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Beach-Volleyball

Doppler/Gartmayer gewinnen Gold

Erfolg für Österreich im Beach-Volleyball. Clemens Doppler und Peter Gartmayer gewannen die Goldmedaille.

Österreichs Beachvolleyball-Duo Clemens Doppler/Peter Gartmayer ist Europameister. Das ÖVV-Team besiegte am Sonntagabend im Finale die Niederländer Richard Schuil/Reinder Aart Nummerdor in drei Sätzen (21:19,19:21,15:13). Für Doppler war es nach 2003, als er mit Nik Berger in Alanya/Türkei triumphiert hatte, bereits der zweite Europameistertitel, für Gartmayer, der 2001 in Jesolo mit Doppler EM-Vierter geworden war, dagegen der mit Abstand größte Erfolg seiner Karriere.

Bronze ging an die Deutschen David Klemperer/Eric Koreng, die sich im kleinen Finale gegen die Esten Kristjan Kais/Rivo Vesik 2:1 (13:21,21:13,15:10) durchsetzten. Die Balten hatten im Semifinale gegen Doppler/Gartmayer verloren.

Erster Satz ausgeglichen
Der erste Satz des Endspiels verlief zunächst sehr ausgeglichen, doch im Finish lagen die Niederländer, die bisher sämtliche vier Duelle mit Doppler/Gartmayer für sich entschieden hatten, dann bereits 19:16 in Front. Den Österreichern gelang aber mit fünf Punkten en suite noch die Wende und der Gewinn des Auftaktdurchgangs.

Auch im zweiten Satz hieß es schon 19:16 für die Schuil/Nummerdor. Wieder schaffte das ÖVV-Duo den 19:19-Ausgleich, der aber gleichzeitig für sie der letzte Punkt in diesem Durchgang war. Im Entscheidungssatz lagen Doppler/Gartmayer schließlich ständig in Front, beim 6:4 erstmals mit zwei Punkten. Und diesen Vorsprung hielten die Österreicher bis zum Schluss. Nach etwas mehr als einer Stunde verwerteten sie den zweiten Matchball zum umjubelten 15:13.

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Es war der perfekte Abschluss eines perfekten Tages. "Wir waren im Spielrausch - hatten den bisher besten Tag unserer Karriere", betonte Doppler, der den Gold-Coup noch gar nicht richtig fassen konnte. "Ich brauche noch etwas Zeit, bis ich das alles realisiere. Vor einem Jahr um diese Zeit musste ich die EM nach meinem Kreuzbandriss noch im Krankenhaus via Live-Ticker im Internet verfolgen. Und jetzt ein Jahr später bin ich Europameister. Das ist ein echtes Sportmärchen."

Gartmayer fühlte sich dagegen wenige Minuten nach dem Titel "saugeil" und kostete den EM-Triumph voll aus. "Wir haben einfach super gespielt, alles hat heute gepasst. Wenn wir so wie heute unser Spiel durchziehen, dann können wir jeden Gegner schlagen", glaubt der Wiener.

Anstrengung belohnt
Doppler/Gartmayer hatten den für sie "extrem anstrengenden" Sonntag mit einem 2:0-(19,23)-Erfolg gegen das aus Brasilien stammende georgische Wildcard-Duo Renato Gomes/Jorge Terceiro begonnen, danach die russischen Vize-Weltmeister und Weltranglisten-Dritten Dimitrij Barsuk/Igor Kolodinsky ebenfalls 2:0 (23,17) geschlagen und damit aus dem Loser-Pool das Semifinale erreicht.

In diesem glückte ihnen die Revanche für das 1:2 in Runde 3 gegen Kais/Vesik. Beim 2:1-(18-16,9)-Erfolg über die Esten, hatten die Österreicher aber am Ende des ersten Satzes auch eine Schrecksekunde zu überstehen: Doppler bekam einen Ball ins Gesicht und erlitt dadurch ein Cut über dem linken Auge.

"Absoluter Wahnsinn"
"Der absolute Wahnsinn, dass wir nach Clemens' 'Boxer-Cut' hier noch das Finale geschafft und dann auch noch den Titel geholt haben", meinte deshalb Gartmayer nach dem Triumph über Schuil/Nummerdor, die früher erfolgreich in der Halle spielten und dabei Olympiasieger bzw. Europameister wurden. "Genau als es darauf angekommen ist, haben wir sie erstmals geschlagen - im EM-Finale", sagte Doppler.

Für die beiden Österreicher gibt es jetzt aber keine Verschnaufpause. Nach der Feier Sonntagnacht ging es nämlich bereits am Montagvormittag zurück nach Rom zum Training. Denn auch in der Stunde seines größten gemeinsamen Triumphs dachte das ÖVV-Duo bereits an die Zukunft. "Die Olympia-Teilnahme haben wir zwar in der Tasche, doch unser nächstes großes Ziel ist jetzt der Vorstoß unter die Top-Acht im Olympia-Ranking, damit wir dann im nächsten Jahr in Peking eine leichtere Gruppenauslosung haben", erläuterte Gartmayer.