Österreich verliert gegen Dänemark

WM-Qualifikation

0:4 - Team kassiert historische Heimpleite gegen Dänemark

Österreich muss sich gegen Dänemark im WM-Quali-Hit mit 0:4 geschlagen geben, kassierte die höchste Heim-Pflichtspielniederlage in der Team-Geschichte. Alle Tore fielen in der 2. Halbzeit.

Unglaublich! Österreich wird im Happel-Stadion vorgeführt, verliert nach einer inferioren zweiten Halbzeit gegen Dänemark mit 0:4 und kassiert die erste Pleite in der laufenden WM-Quali. Während die Skandinavier mit dem dritten Sieg (Torverhältnis 14:0) einen großen Schritt in Richtung WM 2022 in Katar machen, rutscht Österreich nach der höchsten Niederlage seit fast 10 Jahren (2011, 2:6 gegen Deutschland) sogar auf Rang 4 ab.

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Ilsanker und Schlager ersetzen Schaub und Grillitsch

Teamchef Foda veränderte seine Elf im Vergleich zum 3:1 am Sonntag gegen die Färöer auf zwei Positionen: Ilsanker ersetzte den gesperrten Grillitsch, Schlager erhielt den Vorzug gegenüber Schaub. Die Dänen starteten mit der selben Aufstellung wie beim 2:0 zum Auftakt gegen Israel, im Vergleich zum fulminanten 8:0 zuletzt gegen Moldawien wechselte Teamchef Hjulmand auf zehn Positionen.

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Stimmen zum Spiel Österreich gegen Dänemark
× Stimmen zum Spiel Österreich gegen Dänemark

Offenem Schlagabtausch fehlen lange die Top-Chancen

Von Beginn an entwickelte sich im Happel-Stadion ein Duell auf Augenhöhe: Flott, rassig, intensiv. Österreich agierte ganz in Schwarz gekleidet sehr präsent, kaufte den Dänen die Schneid ab. Einziges Manko: Vorne fehlten die zündeten Ideen. Nach rund 20 Minuten wurden die Gäste stärker - und gefährlich. Barcelona-Kicker Braithwaite versuchte es in Minute 21, drüber. Die erste ganz dicke Chance im Spiel dann in Minute 27: Braithwaite bekam im Strafraum den Ball, spielte quer - doch Lainer blockte den Schuss von Maehle für den bereits geschlagenen Keeper Schlager mit dem Knie über die Latte. Glück gehabt! Von unserem Team musste jetzt wieder mehr kommen. Sabitzer fand zumindest den ersten Schuss Richtung Dänen-Keeper Schmeichel vor, schoss aber daneben (29.). Wesentlich enger war Baumgartner in Minute 43 dran: Abschluss aus rund 14 Metern, doch der Hoffenheimer zirkelte den Ball am langen Eck vorbei. Pause, 0:0.

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Österreich gegen Dänemark
× Österreich gegen Dänemark

Dänen spielen sich nach der Pause in einen Rausch

Beide Teams starteten unverändert in die zweite Hälfte. Nach zehn unaufregenden Minuten schlugen die Dänen eiskalt zu: Nach Stellungsfehler von Trauner bediente Delaney den drei Minuten zuvor eingewechselten Olsen, der völlig freistehend aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste (58.). Österreich musste jetzt liefern. Doch die Dänen blieben am Drücker: Wind scheiterte aus rund 10 Metern an Schlager (60.). Drei Minuten später sorgten die Skandinavier für die Vorentscheidung: Maehle stellte freistehend vor Schlager auf 0:2 (63.), wieder machte Trauner keine gute Figur. Österreich in Schockstarre. Die logische Konsequenz: Das 0:3. Keeper Schlager kam gegen Braithwaite zu spät, der Barca-Stürmer bediente Hojbjerg und der traf mühelos zum 0:3 (67.). Eine Machtdemonstration! Die gnadenlos weiterging: Olsen tanzte Ulmer aus, traf zum 0:4 (73.). Teamchef Foda schlug die Hände über dem Kopf zusammen, analysierte nach dem Spiel: "Das war leider zu wenig, es ist eine bittere Niederlage und tut richtig weg."

Kara mit Debüt - Österreich rutscht auf Rang 4 ab

Ein gebrauchter Abend für Österreich. Einziges kleines Highlight: Rapids Kara wurde eingewechselt, feierte sein Debüt und ist nun definitiv für immer Bestandteil der österreichischen Nationalmannschaft. Eine, die aufgrund von Favoritensiegen von Schottland (4:0 gegen Färöer) und Israel (4:1 in Moldawien) in den Parallelspielen auf Rang 4 der WM-Quali-Tabelle abrutscht. Nach dem Debakel geht es für Österreich in der WM-Qualifikation erst Anfang September weiter, da warten die beiden Auswärtsspiele in Moldawien und Israel sowie das Heimspiel gegen Schottland. Der nächste Länderspiellehrgang ist im Juni: Da steigen erst zwei Testspielen gegen England und Slowakei, ab 11. Juni startet dann die EURO.

Philipp Scheichl