ÖFB-Cup

Sturm auf dem Weg nach Europa

Lavric erzielte gegen Ried den entscheidenden Treffer.

Der SK Sturm Graz hat im ÖFB-Cup die Chance auf die vierte Trophäe in der Club-Geschichte gewahrt. Die Steirer setzten sich im zweiten Semifinale am Mittwochabend auswärts gegen die SV Ried 1:0 (1:0) durch. Klemen Lavric erzielte in der 19. Minute den entscheidenden Treffer für die Mannschaft von Franco Foda. Sturm trifft im Endspiel am 16. Mai im EM-Stadion Klagenfurt nun auf den SC Wr. Neustadt.

Die in der Meisterschaft hinter der Austria klar viertplatzierten "Blackies" hielten mit dem Erfolg im Innviertel auch den Kurs Richtung Europacup. Der Erfolg der Grazer war nicht nur aufgrund zweier Aluminiumtreffer in der zweiten Spielhälfte verdient. Sturm reichte nach der Führung eine schnörkellose Leistung, um den Final-Einzug zu realisieren. Die im Frühjahr unter ihren Möglichkeiten spielenden Rieder waren vor heimischer Kulisse nicht imstande, die Torsperre der Gäste zu brechen.

Auf holprigem Boden in der mit 3.500 Zuschauern gefüllten "Keine Sorgen Arena" schlugen die ohne den verletzten Kapitän Andreas Hölzl angetretenen Schwarz-Weißen bezeichnenderweise aus der Luft zu. Der von Rieds Abwehr sträflich vernachlässigte Lavric verwertet eine Flanke seines Sturmpartners Roman Kienast per Kopf und legte damit den Grundstein zum Erfolg. Es war die erste Möglichkeit für den in den späten 90er-Jahren dreifachen Cup-Sieger (1996, 1997, 1999), der danach auf seine defensiven Stärken vertraute.

Die Spielvereinigung, die 1998 gegen Sturm den bis dato einzigen Cup-Titel erobert hatte, war in ihrem Spiel zu fehleranfällig. Viele Fehlpässe prägten die Kombinationen der Innviertler, die mit ihrem Latein 30 Meter vor dem Grazer Gehäuse zu Ende schienen. So blieb ein Gewaltschuss des umstrittenen Kapitäns Herwig Drechsel (39.) die einzige gefährliche Aktion vor der Pause. Jungstürmer Markus Hammerer war bei der zweitbesten Verteidigung der Liga um Abwehrchef Gordon Schildenfeld völlig abgemeldet.

Die auf Konter setzenden Grazer waren auch nach Seitenwechsel die deutlich gefährlichere Elf - und hatte bei ihren Gegenstößen darüber hinaus Pech: Hölzl-Ersatzmann Manuel Weber (50.) und Lavric (53.) trafen innerhalb weniger Minuten zweimal die Stange. Rieds Trainer Paul Gludovatz reagierte nach einer Stunde und brachte mit Sturmtank Atdhe Nuhiu und kurz darauf mit dem Spanier Jonathan zwei frische Stürmer. Das Angriffsspiel der Hausherren mit vielen hohen Bällen und ineffektiven Querpässen blieb dennoch zu harmlos.

Nur bei einem Kopfball von Martin Stocklasa (84.) musste die Foda-Elf noch einmal zittern. Einziger Wermutstropfen für Sturm blieb, dass Mittelfeldmotor Petr Hlinka nach seiner zweiten Gelben Karte im Bewerb im Finale gesperrt ist.

SV Josko Ried - SK Sturm Graz Endstand 0:1 (0:1).
Ried, Keine Sorgen Arena, 3.500, SR Brugger.
Tor: 0:1 (19.) Lavric