Österreichs Tischtennis-Verbandspräsident Wolfgang Gotschke ist am Samstag, wie tags zuvor angekündigt, im Rahmen der Präsidentenkonferenz in Horn zurückgetreten.
Der Wiener war zuletzt aufgrund des Umgangs mit Missbrauchsvorwürfen an einen niederösterreichischen Nachwuchstrainer in die Kritik geraten. Auch der Bundesliga-Vorsitzende Günther Renner zog sich zurück. Der ebenfalls unter Beschuss geratene Vize Conrad Miller hingegen stellte sein Amt nicht zur Verfügung.
Gotschke erklärte danach im ORF-Interview: "Es muss ein Neuanfang gemacht werden, und aus meiner Sicht ist es besser, wenn eine neue Gruppe kommt." Salzburgs Landeschef Walter Windischbauer begrüßte die Entscheidung: "Dieser Schritt war überfällig, der Druck war zuletzt auch von allen Seiten enorm."
Verwunderung über Verbleib von Miller
Dass Miller im Amt blieb, verwunderte Windischbauer. "Vielleicht hat das arbeitsrechtliche Gründe. Aber von sich aus wollte er nicht zurücktreten, obwohl er auch im Zentrum der Diskussion gestanden ist", sagte der Salzburger dem ORF. In dem Verein, den Miller führt, war jener Nachwuchstrainer angestellt, gegen den sich die Missbrauchsvorwürfe richten.
Aufgrund der Vorfälle hatte das Sportministerium bereits vor knapp zwei Wochen die Förderungen an den ÖTTV gestoppt. Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt sagte in einer Aussendung des Ministeriums am Samstagvormittag zum bevorstehenden Gotschke-Abgang: "Am wichtigsten ist es, Spieler:innenschutz und Gewaltprävention im Tischtennis zu verbessern. Die dafür notwendigen Schritte müssen jetzt gesetzt werden. Dann kann - unabhängig von Einzelpersonen - auch der Förderstopp zurückgenommen werden. Im Allgemeinen zeigt sich, dass wir weitere Schritte im Bereich der Integrität im Sport setzen müssen, auch um die Vereine und Verbände bei der sorgfältigen Aufarbeitung von Vorwürfen zu unterstützen."