Tamira Paszek

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Wimbledon: Paszek ringt Schiavone nieder

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Mit 11:9 im dritten Satz entschied Tamira Paszek den Tennis-Krimi für sich.

Tamira Paszek ist zurück auf dem Weg in die Weltspitze. Die 20-jährige Vorarlbergerin hat am Samstag ein sensationelles Match gegen die Weltranglisten-Sechste Francesca Schiavone nach insgesamt 3:41 Stunden mit 3:6,6:4,11:9 gewonnen und dabei auch international viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Österreichs Nummer 1 und noch 80 der Welt rang die French-Open-Finalistin in einem an Dramatik kaum zu überbietenden Drittrunden-Match in Wimbledon nieder und trifft nun am Montag im Achtelfinale auf die ebenfalls überraschende Russin Xenia Perwak.

Für Paszek ist es das dritte Major-Achtelfinale ihrer Karriere, allerdings liegen zwischen dem aktuellen und jenen in Wimbledon und bei den US Open vier Jahre. Sie hat nun ausgezeichnete Chancen, sogar die Runde der letzten acht zu erreichen: Gegen Perwak, die im Ranking aktuell sogar neun Ränge hinter ihr liegt, ist sie keinesfalls Außenseiterin.

Es war ein bittersüßer Sieg für Paszek auf Platz 12. Nach dem Marathon-Match sank sie in die Knie und feierte einen ihrer bisher größten Triumphe. Die Emotionen waren groß, zurecht, wenn man die Vorgeschichte Paszeks allgemein und jene mit Schiavone kennt. Schließlich hatte die Dornbirnerin 2008 in der ersten Runde schon einmal gegen Schiavone, die freilich keine Rasen-Spezialistin ist, hauchdünn verloren: Die kampfstarke Italienerin hatte sich damals mit 6:3,5:7 und 10:8 durchgesetzt und die Duplizität der Ereignisse wäre beinahe Realität geworden, als Schiavone nach einem Break zum 9:8 zum zweiten Mal auf den Sieg servierte.

Doch Paszek gelang das abermalige Rebreak zum 9:9, das mittlerweile schon von Pam Shriver live auf dem Court für den US-Sender ESPN kommentiert wurde. Die Spannung dieses Matches hatte sich herumgesprochen, selbst Vater Richard Williams kam mit seiner Freundin bei 10:9 noch als Zuschauer auf den Platz. Zum Glück für die Österreicherin konnte er nur noch ein Game bewundern: Paszek, die im Finish noch ein Mal ihr bestes Tennis auspackte, nützte im 20. Spiel dieses insgesamt 124 Minuten langen Satzes ihren ersten Matchball.

Das Match war am Vortag bei 3:2 für Paszek im dritten Satz wegen Regens abgebrochen worden. Vor den Augen ihres Vaters und Trainers Ariff Mohamed, ihres Bruders Joel sowie ihrer Mutter Francoise schaffte sie am Samstag die Vollendung ihres Comebacks auf großer Bühne. Schon jetzt hat sie in etwa Rang 55 in der kommenden WTA-Rangliste sicher, auch ein Preisgeld von rund 77.000 Euro hat sie bereits in der Tasche.

Doch für eine Turnierbilanz aus ihrer Sicht ist es zu früh: Gegen die Russin Xenia Perwak ist einiges möglich im Achtelfinale am Montag. Es ist das erste Aufeinandertreffen mit der knapp ein halbes Jahr jüngeren Gegnerin.


 

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