Red Bulls kurzer Weg zum Erfolg

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Red Bulls kurzer Weg zum Erfolg

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Das gab's noch nie: Bullen in nur 6 Jahren von 0 auf 100!

Red Bull Racing hat sich am Sonntag im Formel-1-Grand-Prix von Brasilien vorzeitig den Titel in der Konstrukteurs-WM gesichert. Die sechs Jahre vom Neueinsteiger zum Teamweltmeister im Rückspiegel:

November 2004: Red Bull gibt den Kauf des Jaguar-Teams bekannt und wird ab 2005 als Red Bull Racing an der Formel-1-WM mit den Piloten David Coulthard, Christian Klien und Vitantonio Liuzzi teilnehmen. Firmenchef Dietrich Mateschitz bezeichnet die Übernahme als "Höhepunkt unseres Motorsport-Engagements". Teamchef wird der erst 31-jährige Engländer Christian Horner.

2005: Der Schotte Coulthard fährt mit der RB1 getauften und von einem Cosworth-Motor angetriebenen Jaguar-Weiterentwicklung gleich beim WM-Debüt des neuen Rennstalles im März in Australien als Vierter in die WM-Punkte. Klien muss sich das Cockpit im Laufe der Saison mit Liuzzi teilen. Die "Bullen" sorgen nicht nur für Party-Stimmung, ihnen gelingen noch als englischem Team im ersten Jahr 34 WM-Punkte. Mit Adrian Newey wird im November zudem das "Superhirn" der Formel 1 engagiert.
Saisonbilanz: Konstrukteurs-WM: 7. (34 Punkte), Fahrer-WM: 12. Coulthard (24), 15. Klien (9), 24. Liuzzi (1)

2006: Coulthard und Klien sind Stammpiloten des RB2, gefahren wird mit Ferrari-Motoren. Red Bull hat zudem am Ende des Vorjahres Minardi übernommen und mit "Toro Rosso" ab sofort einen zweiten Rennstall - vorrangig zur Entwicklung junger Fahrer - am Start. Bei Red Bull Racing erfährt Klien Mitte des Jahres, dass er 2007 von seinem früheren Jaguar-Teamkollegen Mark Webber abgelöst wird. Coulthard holt in Monaco mit Platz drei den ersten Podestplatz für das Team.
Saisonbilanz: Erster Podestplatz; Konstrukteure: 7. (16), Fahrer: 13. Coulthard (14), 18. Klien (2)

2007: Der RB3 ist das erste komplett von Newey entwickelte Red-Bull-Auto und wird auf ausdrücklichen Wunsch des Cheftechnikers ab sofort mit einem Renault-Motor bestückt. Die Ferrari-Triebwerke werden an Toro Rosso weitergegeben. Coulthard und Webber vermögen im
RB3 aber nicht zu überzeugen. Der von Williams verpflichtete Australier holt im Grand Prix von Europa immerhin Platz drei.
Saisonbilanz: Konstrukteure: 5. (24), Fahrer: 10. Coulthard (14), 12. Webber (10)

2008: Das Auto wäre bereits siegfähig, die Fahrer-Paarung ist es aber nicht. Ein eher frustrierendes Rückschritt-Jahr. Red Bull Racing wird in der Konstrukteurs-WM sogar vom Zweitteam Toro Rosso
überflügelt. Für die Italiener holt Sebastian Vettel in Monza sensationell deren erste Pole Position und deren ersten Grand-Prix-Sieg. Der Deutsche, der aus dem Juniorenprogramm von Red Bull kommt, fährt ab 2009 mit Webber für das Hauptteam.
Saisonbilanz: Konstrukteure: 7. (29), Fahrer: 11. Webber (21), 16. Coulthard (8)

2009: Radikale Regeländerungen ermöglichen es, die alten Hierarchien auf den Kopf zu stellen. Neweys RB5 ist ein Topauto, ermöglicht Vettel (4) und Webber (2) die ersten Grand-Prix-Siege. Den ersten Triumph fährt Vettel im April in China im Regen heraus. Der Deutsche wird in weiterer Folge sogar Vizeweltmeister. Der Titel ist nur deshalb nicht möglich, weil Brawn GP mit einem  umstrittenen Doppeldiffusor die erste Saisonhälfte dominiert.
Saisonbilanz: 6 Siege, 5 Pole Positions; Konstrukteure: 2. (153,5), Fahrer: 2. Vettel (84), 4. Webber (69,5)

2010: Der RB6 ist das Meisterstück von Newey. Das Auto ist auf fast allen Strecken überlegen. Lediglich einige technische Defekte in der ersten Saisonhälfte sowie ein immer offener  ausgetragenes Stallduell zwischen Vettel und Webber verhindern es, dass Red Bull frühzeitig
als Weltmeister feststeht. Die Konstrukteurs-Wertung entscheiden die Bullen im vorletzten Rennen in Brasilien für sich. Die Fahrer-WM bleibt bis zum Finale in Abu Dhabi offen.
Saisonbilanz: bisher 8 Siege, 14 Pole Positions; Konstrukteure: 1. (Punktezahl noch offen), Fahrer-WM noch nicht entschieden

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