Horror-Sturz von Grugger bei 110km/h

Kitz im Schock

Horror-Sturz von Grugger bei 110km/h

Tragödie passierte nach nur 9 Fahrsekunden.

Der Horrorsturz von Hans Grugger im ersten Training überschattet das Kitzbühel-Wochenende. Der Salzburger wurde sofort notoperiert.

Um 10.22 Uhr war es totenstill auf der legendären Streif in Kitzbühel: ÖSV-Athlet Hans Grugger schlägt nach dem Sprung in die Mausefalle mit dem Kopf so unglücklich auf die pickelharte Eispiste auf, dass er bewusstlos liegen bleibt.

Horrorbilder, die nicht aus dem Kopf wollen. Kitzbühel im Schockzustand.

Der 29-jährige Salzburger geht in diesem ersten Trainingslauf mit der Startnummer 5 ins Rennen. Aber nach nur neun Fahrsekunden geschieht die Tragödie. Grugger hat gerade einmal zwei Schwünge hinter sich, als er nach einer Linkskurve zum Sprung in die Mausefalle ansetzt.

Klammer: „Weicher Schnee.“
Doch da geht alles schief: Wie der ÖSTERREICH-Experte Franz Klammer analysiert, dürfte sich durch den weichen Schnee der vergangenen Tage und durch die ersten Läufer vor dem Absprung ein kleiner Schnabel gebildet haben. Und dieser hat dieselbe Wirkung wie eine Sprungschanze. Grugger erwischt ihn mit vollem Tempo, rund 110 km/h.

Diashow: Franz Klammer erklärt den Sturz

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Grugger bleibt liegen
In der Luft verdreht es den Oberkörper

„Weil Grugger zu viel Druck hat, verdreht es seinen Oberkörper. Er kämpft, versucht noch zu korrigieren und will das irgendwie ausstehen. 
Als Rennläufer versuchst du bis zur Landung, einen Sturz noch irgendwie zu vermeiden. Doch wenn du in der Luft merkst, dass es vorbei ist, versuchst du …“

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Grugger bleibt liegen
Er bereitet sich auf den Sturz vor



„… zumindest so zu 
stürzen, dass du das Risiko minimierst. Aber bei Grugger läuft alles schief.“

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Grugger bleibt liegen
Landet 
auf Kante, schlägt voll auf

„Sein Pech: Er landet auf der Außenkante – beim Aufprall werden unglaub­liche Kräfte frei.“

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Grugger bleibt liegen
Grugger bleibt liegen

„Grugger ist beim Aufschlag mit dem Hinterkopf sofort bewusstlos, bleibt ­regungslos liegen.“



Nach dem Absprung gewinnt Grugger sofort sehr schnell an Höhe. Klammer: „Er war zu wenig über dem Ski, er ist zu passiv gewesen in der Luft. Man muss bei diesem Sprung aktiv sein, das hat er leider nicht mehr geschafft.“

In der Luft versucht er zu korrigieren. Grugger versucht in der Luft noch alles Erdenkliche, um den Unfall zu verhindern.

Mit der rechten Hand kurbelt er unentwegt, um die Sprungrichtung zu korrigieren. Jedoch geschieht alles in Sekundenbruchteilen – und Grugger hat zu diesem Zeitpunkt in Wahrheit keine Chance mehr.

Der ÖSV-Athlet verdreht den Ski und kann nicht mehr zurück. Sein Oberkörper dreht sich komplett nach rechts hinten. Die Rennuhr zeigt Fahrsekunde 10 an, als „Wuzz“, wie Grugger von allen genannt wird, auf der eisigen Piste aufschlägt. Beim Aufprall dreht sein Körper mit irrsinniger Wucht nach links und Grugger schlägt brutal mit dem Kopf auf der Piste auf. Sofort verliert er einen Handschuh und einen Stock. Hans Grugger dürfte sofort bewusstlos gewesen sein. Sein Körper schlittert Dutzende Meter auf der Piste nach unten. Er erleidet dabei schwere Verletzungen am Schädel.

Not-OP gut verlaufen
Grugger wird sofort erstversorgt. Kurz später ist der ÖAMTC-Hubschrauber da, er wird am Seil hängend in einem Vakuumsack abtransportiert – zuerst ins Krankenhaus Kitzbühel, dann in die Uniklinik Innsbruck. Das Training wird unterbrochen. In Innsbruck erfolgt eine fünfstündige Notoperation. Um 18.15 Uhr die Entwarnung: Gruggers Operation ist gut verlaufen, er wird auf die Intensivstation verlegt.