Schlierenzauer holt Gold!

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Schlierenzauer holt Gold!

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Schlieri fängt im Finale Morgenstern noch um 0,3 Punkte ab - Doppelsieg für Österreich!

Was für ein Herzschlag-Finale beim dritten Skisprung-WM-Bewerb der Herren in Oslo ! Gregor Schlierenzauer hat am Donnerstag auf dem Holmenkollen dem nach dem ersten Durchgang führenden Thomas Morgenstern das WM-Triple verpatzt und siegte mit umgerechnet nur 16,67 Zentimetern oder 0,3 Zehntelpunkten Vorsprung auf den Kärntner. Bronze ging an den Schweizer Simon Ammann. Es war das erste ÖSV-WM-Gold auf der Großschanze nach Andreas Felder 1987 in Oberstdorf, Schlierenzauer ist der insgesamt achte ÖSV-Weltmeister der Geschichte.

So jubelte Schlieri über Gold

"So geil!"
"Unglaublich. Ich muss es rauslassen. So geil. Das war eine irrsinnig wertvolle Saison", freute sich Schlierenzauer nach dem Zittersieg. Als er nach seinem zweiten Sprung bei 134,5 Metern gelandet war, schien er es schon geahnt zu haben. Obwohl noch drei Springer nach ihm kamen, küsste Schlierenzauer den Schnee. Die nach dem ersten Durchgang vor ihm gelegenen Norweger Anders Bardal und Anders Jacobsen landeten prompt nur bei 125 bzw. 123 Metern, Gold für Österreich war sicher, noch ehe Morgenstern vom Zitterbalken ging.

So feiern die ÖSV-Adler



Final-Thriller
Morgenstern landete bei 131,5 Metern, erst die Anzeigetafel machte Schlierenzauers Ahnung fix: Sein erster Weltmeistertitel (abgesehen von Skiflug-Titelkämpfen) im Einzel war Realität geworden - 3 Zehntelpunkte vor Morgenstern. "Am Holmenkollen Weltmeister - ein Wahnsinn. Ich habe ein bisserl das Glück auf meiner Seite gehabt." Aus der schwierigen Saison vor der WM habe er sehr viel gelernt. "Es war nicht das erfolgreichste Jahr davor, aber das wertvollste", erinnerte er an eine bis Norwegen (Doppelsieg in Vikersund) verpatzte Saison, die noch dazu von einer Knieverletzung gestört war. "Danke an die Ärzte und die Hilfe der Trainer. Der Kreis schließt sich. Ich hatte hier meine Premiere, jetzt bin ich Weltmeister." Schlierenzauer hatte am 12. März 2006 seinen ersten Weltcupstart: in Oslo.

Morgenstern fairer Verlierer
Sein größter Konkurrent an diesem Tag war sein Teamkollege. Morgenstern, der hier mit viermal Gold hätte Geschichte schreiben können, war ein sportlich fairer Verlierer. "Gregor hat es absolut verdient, meine Hochachtung. Weltmeister wird man nicht aus Zufall, Gregor hat super gearbeitet, er hat es verdient und ist würdiger Weltmeister."

Erinnerungen an 2006
Grund, dem Gold nachzuweinen, hatte Morgenstern nicht. "Es war so spannend, ich bin super happy. Es ist meine erste Silberne, die passt sicher schön in meinen Kasten. Es ist sicher ein weinendes Auge dabei, aber ich habe schon so viel Glück gehabt in meinem Leben, speziell bei Olympia 2006", erinnerte der Weltcup-Gesamt- und Tourneesieger an Turin, als er sogar nur mit 0,1 Punkten Vorsprung auf Andreas Kofler Olympiasieger geworden war. "Da werde ich die drei Zehntel auch überleben. So eine Bilanz hätte ich mir nur erträumen können. Jetzt freue ich mich aufs Teamspringen", erinnert Morgenstern schon an den nächsten Kampf um Gold am Samstag.

Überflieger
Österreichs Nordische haben damit bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen alles bisher Dagewesene übertroffen. Mit fünf Gold-, zwei Silber- und einer Bronze-Medaille haben Morgenstern und Co. auch Olympia 2006 (4-2-1) in den Schatten gestellt und sind auch besser als die Alpinen bei den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen. Und in den Teambewerben von der Großschanze in der Kombination (Freitag) und im Spezialspringen (Samstag) gibt es noch zwei weitere ausgezeichnete Medaillen-Chancen. Bei den Springern haben die Plätze 1-2-4 (Andreas Kofler) und 8 (Martin Koch) die hohe Favoritenstellung auf das vierte Gold im vierten Herrenbewerb unterstrichen.

Endstand Großschanze

1. Gregor Schlierenzauer (42) AUT 277.5  
2. Thomas Morgenstern (50) AUT 277.2  
3. Simon Ammann (49) SUI 274.3  
4. Andreas Kofler (47) AUT 269.6  
5. Matti Hautamäki (44) FIN 266.2  
6. Michael Uhrmann (36) GER 264.0  
7. Anders Bardal (35) NOR 263.8  
8. Martin Koch (45) AUT 262.3  
9. Anders Jacobsen (37) NOR 260.7  
10. Tom Hilde (46) NOR 259.0  
11. Adam Malysz (48) POL 257.6  
12. Severin Freund (43) GER 255.2  
13. Jernej Damjan (17) SLO 247.2  
14. Johan Remen Evensen (40) NOR 244.8  
15. Richard Freitag (24) GER 244.7  
16. Martin Schmitt (28) GER 242.8  
17. Pavel Karelin (34) RUS 237.7  
18. Daiki Ito (39) JPN 236.3  
19. Kamil Stoch (41) POL 235.7  
20. Jurij Tepes (23) SLO 235.6  
21. Piotr Zyla (12) POL 232.9  
22. Roman Koudelka (38) CZE 231.8  
23. Robert Kranjec (33) SLO 230.1  
24. Noriaki Kasai (32) JPN 228.2  
25. Peter Prevc (31) SLO 226.5  
26. Taku Takeuchi (18) JPN 224.1  
27. Fumihisa Yumoto (19) JPN 223.6  
28. Jakub Janda (27) CZE 222.5  
29. Sebastian Colloredo (16) ITA 218.6  
30. Janne Ahonen (21) FIN 209.1
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