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Jürgen Melzer gelingt Stadthallen-Sensation

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Auch im Achtelfinale gegen Fognini oder Ramos Vinolas mit Chance.

Der Niederösterreicher Jürgen Melzer hat am Dienstag beim Erste Bank Open an seine früheren Glanzzeiten beim Wiener Stadthallen-Tennisturnier angeschlossen. Der ehemalige Top-Ten-Mann entzauberte in der ersten Runde den Spanier Roberto Bautista Agut, besiegte die Nummer 4 des Events 6:3,7:5.

Nach dieser sehr starken Leistung wartet am Donnerstag Fabio Fognini (ITA) oder Albert Ramos Vinolas (ESP). Der in seinem Comeback-Jahr derzeit nur auf dem 417. Weltranglistenplatz aufscheinende Melzer zeigte gegen den 14. des Rankings keine Scheu und spielte seine Routine voll aus. Mit einem Match-Plan entgegen seiner Spielanlage kam der Lokalmatador dem Iberer von Anfang an bei.

"Ich habe eine klare Taktik gehabt, die hat Früchte getragen", so der Lokalmatador. "Ich habe langsam in seine Rückhand gespielt, und er hat da relativ einfache Fehler gemacht." Erfolgsgeheimnis sei gewesen, dieses Konzept konsequent zu verfolgen.

"Bin bei meinem Spiel geblieben"

Nachdem er den ersten Satz mit einem frühen und späten Break vor begeisterten Fans recht gut im Griff hatte, geriet der 35-Jährige in Durchgang zwei zweimal mit Break in Rückstand. Beide Male konterte der Deutsch Wagramer aber und wehrte dabei bei 4:5 auch zwei Satzbälle ab. Da schloss er an, brachte seinen Aufschlag durch und breakte Bautista Agut nach 92 Minuten zum Sieg.

"Man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen", bezog sich Melzer nach seinem Erfolg auf die kritischen Phasen. "Ich bin dann auch bei meinem Spiel geblieben." Lediglich seine Servicestärke sei ein wenig ausbaufähig gewesen: "Aber es war auch ein bisschen geplant, so zu servieren."

Melzer: "Ich habe sehr, sehr gut gespielt und ich würde sagen, auch verdient gewonnen." Klar habe es ihm auch geholfen, dass er das Spiel des 28-jährigen Bautista Agut gut kenne. Der hat Mitte Oktober im Shanghai-Halbfinale niemand Geringeren als den Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic (SRB) besiegt.

Melzer strotzt vor Zuversicht

Auf diesem Niveau sieht sich Melzer trotz seines Sieges aber nicht, die seltener gewordenen Höhepunkte seiner Karriere genieße er aber dafür umso mehr als in jüngeren Jahren. "Man schätzt das viel mehr", meinte er. "Im Moment habe ich von meinem Ranking her nicht die Chance, viele solche Matches zu spielen."

2009 und 2010 hat der Ältere der Melzer-Brüder sein Heimturnier gewonnen, ab seinem Debüt 1999 spielt er nun schon das 15. Mal um den Wien-Titel. Ein Auftakt-Out hatte es dabei nur 2004 und 2012 gegeben. Der Einzug in sein siebentes Viertelfinale am Vogelweidplatz scheint durchaus realistisch.

Die ungesetzten Fognini (ATP-49.) und Ramos Vinolas (26.) ermitteln am Mittwoch ihren Sieger. "Ich habe gegen beide eine positive Bilanz", meldete Melzer mit Zuversicht.

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