten und Politiker sind sich einig, dass Hoeneß kaum um eine Haftstrafe herum kommen wird. "Die Zahl alleine, 18 Millionen Euro, ist so schwerwiegend, das mir der Glaube momentan fehlt, dass er eine Bewährungsstrafe erhalten kann", sagt der stellvertretende Parteivorsitzende der FDP, Wolfgang Kubicki (im "Brotberuf" Jurist).

10.35 Uhr: Die vierte Zeugin spricht seit nunmehr knapp einer Stunde. Der große "Knaller" blieb bislang aus.

10.27 Uhr: Im TV nimmt nun auch Gerhard Wipijewski von der Bayerischen Finanzgewerkschaft Stellung. Er glaubt, dass sich der Prozess noch weiter in die Länge ziehen wird, weil noch neue Zahlen ans Tageslicht kommen könnten: "Ich gehe davon aus, dass diese Zahlen (von Hoeneß' neuem Geständnis am Montag, Anm. d. Red.) nicht das Ende sein werden."

10.19 Uhr: Interessante Aussage der Steuerfahnderin: Es hätte sich um so viel Material gehandelt, dass Hoeneß dies unmöglich an einem Tag hätte vorlegen können. Ob das dem Bayern-Boss jetzt sogar in die Karten spielt?

10.17 Uhr: Viel Arbeit für die derzeit aussagende Steuerfahnderin. Sie sollte in der letzten Woche 70.000 Seiten an neuem Aktenmaterial sichten...

10.10 Uhr: Zurück zur gerade aussagenden Zeugin. Die Steuerfahnderin gibt an, dass bei der Durchsuchung von Hoeneß' Haus am Tegernsee Unterlagen für die Selbstanzeige gefunden wurden.

10.09 Uhr: Der TV-Sender "N24" berichtet, dass überraschend morgen noch ein neuer Zeuge vernommen werden soll. Dabei soll es sich um einen Betriebsfachwirt handeln. Offiziell ist das allerdings nicht.

10.04 Uhr: Erste Aussage der letzten Zeugin: Sie spricht von einer lückenhaften Steuererklärung. In den Jahren 2001 bis 2003 und im Jahr 2005 sollen 70 Millonen (!) Euro Steuern fällig gewesen sein.

10.02 Uhr: Rund 100 Sicherheitsbeamte sorgen in und um den Justizpalast heute dafür, dass alles ordnungsgemäß abläuft. Trotz seines Gerichtsverfahrens plant Hoeneß übrigens, am Abend beim CL-Achtelfinalrückspiel seiner Bayern gegen Arsenal in der Allianz-Arena anwesend zu sein.

9.59 Uhr: Die vierte und letzte Zeugin hat den Sitzungssaal betreten. Jetzt wird es ernst.

9.58 Uhr: Hier betritt Hoeneß den Sitzungssaal

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9.57 Uhr: Hoeneß selbst wirkt heute ernster, als am Montag. Zur seelischen Unterstützung ist auch heute wieder seine Frau Susi im Sitzungssaal anwesend.

9.55 Uhr: Titz weiter: "Die Steuerfahnderin wird weiters aussagen können, wie weit man schon mit der Auswertung der Unterlagen ist, die erst vorige Woche eingereicht wurden. Daraus wird sich das weitere Vorgehen des Gerichts ergeben." Daraus soll sich dann auch ergeben, ob weitere Termine bestimmt werden müssen, bzw. ob das Verfahren ausgesetzt und neu begonnen werden muss, weil sich die Auswertung noch sehr lange hinziehen könnte.

9.53 Uhr: Andrea Titz, die Sprecherin des Oberlandesgerichts München, erklärt, was heute passieren soll: "Heute wird die leitende Steuerfahnderin vernommen. Sie wird Angaben machen können, wieso die Ermittlungen eingeleitet worden sind, wie es zum Durchsuchungsbefehl kam, warum der Haftbefehl beantragt wurde und wie die Selbstanzeige zu bewerten war."

9.46 Uhr: Hoeneß auch heute im schwarzen Anzug. Statt roter Krawatte trägt der Bayern-Boss heute allerdings eine blaue Krawatte.

9.41 Uhr: Derzeit fragen sich alle, wie die weitere Prozessfolge aussieht. Eigentlich wurde ein Urteil für Donnerstat erwartet. Hoeneß' umfassendes Geständnis von Montag könnte das alles verkürzen. Auf der anderen Seite wird spekuliert, dass sich der Prozess sogar noch länger ziehen könnte, sollte das Gericht mehr Zeit brauchen, um etwaige neue Unterlagen der letzten Zeugin eingehend zu prüfen.

9.37 Uhr: Die Schaulustigen und Medienvertreter im Gerichtssaal werden auf das geltende Handyverbot hingewiesen. Mal schauen, wer sich aller daran hält.

9.33 Uhr: Uli Hoeneß hat den Sitzungssaal betreten, die Tür wird geschlossen, es geht gleich los.

9.30 Uhr: Gleich geht's los. In Kürze wird die Steuerbeamting mit Akteneinsicht aus Rosenheim befragt. Sie hat auch gleich jede Menge Aktenordner mitgenommen. Kommt's für Hoeneß jetzt ganz dick?

9.28 Uhr: In der öffentlichen Meinung kommt Hoeneß nicht gut weg. Viele Politiker zeigen sich "fassungslos" und fordern seinen sofortigen Rücktritt als Bayern-Präsident. Noch deutlicher wird Thomas Eigenthaler, Chef der Steuergewerkschaft. Für ihn ist eine Freiheitsstrafe "absolut zwingend".

9.21 Uhr: Interessanter Einblick hinter die Kulissen: Mehrere Polizisten, die bereits im Gerichtssaal sind, mutmaßen, dass nach der Aussage der letzten Zeugin der Prozess vertagt werden könnte, weil das Gericht die neuen Zahlen erst prüfen müsse.

9.09 Uhr: Ein Blick auf den Münchner Justizpalast und den geballten Medienauflauf davor:

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8.47 Uhr: Den ersten Prozess-Tag verpasst? Hier gibt's alle Infos zu Tag 1.

8.38 Uhr: Mit Spannung wird heute die Aussage der vierten und letzten Zeugin erwartet: Ab 9.30 Uhr soll eine Finanzbeamtin unter Eid befragt werden. Sie soll Einblick in die Akten gehabt haben, die Hoeneß nachträglich eingereicht hatte.

8.35 Uhr: In den deutschen Medien ist die Stimmung klar Anti-Hoeneß: "Ein Desaster im Champions-League-Format" nennt die "Süddeutsche Zeitung" den ersten Prozesstag. "Der Heuchler", titelt die "BZ". Die "Bild" meint, Hoeneß dürfe keinen Promi-Bonus bekommen.

8.30 Uhr: Guten Morgen und herzlich willkommen beim oe24-Liveticker. Vor dem Münchner Gericht geht es schon eine Stunde vor Beginn des zweiten Prozesstages heiß her. Jede Menge TV-Übertragungswägen sind bereits vor Ort, Dutzende Journalisten warten auf den Prozessbeginn.

Diashow: Hoeneß-Prozess in München