Bullen halten WM-Rennen offen

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Bullen halten WM-Rennen offen

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Showdown um Fahrer-WM beim letzten Rennen in Abu Dhabi.

Das WM-Rennen in der Formel 1 hat sich am Sonntag in Brasilien weiter zugespitzt. Red Bull sicherte sich zwar mit einem dominanten Doppelsieg in Sao Paulo erstmals in seiner Geschichte die Konstrukteurs-WM , in der Fahrerwertung geht aber Fernando Alonso als Leader ins Finale in einer Woche in Abu Dhabi. Der Spanier belegte hinter den Red-Bull-Stallrivalen Sebastian Vettel und Mark Webber Platz drei. Der Österreicher Christian Klien wurde nach technischen Problemen am HRT 22. und Letzter der gewerteten Fahrer.

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Über den Bullen aber ging ein Konfettiregen nieder. In der Konstrukteurswertung sind sie nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. "Das hätten wir uns, als das Team gekauft worden ist, selbst nicht erwartet", gestand Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. "Das ist ein jahrzehntelanger Traum." Genau diese Worte habe auch Firmenchef Dietrich Mateschitz am Telefon gefunden. Der Teambesitzer wird kommende Woche in Abu Dhabi erwartet.

Frühe Vorentscheidung
Vettel legte den Grundstein zu seinem neunten Grand-Prix-Sieg, dem vierten in dieser Saison, bereits am Start. Der 23-jährige Deutsche überholte seinen gleichaltrigen Landsmann Nico Hülkenberg, der seinen Williams sensationell auf Pole gestellt hatte. Als dann auch Webber an diesem vorbei war, war das Rennen praktisch gelaufen. "Das ist ein unglaublicher Tag, das Auto war großartig. Ich bin sehr stolz. Stolz auf das Team und auf mich selbst", sagte Vettel.

Alonso weiterhin mit besten WM-Chancen
Die Krönung wäre der Fahrertitel. Dort hat weiterhin Alonso die besten Karten, geht er doch mit acht Punkten Vorsprung auf Webber und 15 auf Vettel ins Finale. Hätte sich Red Bull auf eine Stallorder eingelassen und Webber vor Vettel gewonnen, wäre er nur einen einzigen Zähler zurückgelegen. "Es hätte geholfen, aber es ist nicht die Philosophie des Teams", gestand Webber. Auf der Strecke hatte der Australier seinen Teamkollegen nicht anzugreifen vermocht.

Alonso reicht nun in einer Woche bereits ein zweiter Platz zu seinem dritten WM-Titel. "Mehr war heute nicht möglich. Sie waren außer Reichweite, wir müssen zufrieden sein", erklärte der Spanier. Hinter dem Ferrari-Star landeten vor 75.000 Zuschauern die McLaren-Piloten Lewis Hamilton, der mit 24 Punkten Rückstand nur noch rechnerische WM-Chancen hat, und Weltmeister Jenson Button, der damit endgültig aus dem Rennen um eine erfolgreiche Titelverteidigung ist.

Lockerer Doppelsieg für Red Bull
Eine Safety-Car-Phase nach einem Crash von Vitantonio Liuzzi (Force India) hatte das Feld 19 Runden vor Schluss noch einmal zusammengeschoben, am Klassement änderte sich aber nichts mehr - zu überlegen waren die roten Bullen auf trockener Strecke. "Dabei waren wir bei weitem nicht am Limit", erklärte Marko. "Wir sind nicht mit voller Leistung und mit vollem Risiko gefahren." Hülkenberg kam nach seiner Sensationspole nicht über Rang acht hinaus, vor ihm landeten noch die Mercedes von Nico Rosberg und Michael Schumacher.

Klien chancenlos
Kliens Chancen waren bereits vor dem Start zunichtegemacht. Der Hispania-Bolide des Vorarlbergers hatte Benzindruck verloren. Klien musste mit drei Runden Rückstand aus der Box starten, war damit völlig chancenlos. "Das ist sogar noch bitterer als ein Ausfall", erklärte der 27-Jährige. "Wenn du nicht am Start stehst, ist bereits der ganze Tag gelaufen." Klien drehte seine Runden daraufhin nur noch zu Testzwecken, war dabei aber zumeist schneller als sein Teamkollege Bruno Senna. Ob Klien in Abu Dhabi sein drittes Saisonrennen bestreiten darf, steht noch nicht fest.

Endstand Brasilien-GP
1. Sebastian Vettel (GER)   Red Bull     01:33:11,803     Schnitt:                 196,944 km/h
 2. Mark Webber (AUS)        Red Bull          +04,243
 3. Fernando Alonso (ESP)    Ferrari           +06,807
 4. Lewis Hamilton (GBR)     McLaren           +14,634
 5. Jenson Button (GBR)      McLaren           +15,593
 6. Nico Rosberg (GER)       Mercedes          +35,320
 7. Michael Schumacher (GER) Mercedes          +43,456
 8. Nico Hülkenberg (GER)    Williams         +1 Runde
 9. Robert Kubica (POL)      Renault          +1 Runde
10. Kamui Kobayashi (JPN)    Sauber           +1 Runde
11. Jaime Alguersuari (ESP)  Toro Rosso       +1 Runde
12. Adrian Sutil (GER)       Force India      +1 Runde
13. Sebastien Buemi (SUI)    Toro Rosso       +1 Runde
14. Rubens Barrichello (BRA) Williams         +1 Runde
15. Felipe Massa (BRA)       Ferrari          +1 Runde
16. Witali Petrow (RUS)      Renault          +1 Runde
17. Nick Heidfeld (GER)      Sauber           +1 Runde
18. Heikki Kovalainen (FIN)  Lotus           +2 Runden
19. Jarno Trulli (ITA)       Lotus           +2 Runden
20. Timo Glock (GER)         Virgin          +2 Runden
21. Bruno Senna (BRA)        Hispania        +2 Runden
22. Christian Klien (AUT)    Hispania        +6 Runden

WM-Stand (nach 18 von 19 Rennen)
1. Fernando Alonso (ESP)    Ferrari     246
 2. Mark Webber (AUS)        Red Bull    238
 3. Sebastian Vettel (GER)   Red Bull    231
 4. Lewis Hamilton (GBR)     McLaren     222
 5. Jenson Button (GBR)      McLaren     199
 6. Felipe Massa (BRA)       Ferrari     143
 7. Nico Rosberg (GER)       Mercedes    130
 8. Robert Kubica (POL)      Renault     126
 9. Michael Schumacher (GER) Mercedes     72
10. Rubens Barrichello (BRA) Williams     47

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