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Formel 1

McLaren-Triumph in Monza

Doppelsieg für McLaren beim Grand Prix von Italien: Alonso siegte vor Hamilton und Räikkönen, Wurz erreichte nur Platz 13.

McLaren-Mercedes hat am Sonntag trotz des ganzen Theaters um die Spionage-Affäre den Formel-1-Grand-Prix von Italien klar dominiert und einen Doppel-Triumph eingefahren. Doppel-Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien feierte in Monza vor WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton einen souveränen Start-Ziel-Sieg und liegt nach Saisonerfolg Nummer vier in der Fahrerwertung nur noch drei Punkte hinter seinem britischen Teamkollegen.

Räikkönen nur Dritter
Rang drei in einem äußerst unspektakulären Rennen auf dem High-Speed-Kurs ging an den Finnen Kimi Räikkönen im Ferrari. Der Niederösterreicher Alexander Wurz kam im Williams-Toyota mit einer Runde Rückstand nicht über Rang 13 hinaus und blieb damit erneut ohne WM-Zähler. Sein deutscher Teamkollege Nico Rosberg holte dagegen als Sechster im 13. WM-Lauf der Saison 3 Punkte und liegt damit in der WM-Wertung nur noch einen Zähler hinter Wurz, der weiter WM-Neunter ist.

Besonders emotional reagierte McLaren-Teamchef Ron Dennis auf den Doppelsieg seiner Silberpfeile. Der Brite, gegen den die Staatsanwaltschaft Modena wegen der Spionageaffäre um geheime Ferrari-Dokumente ermittelt, weinte in den Armen seiner Frau Lisa, nachdem Alonso und Hamilton über die Ziellinie gefahren waren. "Er hat eine schwierige Zeit hinter sich. Der Sieg bedeutet ihm sehr viel", sagte Lisa Dennis.

Alonsos 19. Sieg
"Das war ein perfektes Wochenende und ein ganz spezieller Sieg für mich. Es ist großartig, hier in Monza zu gewinnen", betonte Alonso nach dem insgesamt 19. GP-Triumph seiner Karriere, seinem ersten im Heimrennen des Erzrivalen Ferrari im königlichen Park von Monza.

Während der 26-jährige "Pole"-Mann aus Asturien vor 100.000 Zuschauern von Beginn weg an der Spitze fuhr, fiel Hamilton kurzzeitig hinter Räikkönen, der im Gegensatz zum McLaren-Duo mit nur einem Boxenstopp auskam, auf Rang drei zurück. Doch mit einem tollen Überholmanöver in Runde 43 holte sich der 22-jährige Engländer wieder Platz zwei.

"Ich bin froh, dass es mir gelungen ist, noch Zweiter zu werden, denn das Team hat für diesen Doppelsieg so großartig und hart gearbeitet", erklärte Hamilton. Räikkönen meinte hingegen, dass Platz drei das Maximum für ihn gewesen sei. "Wir waren einfach nicht schnell genug, um McLaren zu gefährden", gestand der Skandinavier.

Pech für Massa
Sein brasilianischer Teamkollege Felipe Massa, der sich zunächst nach dem Start hinter Alonso und Hamilton an dritter Stelle eingeordnet hatte, war wegen eines Mechanikproblems im Heckbereich bereits nach zehn Runden ausgeschieden. Damit verlor der Südamerikaner, der weiter bei 69 Punkten hält, seinen dritten Rang in der Fahrerwertung an Räikkönen (74), der vor den letzten vier Rennen bereits 18 Zähler Rückstand auf Hamilton (92) aufweist.

Wurz erneut ohne Punkte
Wurz liegt dagegen noch knapp vor seinem Teamkollegen Rosberg, der aber in der teaminternen Qualifying-Wertung mit 12:1 klar die Nase vorne hat. Der 33-jährige Österreicher sprach von einem "langweiligen Sonntagnachmittag". "Ich war angefüllt bis oben hin mit meinem Tank, das war zu viel, denn dadurch war mein Auto zu schwer. Ich hatte deshalb große Probleme, vor allem meine Hinterreifen haben schon früh abgebaut", erläuterte Wurz, warum sein Bolide alles andere denn leicht zu fahren gewesen war.

"Es war aber den Versuch wert, dass wir mit dieser Strategie noch etwas rausholen, denn vom 13. Startplatz aus ist es sehr schwer, Punkte zu holen. Wir haben den größten Benzintank, was mich und das Team zu dieser Strategie verleitet hat. Es ist schon ein paar Mal gut gegangen, aber heute eben nicht", sagte der sichtlich enttäuschte Routinier.

Für die einzige Schrecksekunde des Italien-GP sorgte Red-Bull-Pilot David Coulthard, der in Runde zwei Renault-Pilot Giancarlo Fisichella ins Heck rutschte, dadurch seinen Frontflügel verlor und deshalb mit hoher Geschwindigkeit in die Streckenbegrenzung krachte. Der Schotte überstand diesen Crash aber unverletzt. Sein australischer Teamkollege Mark Webber verpasste als Neunter einen WM-Punkt um 3,7 Sekunden.