Red-Bull-Berater Helmut Marko und Mercedes-Sportchef Toto Wolff

Formel-1-Krieg

Nach Marko-Attacke: Jetzt spricht Toto Wolff

Mercedes-Teamchef Toto Wolff kontert den Attacken von Helmut Marko.  

Im Telefonat mit ÖSTERREICH wollte Wolff zuerst nichts zu den jüngsten Angriffen von Red Bull sagen. Konfrontiert mit den Aussagen von Red-Bull-Motorsportboss Marko, der nach dem Monza-Crash meinte, Mercedes und Hamilton hätten eine Show abgezogen, reagierte der Silberpfeil-Boss dann doch. Wolff: "Lewis hat ja nie gesagt, dass er schwer verletzt ist. Er hatte nur einen steifen Hals."

Wolff war in den vergangenen Tagen ständig in Kontakt mit Hamilton. Und wie geht es dem WM-Titelverteidiger vor der Anreise zum GP in Sotschi (Sonntag, 14 Uhr, ORF1 live)? Wolff: "Er ist okay. Sein Nacken ist noch ein bissl steif. Aber das ist ja kein Wunder, schließlich ist das Auto von Max doch kurz auf seinem Kopf gestanden. Lewis wird jedenfalls keine Einschränkungen für den Russland-GP haben."

"Freunde werden die keine mehr"

Dass Hamilton sauer auf seinen WM-Kontrahenten ist, sei für Wolff nachzuvollziehen: "In Silverstone hat sich Max beklagt, dass sich Lewis nach dem Unfall angeblich nicht nach seinem Zustand erkundigt hat, jetzt hat er dasselbe gemacht."

Für Marko ist im Dauerkonflikt zwischen Hamilton und Verstappen ohnehin nichts mehr zu kitten: "Freunde werden die keine mehr ..."

Das gilt wohl auch für Wolff und Marko, der seinem Mercedes-Gegenüber gerade erst wieder ein "taktisches Foul" vorgeworfen hat. Wolff dazu: "Alles in allem sind das entbehrliche Kommentare von den Rängen. Denen gebe ich keine Bedeutung."

Die Silberpfeile blicken lieber auf den GP von Russland, der laut Wolff "ohnehin intensiv genug" werden dürfte: "Wir werden alles daran setzen, unsere Serie dort fortzusetzen." In Sotschi holte sein Team in allen sieben Rennen seit 2014 den Sieg. Vier davon gingen auf das Konto von Hamilton.

Nach der Kollision mit Verstappen wird der Brite jetzt zwar mit einiger Wut im Bauch, laut Wolff aber "ohne Einschränkungen" an den Start gehen.

»Denke weiterhin, dass das ein Rennunfall war«

Verstappen wurde für den Vorfall in Monza, der das Rennen beider Piloten beendete, als Hauptschuldiger ausgemacht und mit einer Rückversetzung (drei Startplätze) bestraft. Verständnis dafür hat der Holländer nach wie vor nicht: "Ich denke weiterhin, dass es ein Rennunfall war. Die Strafe ist natürlich nicht ideal."