Neuer Buch-Hit

Star-Influencerin Constantly K: "So träumt man sich MUTIG!"

Vor genau 10 Jahren startete 
Karin Teigl ihre Influencer-Karriere als Constantly K. Ihr Erfolgsgeheimnis verrät die Content Creatorin nun in ihrem Buch „Träum dich mutig“.

„Träume sind keine Spinnereien, Visionen brauchen keinen Businessplan, sondern Herz", so das Motto von Karin Teigl. Vor zehn Jahren wurde die gebürtige Pongauerin zu Constantly K – und damit zu einer der beliebtesten Influencerinnen – oder wie man heute sagt, Content Creatorinnen – des Landes. Doch vor allem im Netz gilt: Wo viel Licht, da auch viel Schatten. Wie Karin Teigl, seit 2017 mit dem ehemaligen Profi-Fußballer Georg Teigl verheiratet, es dennoch geschafft hat, nie ihre Ziele und den Mut zu verlieren, beschreibt die 41-Jährige in ihrem neuen Buch, einer sympathischen Anleitung zum Träumen.

334.000 
Follower:innen lassen sich auf Instagram von Constantly K alias Karin Teigl inspirieren. 

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Follower:innen lassen sich auf Instagram von Constantly K alias Karin Teigl inspirieren. 

© Mary Filonenko

Unperfekt. Aber echt!

Unter dem Titel „Träum dich mutig“ erzählt Karin Teigl nicht nur ihre eigene Erfolgsgeschichte, sondern inspiriert dazu, Wagnisse einzugehen, hart, aber gerne zu arbeiten – und dabei seine Menschlichkeit nicht zu verlieren. Das Interview.

"100 Prozent Constantly K"

Wovon haben Sie heute Nacht geträumt?

Karin Teigl: Eigentlich gar nichts, weil ich so einen leichten Schlaf habe. Ich wache auf und denke mir: In zwei Monaten sind doppelte Löhne, oder dieses oder jenes muss ich noch erledigen... Es sind eher schlaflosere Nächte, als dass ich besonders viel träume. (lacht)

Und wie gehen Sie dann mit dem Gedankenkarussell um? Schreiben Sie sich Ihre To-Dos und Ideen in der Nacht auf?
Teigl:
Nein, das sollte ich aber machen. Ich habe es probiert, aber dann muss ich Licht einschalten, und das mag ich nicht. Ich versuche mir zu sagen: „Es wird alles gut, schlaf weiter, beruhige dich.“ So habe ich es ganz gut im Griff, aber ich schlafe eben nicht durch. Das ist ein bisschen mühsam.

Das Buch „Träum dich mutig“ von Karin Teigl erscheint am 16. März im Neva by Goldegg-Verlag um 23,50 Euro.   

Das Buch „Träum dich mutig“ von Karin Teigl erscheint am 16. März im Neva by Goldegg-Verlag um 23,50 Euro.   

© Neva by Goldegg

"Die Menschen haben völlig verlernt, zu träumen"

Einen Ihrer größten Tagträume haben Sie sich nun erfüllt: Sie haben Ihr Buch geschrieben, das Sie lange angekündigt hatten. Warum hat es so lange gedauert?
Teigl: Weil gut Ding eben Weile braucht. Vor drei Jahren hat es eine Rohfassung gegeben, die war aber nicht so 100 Prozent „ich“. Deshalb habe ich alles über Bord geworfen. Bei einem Projekt, wo der Name draufsteht, muss alles Hand und Fuß haben. Jetzt ist es genauso, wie ich es mir vorgestellt habe.   

Was war die Intention? Wen wollen Sie damit erreichen?
Teigl:
Die Zielgruppe ist breit gestreut, aber meine Grundmotivation war die Generation, die mit Social Media aufwächst und diesem ganzen Druck, dem ständigen Vergleichen, FOMO („Fear of Missing Out“, sprich die Angst, etwas zu verpassen, Anm.) und alldem ausgesetzt ist. Ich wünsche mir, dass sie wieder Ziele haben und an sich glauben. Junge Menschen trauen sich oft gar nichts mehr zu. Aber auch so viele ältere Leute haben völlig verlernt, zu träumen. Das will ich ändern!

Wann haben Sie die Kunst des Träumens erlernt und vor allem auch nicht verlernt?
Teigl:
Schon in jungen Jahren. Wir haben von unserer Mama ein Fotoalbum bekommen, in das wir alles reinkleben durften, was uns gefiel oder was wir uns wünschen. Damals gab es den Otto-Katalog, den habe ich zerschnipselt. Und es hat nie geheißen: „Spinnst du?!“ Sondern: „Wenn du das erreichen willst, musst du etwas dafür tun.“ Ich bin der Überzeugung, dass das jeder lernen kann. Setz dich hin und schreibe nieder, was du erreichen willst. Das können auch ganz kleine Dinge sein, wie zweimal in der Woche spazieren zu gehen. Wenn das gelingt, boostest du dein Selbstvertrauen. Und dann werden die Träume größer und größer.   

Karin Teigl ist seit Jahren als Constantly K erfolgreich. 

Karin Teigl ist seit Jahren als Constantly K erfolgreich. 

© Georg Teigl

"Es schaut oft federleicht aus, ist es aber nicht."

Viele träumen von einer großen Karriere, wollen aber nicht allzu viel dafür tun...
Teigl:
Ja, das glaube ich auch. Das ist Social Media geschuldet. Genau das ist meine Mission: zu zeigen, dass Träume zu verwirklichen mit harter Arbeit verbunden ist. In unserem Business muss man zum Beispiel unzählige „nicht-virale“ Momente generieren. Das ist bei jedem Unternehmer, aber auch Angestellten so. Du kannst nicht einfach nur einmal etwas gut machen und dann sagen: „Jetzt lehne ich mich zurück.“ Das funktioniert im Sport nicht, das funktioniert nirgendwo. Es schaut oft federleicht aus, ist es aber nicht.

Sind da nicht auch die Eltern und das System gefordert, um wieder mehr in Richtung Leistungsgesellschaft zu gehen?
Teigl:
Ich bin damit aufgewachsen, dass ich mir alles selber zahlen musste. Mir hat die Miete keiner gezahlt. In meinem Upbringing hieß es oft: „Du musst schauen, wie du zurechtkommst.“ Das ist beinhart und nicht cool. Ich hatte teilweise drei Jobs, damit ich mir das leisten konnte, was ich wollte. Heute verlassen sich viele auf ihre Eltern. In meiner Position versuche ich, die Leute immer zu inspirieren: Ich glaube an Werte, an Motivation, aber nicht daran, dass man es allen nur leicht macht. Die Mitte macht‘s!

Sind Sie in Ihrer Rolle als Führungskraft auch mal hart?
Teigl:
Ich bin beides: extrem menschlich und auf Augenhöhe, aber ich kann auch beinhart sein. Es ist ein Geben und Nehmen. Mein Kollektiv von fünf Leuten ist seit vier Jahren bei mir. Ich kann fordernd sein, aber im gleichen Atemzug fördere ich auch.  

Im Fashion-Paradies bei Constantly K, die regelmäßig Charity-Flohmärkte organisiert und auch mit ihrer Charity-Box Spenden sammelt.  

Im Fashion-Paradies bei Constantly K, die regelmäßig Charity-Flohmärkte organisiert und auch mit ihrer Charity-Box Spenden sammelt.  

© Mary Filonenko

"Früher war ich fuchs-teufelswild, mit dem Alter wird man gescheiter..."

Mögen Sie sich selbst, wenn Sie mal so tough sind?
Teigl:
Ja, voll, weil das dazu gehört. Wenn ich nicht so tough wäre, würde nichts weitergehen. Ich versuche, sehr direkt zu sein. Einzig: Ich habe über die Jahre gelernt, das Impulsive wegzulassen und erst eine Nacht drüber zu schlafen. Früher war ich fuchs-teufelswild, mit dem Alter wird man gescheiter. (lacht)

Was haben Sie im Zuge der Arbeit für Ihr Buch über sich selbst gelernt?
Teigl:
Geduld! Wenn ich mir etwas vornehme, passiert es normalerweise recht schnell. Das Buch war ein langer Prozess. Da habe ich gelernt, dass man nicht immer alles über das Knie brechen muss.

War das Schreiben auch eine Art Aufarbeitung mancher Geschehnisse in Ihrem Leben?
Teigl:
Ja, schon. Und eine Erinnerung, worum es wirklich geht. Bevor ich die Agentur gegründet habe, war mir eine Zeit lang alles wurscht im Sinne von Geld. Wenn die Wertigkeit verloren geht, ist das problematisch. Da ist es wichtig, Leute zu haben, die ehrlich sagen: „Karin, so nicht!“ Die Wertschätzung für das, was man jeden Tag leben darf, darf nie verloren gehen.

Als Influencer und Person des öffentlichen Lebens wird man auch hart kritisiert. Wie schaffen Sie es, das auszublenden?
Teigl:
Um ehrlich zu sein, das ist sau-schwer. Immer noch. Die Leute tun einem oft Unrecht, weil sie sich gar nichts anschauen. Und mit dem Arbeitstitel Influencerin hast du von vornherein schon ausgeschissen. Aber in acht von zehn Fällen bin nicht ich das Problem, sondern das Gegenüber. Das muss man sich immer vor Augen halten und seine Ziele klar verfolgen. Ganz egal, welche Ziele du hast – Hauptsache, du hast welche!   

MADONNA-CR Daniela Schimke besuchte Karin Teigl in ihrem Büro.

MADONNA-CR Daniela Schimke besuchte Karin Teigl in ihrem Büro.

© Mary Filonenko

"Mich stachelt das an, meine Goschn aufzumachen und für etwas einzustehen"    

Wie können wir Frauen dazu motivieren, wirklich zusammenzuhalten?
Teigl:
Wenn du dich für eine andere freust, kommt das zurück. Wenn ich mir denke: „Warum kriegt die jetzt den Job?“, bin ich grantig. Wenn ich also mein Hirn umprogrammiere und überlege, wie ich das auch schaffen kann, ist das Mindset ganz anders. Jeder hat eine Daseinsberechtigung. Aber ich würde mir schon ein viel stärkeres Miteinander wünschen.

Sie sind jetzt 41 Jahre alt. Hat der 40er etwas mit Ihnen gemacht? Fühlen Sie sich jetzt reifer, mutiger?
Teigl:
Viel geiler! Ich fühle mich um einiges mehr „rund“ in mir. Ich weiß, was mir guttut und was nicht. Aktuell finde ich das super. Ganz ehrlich: Ich möchte jetzt nicht mehr 30 sein.

"Ich bin jeden Tag mutig" 

Sie haben eine schwere private Phase hinter sich. Sie haben sich von Ihrem Mann getrennt, weil Sie Ihren und vor allem auch seinen Kinderwunsch nicht erfüllen konnten. Bereuen Sie, dass Sie in dieser Phase so hart zu Ihrer großen Liebe waren?
Teigl:
Einerseits schon, weil ich Georg total verletzt habe. Andererseits hat das unsere Beziehung gebraucht. Ich hätte nicht so radikal sein dürfen, das bereue ich. Aber wenn das der Wake-up-Call war, den wir gebraucht haben... Jetzt rückwirkend betrachtet sind wir stärker denn je. Wir sind nochmal tiefer verbunden und wissen uns viel mehr zu schätzen. Auch die Eigenheiten sind schön. Aber zum Glück ist alles gut gegangen.

Sie wollen anderen Mut machen. Wofür fehlt Ihnen der Mut noch?
Teigl:
Eigentlich wüsste ich da nicht viel. Ich frage mich immer: Was ist der Worst Case? Keine Ahnung – wenn es mich hinhaut, stehe ich wieder auf. Ich bin jeden Tag mutig – wenn ich aufstehe, mein Ding durchziehe und die Verantwortung für meine Leute trage.

Haben Sie dennoch vor etwas Angst?
Teigl:
Ja, vor dem ganzen Weltgeschehen. Das macht mir extrem viel Angst, weil es so unberechenbar ist.

Denken Sie nicht manchmal, wenn Sie den oberflächlichen Content einiger Kolleg:innen betrachten, Sie würden gerne raus aus diesem Business?

Teigl: Nein, gar nicht. Ich sehe es als Motivation. Am Ende des Tages hat jede Person es selber in der Hand, was man sich reinzieht. Mich stachelt das an, meine Goschn aufzumachen und für etwas einzustehen.

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