Herren-Abfahrt

ÖSV-Stars gehen bei Von-Allmen-Triumph zum Olympia-Auftakt leer aus

Die erste Goldmedaille geht an die Schweiz. Franjo von Allmen setzt sich in der Herren-Abfahrt vor dem Italiener-Duo Giovanni Franzoni und Dominik Paris durch. Die ÖSV-Stars (Kriechmayr auf Platz 6) verpassen ebenso Edelmetall, wie Superstar Marco Odermatt auf Platz 4.

Österreichs Abfahrer sind in der Olympia-Entscheidung in Bormio ohne Medaille geblieben. Beim ersten Höhepunkt der Winterspiele in Mailand/Cortina landeten die Routiniers Vincent Kriechmayr und Daniel Hemetsberger am Samstag auf den Rängen sechs und sieben. Den spektakulären Schlagabtausch auf der berüchtigten Stelvio gewann der Schweizer Weltmeister Franjo von Allmen. Silber und Bronze gingen zwei bzw. fünf Zehntel zurück an die Italiener Giovanni Franzoni und Dominik Paris.

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Es wurde das Rennen um die Medaillen zwischen den favorisierten Schweizern und Italienern, für den dreifachen Saisonsieger Marco Odermatt war zwei Zehntel hinter Paris aber kein Platz mehr auf dem Podest. Mit Alexis Monney reihte sich fünf Hundertstel hinter Odermatt ein weiterer Schweizer ein, ehe die beiden besten Österreicher das Feld der Verfolger anführten. Der unmittelbar hinter Von Allmen gestartete Kriechmayr fasste 0,77 Sek. Rückstand auf den siegreichen Eidgenossen aus, bei dem mit Nummer 1 gestarteten Hemetsberger waren es zwei Zehntel mehr.

ÖOC-Routiniers führten lediglich Verfolgerfeld an

Der Oberösterreicher hatte im Donnerstag-Training einen kapitalen Sturz gebaut, sich am Freitag in der Abschluss-Einheit wieder auf die Strecke gewagt und schloss die Konkurrenz schließlich u.a. mit leicht zugeschwollenem Auge mit nicht einmal einer Sekunde Rückstand auf den Sieger ab. "Man muss realistisch sein, nachdem, was davor passiert ist", sagte der 34-Jährige. "Ich für mich bin sehr zufrieden. Ich habe alles reingehaut, ich war sehr am Limit. Mein Hax'n hat nicht weh getan. Daheim werde ich sehen, dass das noch viel mehr wert war. Ich habe meinen Olympia-Moment gehabt."

 

 

 

Kriechmayr war im oberen Teil gut dabei, seine Zeit verlor er im Mittelteil. "Das hätte ich mir anders vorgenommen", meinte der Oberösterreicher im ORF-Interview. "In der Traverse bin ich zu tief geworden. Dann fehlt dir im Mittelteil die Geschwindigkeit, und ich krieg in dem Teil sechs Zehntel. Unten hat es mich noch ein bisschen reingedrückt. Schade, ich habe mir es sicher anders vorgenommen, aber es war schlussendlich zu wenig." Der 34-Jährige bleibt damit weiter ohne Olympia-Medaille. In Abfahrten war er 2018 und 2022 Siebenter bzw. Achter geworden.

Von Allmen
© GEPA

Seine beiden übrigen Landsleute im vierköpfigen ÖOC-Angebot kamen mit Startnummern jenseits der 20 nicht an die Top Ten heran. Der Tiroler Raphael Haaser reihte sich mit 1,89 Sek. Rückstand auf Platz 15 ein, der Steirer Stefan Babinsky 3,12 Sek. zurück nur auf Position 26. Als Bester der auch fünfmal in olympischen Männer-Abfahrten siegreichen Franzosen wurde Nils Alegre Achter (+1,19). Schwer enttäuscht war Odermatt: "Ich wusste, dass wenn jemand eine perfekte Fahrt zeigt, wird der Sieg schwierig. Aber eine Medaille habe ich schon erwartet."

Fünftes Schweizer Abfahrts-Gold

Senkrechtstarter Franzoni hingegen verpasste den ganz großen Coup nur knapp. "Es ist großartig", äußerte sich der Lokalmatador sehr zufrieden. "Ich war ziemlich ruhig, nur kurz vor dem Start etwas nervöser." Seinen Lauf habe er dann genossen. "Es ist toll, mit Franjo und Dominik das Podest zu teilen. In dieser Saison Kitzbühel zu gewinnen und hier eine Medaille zu holen, ist unglaublich." Für den sechsfachen Bormio-Sieger Paris hat Bronze "einen hohen Stellenwert. Die Fahrt war gut, im unteren Teil ein paar leichte Fehler. Ich habe mein Maximum gegeben."

Kitzbühel-Sieger Franzoni, Odermatt und der in Wengen und bei der Olympia-Generalprobe am vergangenen Sonntag in Crans-Montana siegreich gebliebene Von Allmen hatten sich die Erfolge in den sechs bisherigen Weltcup-Saisonabfahrten aufgeteilt. Beim Höhepunkt des Winters war wie im Vorjahr bei der Saalbach-WM Von Allmen der Beste. Es ist der fünfte Schweizer Olympiasieg in der Männer-Abfahrt und der zweite in Folge nach dem Triumph von Beat Feuz in Peking. Die Österreicher führen das Ranking mit sieben Titeln an, den bisher letzten holte Matthias Mayer 2014.

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