Dinko Jukic sorgt wieder für Ärger

Schwimmen

Dinko Jukic sorgt wieder für Ärger

Schwimmstar trat in der Slowakei für gesperrten Verein Austria Wien an.

Schwimm-Ass Dinko Jukic hat am Wochenende seine ersten Rennen seit siebeneinhalb Monaten bzw. exakt 226 Tagen bestritten und damit für Zündstoff gesorgt. Denn der Olympia-Vierte von London war beim Kurzbahn-Meeting in Trnava in der Slowakei für SC Austria Wien am Start, der Club ist vom österreichischen Verband (OSV) am 25. Jänner ausgeschlossen worden. Jukic siegte über 100 m Delfin in 52,97 Sekunden und über 200 m Delfin in 1:58,32 Minuten jeweils überlegen.

Sportlich gut in Schuss
Mit diesen beiden Meetingrekorden bewies der 24-Jährige zumindest, dass er sportlich ganz gut in Schuss ist. Nach dem Wettkampf-Wochenende bestieg er laut seinem Anwalt Thomas Krankl ein Flugzeug in die USA, wo er u.a. mit US-Superstar und Mehrfach-Olympiasieger Ryan Lochte trainiert. Erst in rund einem Monat soll der Wiener erst wieder zurückkommen.

Weiter Streit um Start bei ÖM
Der OSV hat in seiner Präsidiumssitzung am Dienstag beschlossen, das am 13. März zugestellte Gerichtsurteil mit der stattgegebenen Klage von Jukic gegen seine OSV-Sperre den Anwälten zur Prüfung zu übergeben, ob dagegen berufen werden soll. Die Juristen werden sich laut OSV-Generalsekretär Thomas Gangel nun auch mit dem Jukic-Antreten in Trnava beschäftigen.

Der Student hatte für die österreichischen Hallen- Staatsmeisterschaften vom 7. bis 10. März in Graz um eine Starterlaubnis für Austria Wien angesucht, stattdessen wurde ihm ein Sonderstartrecht unter "OSV" angeboten. Dieses lehnte Jukic aber ab und startete nicht. Für das Trnava-Meeting hat er laut Gangel nicht um eine Starterlaubnis angesucht.

Pikant ist die Angelegenheit auch, da am nächsten Montag aufgrund einer von Krankl eingebrachten Berufung und eines Antrags auf Einstweilige Verfügung das OSV-Verbandsgericht in der Ausschluss-Causa tagt. "Wir werden aber auch in diesem Fall gerichtlich vorgehen", kündigte der Anwalt an.

Jukic gießt Öl ins Feuer
Dinko Jukic zeigte sich mit seinem sportlichen Abschneiden in Trnava sehr zufrieden. "Für den Einstieg war es ein gutes Rennen. Der OSV wird jetzt warten müssen, bis jemand anderer in Österreich diese Zeiten schwimmt." Der 24-Jährige bleibt noch bis zum 20. April in den USA.

"Ich werde mir ein paar Teams und Trainingsgruppen anschauen, auch mit Ryan (Anm.: Lochte) trainieren. Ich werde schauen, das Beste für mich herauszuholen." Er wollte sich einmal eine Auszeit nehmen und in einem professionellen Umfeld trainieren. "Hier sind sie froh, dass ich dabei bin."

OSV soll eine Spur zurückschalten
Im Wissen, dass der OSV seine Anwälte mit der Prüfung seines Antretens in Trnava beauftragt hatte, hatte Jukic für den Verband einen Rat parat: "Der OSV soll erst einmal eine Spur zurückschalten." Austria Wien sei noch immer ein eingetragener Schwimmverein und brauche keine Mitgliedschaft in einem Verband, genauso wie auch Jukic selbst kein Mitglied des OSV sei. "Den Verein SC Austria Wien kann niemand auflösen."

OSV-Präsident Christian Meidlinger hatte er dabei gar nicht so sehr in der Kritik. Jukic: "Er ist noch nicht so lange dabei und muss auf Personen im Verband vertrauen, die jahrelang dabei sind. Der Verband soll sich erst einmal selbst professionalisieren."