Nach drei Jahren und 1094 Tagen ist die Pleitenserie der ÖSV-Herren endlich zu Ende. Vincent Kriechmayr, auch damals der Sieger, gewinnt die Abfahrt in Courchevel souverän. Marco Odermatt holt als Dritter die Abfahrtskugel.
Kriechmayr war bei seiner Fahrt zwischenzeitlich 42 Hundertstel vorne, im Ziel waren es dann nur mehr 0,09 Sekunden, dennoch legte der 34-Jährige eine Topfahrt hin.
Die Strecke ließ aufgrund warmer Temperaturen für die Athleten nach ihm, darunter der mit Top-Zeit ausgeschiedene Franjo Von Allmen und auch Odermatt, keine schnellere Fahrt mehr zu. Daher darf Österreich nach dem 15. März 2023 endlich wieder einen Sieg in der Abfahrt bejubeln.
Zweiter wurde der Italiener Giovanni Franzoni (+0,09), Dritter der neue schweizer Abfahrts-Weltcupsieger (+0,31). Kriechmayr gab sich gewohnt cool im ORF-Interview: "Ganz gut (die Fahrt, Anm.) würde ich sagen. Gestern im Training war einfach ein wunderschönes Skifahren. Ich bin ein leidenschaftlicher Skifahrer, ich fühle mich hier wohl. Das heißt aber nix. Aber eine gute Fahrt ist mir gelungen." Über die abbauende Piste meinte er: "Schade für die Jungs, der Franjo wäre schnell gewesen."
Odermatt: "Macht Spaß der Schnellste zu sein"
Auch Odermatt gab sich äußerst glücklich: "Ich bin sehr zufrieden mit einem weiteren Podestplatz bei sehr schwierigen Bedingungen. Es war eine sehr gute Fahrt. Die wechselhaften Bedgingungen, oben war der Schnee kalt, aggressiv und winterlich, und unten dann weich, das war nicht einfach. Es war eine sehr anstrengende Abfahrt, ich war noch selten so müde im Ziel."
Nun warten mit Super-G und Gesamtweltcup noch zwei weitere Kugeln auf den Schweizer. Was ihn antreibt? "Es macht weiterhin Spaß der Schnellste zu sein, auch die Konkurrenten pushen mich. Wir haben eine gute Stimmung im Team, aber auch mit den internationalen Kollegen."
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Daniel Hemetsberger, der mit seiner Fahrt "ganz zufrieden" war, landete am sechsten Platz (+0,95). Auch Raphael Haaser (+0,74) war schnell unterwegs und legte als Fünfter sein bestes Abfahrtsergebnis hin, bislang wurde er nur 14.! Stefan Babinsky wiesd großen Rückstand (+2,15) auf.
Marco Schwarz wurde in seinem 200. Weltcup-Rennen (achte Abfahrt) hatte 2,50 Sekunden Rückstand. Lukas Feurstein ging nicht an den Start, der Fokus soll auf dem Super-G liegen.