Thiem: Kann er die Nummer eins werden?

Trainer-Klartext

Thiem: Kann er die Nummer eins werden?

ÖTV-Star setzte sich gegen Murray durch. Für Bresnik nur der Anfang.

Zuhause vor dem Fernseher hat Günter Bresnik einen der größten Einzel-Erfolge von Dominic Thiem verfolgt. Der Niederösterreicher hatte am Samstag sensationell den Weltranglisten-Ersten Andy Murray geschlagen. Nach 2:13 Stunden setzte er sich mit 6:2, 3:6, 6:4 durch, steht damit im Finale des ATP-500-Turniers in Barcelona.

+++ Unglaublich: Thiem schlägt die Nummer eins der Welt +++

Mit großer Freude, aber natürlich auch mit dem kritischen Auge, das noch viel mehr Potenzial für den Weltranglisten-Neunten sieht. "Es ist für Dominic seit ewiger Zeit ein wichtiges Kapitel in seiner Laufbahn, dass er einmal die Nummer eins schlägt. Diese Gelegenheit hat er ja noch nicht oft gehabt", erklärte Bresnik.

Im fünften Match gegen eine aktuelle Nummer 1, dass Thiem zugeschlagen hat. Trotz starker Phasen war Bresnik freilich nicht vollends zufrieden. "Es war teilweise super, aber nicht überragend. Aber er hat einfach die besten Schläge." Niemand schlage in der Kombination die Vorhand, die Rückhand und den Aufschlag so schnell.

Das macht Thiem so stark

"Es war heuer das beste Spiel, aber er war weit unter den Möglichkeiten. Die kommen alle mit seinem Tempo nicht zurecht. Aber Thiem setze dies noch nicht genügend ein. "Wenn er lernt, das durchzuspielen, ist er ein Großer." Angetan zeigte sich Bresnik von der am Samstag großteils gezeigten Aggressivität der Schläge, jedoch ebenso von der mentalen Komponente.

Vor allem als Thiem von 3:3 im zweiten Satz weg vier Games en suite verlor und damit auch mit einem Serviceverlust in den dritten Satz startete. "Wie er das Rebreak gemacht hat, das war Weltklasse. Da spielt er das ganze Game perfekt, nicht nur punktemäßig."

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Und die 41 Winner, die Thiem geschlagen hat, freuten den seit 21. April 56-jährigen Niederösterreicher besonders. "Die Qualität eines Spielers zeigt sich an der Anzahl der Winner, die er schlagen kann. Da ist er ganz, ganz vorne dabei." Da spiele es gar keine Rolle, wie viele unerzwungene Fehler dabei sind.

"Wie ein Ferrari mit 700 PS"

"Er ist ein kompletter Spieler und hat noch viele Möglichkeiten, sich zu verbessern, oder besser einzusetzen, was er hat. Er kommt mir manchmal vor, wie wenn er einen 700 PS Ferrari fährt, und nicht in den zweiten Gang schaltet." Bresnik wiederholte frühere Aussagen und sieht sich freilich mit dem Sieg über Murray auch bestätigt. "Er kann jeden Spieler auf der Welt jederzeit auf jeden Belag schlagen kann. Das ist ein Fakt, auch wenn mich viele für deppert erklärt haben oder es immer noch tun."

Für das Finalduell mit dem besten Sandplatzspieler aller Zeiten, Rafael Nadal, hat Thiem also ebenso gute Chancen. "Ich freue mich darauf, das sind die Matches, - heute gegen die Nummer 1 und morgen gegen die absolute Nummer 1 auf Sand -, die er braucht."

Bresniks größter Wunsch für Sonntag ist aber nicht der Sieg, sondern? "Dass er so spielt, um sich selbst zu zeigen, was er drauf hat und kann und es konsequent durchspielt."