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Doping-Pate packt vor Gericht aus

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Der Ex-Sportmanager gab zu, 8 Sportlern illegale Präparate gegeben zu haben. Matschiner versorgte Ex-Radprofi Bernahrd Kohl, seinen Ex-Stallgefährten Markus Zberg sowie Triathletin Lisa Hütthaler mit verbotenen Substanzen.

"Die Welt des Hochleistungssports ist scheinheilig. Doping gehört dazu wie das Frühstück. Und ich gab den Athleten Hilfe.“ Diese Worte stammen von Ex-Manager Stefan Matschiner, der zentralen Figur in der Doping-Causa: Er soll acht Spitzensportler mit Doping versorgt haben (es gilt die Unschuldsvermutung). Bei seinem Prozess am Mittwoch präsentierte er sich im Landesgericht Wien beinahe als Wohltäter. Er habe Sportlern, die an ihn herangetreten seien, lediglich geringe Dosierungen verkauft, "sonst hätten sie ja auf Dauer keine Leistung gebracht, sondern wären bald ausgebrannt“. Matschiner wollte für seine Wachstumshormone, EPO und andere Dopingmittel 10 % der Jahreseinnahmen der von ihm versorgten Ausdauersportler.

(c) Kernmayer

Als Dealer habe er sich nie gesehen, so Matschiner zu Richterin Martina Spreitzer-Kropiunik, die den überheblich wirkenden Angeklagten mehrmals ermahnte und mit Saalverweis drohte, sollte der 35-Jährige nicht auf belehrende Kommentare verzichten.

Positiv
Aufgeflogen war Matschiner, nachdem Radprofi Bernhard Kohl nach der Tour de France positiv getestet wurde und später aus dem Dopingsumpf plauderte. Er wäre vom Oberösterreicher seit 2005 mit verbotenen Arzneien und später mit Eigenblut-Doping versorgt worden.

Schuldig
Zur Weitergabe leistungssteigernder Medikamente an Kohl, Triathletin Lisa Hütthaler und Radprofi Markus Zberg sowie fünf weiteren anonymen Sportlern bekannte sich Matschiner schuldig, aber: "Ich wollte ihnen helfen, damit sie die Leistungen der Konkurrenten halten können. Die Amis, die Russen, alle machen das. Und in der Welt des Hochleistungssports wird das alles gedeckt, auch von den höchsten Funktionären.“

Schäbig
Um an eine Zentrifuge für das Eigenblutdoping zu kommen, gab sich Matschiner sogar als Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen aus, um ein Gerät kaufen zu können. Einen Teil der Kosten dafür brachte Bernhard Kohl auf.

Im Zeugenstand gab Kohl an, dass auch sein Kollege Michael Rasmussen und Langläufer Christian Hoffmann an der Zentrifuge beteiligt waren. Die beiden fehlten beim Prozess, ebenso Lisa Hütthaler. Kohl belastete Matschiner: „Er hat mich auch nach Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes mit Eigenblut versorgt.“ Der Prozess wurde auf Oktober vertagt. M. Hofer

Kohl & Co.
Der ehemalige Sportmanager Stefan Matschiner hat sich am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht in seinem Doping-Prozess teilweise schuldig bekannt. Er gab zu, zwischen 2005 und 2008 an acht von ihm betreute Sportler illegale Präparate wie EPO, Testosteron und Wachstumshormone weitergegeben zu haben. Konkret versorgte er demnach den des Dopings überführten Ex-Radprofi Bernhard Kohl, dessen ehemaligen Stallgefährten im Gerolsteiner-Team Markus Zberg sowie die Triathletin Lisa Hütthaler.

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