Was für ein unfassbares Drama beim MotoGP-Rennen in Montmelo! KTM stand am Sonntag bereits mit einem Bein auf dem obersten Treppchen, doch ein Sturz-Chaos in der allerletzten Kurve zerstörte alle Träume.
Das oberösterreichische Traditionsteam KTM schlitterte am Sonntag beim Grand Prix von Katalonien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in eine sportliche Tragödie. Die rot-weiß-rote Motorrad-Hoffnung war nur noch drei Runden vom ersten MotoGP-Sieg seit dem 2. Oktober 2022 entfernt. Pole-Setter Pedro Acosta zeigte bei allen drei erforderlichen Starts eine bärenstarke Leistung und lag auf der KTM immer in Führung. Am Ende stand der junge Spanier nach einem dramatischen Sturz in der allerletzten Kurve des Rennens aber komplett mit leeren Händen da.
Horror-Crash sorgt für ersten Abbruch
Das bittere Chaos auf der Strecke nahm in der zwölften Runde seinen Lauf. Acosta kämpfte plötzlich mit massiven Elektronikproblemen an seiner KTM und wurde langsamer. Alex Marquez konnte nicht mehr ausweichen, krachte auf das Heck des Führenden und flog mit mehreren brutalen Überschlägen ab. Seine Ducati vom BK8-Gresini-Team wurde völlig zertrümmert, Marquez musste ins Spital eingeliefert werden. Im Zuge des Crashs stürzte auch der spätere Sieger Fabio Di Giannantonio wegen herumfliegender Trümmerteile. Trotz einer schmerzhaften Stauchung des linken Handgelenks und einer Schürfwunde am kleinen Finger biss der VR46-Ducati-Pilot auf die Zähne und kehrte für den Re-Start zurück.
Massensturz und Pech für das KTM-Schwesterteam
Kaum wurde das Rennen neu gestartet, krachte es in Kurve 1 erneut gewaltig. Johann Zarco räumte mit einer übermotivierten Attacke Luca Marini und Weltmeister Pecco Bagnaia ab. Wieder gab es die rote Flagge. Zarco musste mit einer schweren Beinverletzung per Ambulanz ins Krankenhaus transportiert werden. Für KTM gab es an diesem Tag generell wenig zu lachen, denn auch Acostas südafrikanischer Teamkollege Brad Binder hatte bereits beim Start massive Probleme und kam letztlich im geschlagenen Feld nicht über den neunten Platz hinaus.
Diggia siegt im finalen Sprint nach Acosta-Sturz
Der letzte und entscheidende Ritt dauerte nur noch zwölf Runden. Fabio Di Giannantonio zeigte trotz seiner Schmerzen eine absolute Meisterleistung und schnappte sich in Runde 10 mit einem genialen Manöver in Kurve 10 die Führung von Acosta. In der allerletzten Runde kam es schließlich zum endgültigen KTM-Absturz: Im harten Fight wurde Acosta von Ai Ogura abgeräumt. Während Acosta im Kies landete, kassierte Ogura dafür eine Drei-Sekunden-Strafe und fiel auf Platz neun zurück. Nutznießer des finalen Dramas waren Joan Mir, der Honda ein sensationelles Podium auf Platz zwei bescherte, und Fermin Aldeguer auf Rang drei. MotoGP-Rookie und Pramac-Pilot Toprak Razgatlioglu schaffte es nach einer Aufholjagd vom letzten Platz als 15. zumindest noch in die Punkte-Ränge.