Sensation: 18-Jähriger kickt Tsitsipas out

US Open

Sensation: 18-Jähriger kickt Tsitsipas out

Das US-Open in New York erlebt seine erste große Überraschung.  

Der Weltranglisten-Dritte Stefanos Tsitsipas verlor in der 3. Runde gegen den 18-jährigen Spanier Carlos Alcaraz in einem vierstündigen Thriller im Tiebreak des fünftes Satzes. Der als Nummer zwei gesetzte Russe Daniil Medwedew marschiert dagegen weiter durch die Runden.

Er ist damit der jüngste Spieler seit 1992, der bei einem Grand-Slam-Turnier im Achtelfinale steht. Damals schaffte es Andrei Medvedev mit 17 Jahren ins Achtelfinale der French Open. Die Nummer 55 der Welt ist zudem der jüngste Spieler seit 1989, der bei einem Major-Turnier einen Spieler aus den Top 3 schlägt. Michael Chang schlug damals in Paris mit Ivan Lendl die Nummer 1 und mit Stefan Edberg die Nummer 3.

"Dieser Erfolg bedeutet mir so viel", strahlt Alcaraz. "Es ist das beste Spiel meiner Karriere. Stefanos Tsitsipas zu schlagen, ist wie ein wahr gewordener Traum."

Alcaraz mit Kampfgeist


Nach starkem Start von Alcaraz übernimmt Tsitsipas im zweiten Satz die Kontrolle. Im dritten führt er mit Doppelbreak bereits 5:2, kann aber drei Satzbälle nicht verwerten. Alcaraz kämpft sich ins Tie-Break und sichert sich den Satz. Nach einem 0:6 im vierten Satz kommt der Spanier neuerlich zurück und fixiert nach über vier Stunden den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere.

Im Achtelfinale trifft er nun Peter Gojowczyk. Der Deutsche Qualifikant steht ebenfalls erstmals in einem Grand-Slam-Achtelfinale - allerdings im Alter von 32 Jahren. Tsitsipas scheitert hingegen auch bei seinem vierten Antreten in New York vor dem Achtelfinale.  

Am Freitag besiegte Medwedew in Runde drei den Spanier Pablo Andujar 6:0,6:4,6:3. Dafür benötigte der 25-Jährige keine zwei Stunden. Medwedews nächster Gegner wird der Australier Alexei Popyrin oder der auf Position 24 eingestufte Brite Daniel Evans sein. Ebenfalls im Achtelfinale, und das erstmals bei einem Major, steht der 32-jährige deutsche Qualifikant Peter Gojowczyk.

Bei den Frauen hat sich die Spanierin Garbine Muguruza in einem Duell zweier ehemaliger Weltranglistenersten durchgesetzt. Die Nummer neun des Grand-Slam-Turniers besiegte die Weißrussin Viktoria Asarenka (18) 6:4,3:6,6:2. Ebenfalls an der Ranking-Spitze war schon Simona Halep gestanden. Die auf Position zwölf eingestufte Rumänin kam mit einem 7:6(11),4:6,6:3 gegen die Kasachin Jelena Rybakina (19) ebenso in die Runde der letzten 16.

Für Halep war es aber Schwerarbeit, das Tiebreak des ersten Satzes dauerte 18 Minuten. Nach dem Satzausgleich schüttelte sich Halep sozusagen durch und fabrizierte im dritten Durchgang nur sechs unerzwungene Fehler. Bis dahin waren es 30 gewesen. Die 29-Jährige steht erstmals seit 2016 in einem US-Open-Achtelfinale. Ihr Antreten beim letzten Grand-Slam-Event des Jahres war wegen einer Adduktorenverletzung unsicher gewesen.

Muguruzas nächste Gegnerin ist die aktuelle French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova. Die auf Position acht eingestufte Tschechin gab der Russin Kamilla Rachimowa mit 6:4,6.2 das Nachsehen. Die Ukrainerin Elina Switolina (5) wiederum bewältigte die Aufgabe gegen die Russin Darja Kasatkina (25) mit einem 6:4,6:2. Switolinas von Günter Bresnik betreuter Ehemann Gael Monfils (17) ist übrigens auch noch dabei, der Franzose trifft am Samstag auf den Südtiroler Jannik Sinner (13).

Österreichs Tennis hingegen ist in den Hauptbewerben New Yorker Hauptbewerben nach der ersten Runde nicht mehr vertreten. Während im Einzel niemand qualifiziert war bzw. der seit (dem heutigen) Freitag 28-jährige Vorjahressieger Dominic Thiem verletzt ist, schieden nach Jürgen Melzer am Vortag auch Oliver Marach/Philipp Oswald zum Doppel-Auftakt aus. Die Olympia-Achtelfinalisten unterlagen dem Israeli Jonathan Erlich und dem Südafrikaner Lloyd Harris am Freitag 2:6,7:6(3),2:6.